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Leben in Hannover Modedesigner Ulli Hahn zieht nach Mallorca
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Hannover: Modedesigner Ulli Hahn zieht nach Mallorca

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10:23 14.09.2021
Tasche gepackt: Ulli Hahn pendelt derzeit zwischen Mallorca und Hannover. Langfristig will er auf der Ferieninsel wohnen.
Tasche gepackt: Ulli Hahn pendelt derzeit zwischen Mallorca und Hannover. Langfristig will er auf der Ferieninsel wohnen. Quelle: Behrens
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Hannover

Vor 25 Jahren hat Modemann Ulli Hahn (52) in Hannover seinen ersten Laden eröffnet – für ihn aber kein Grund, sich auf seinem Erfolg auszuruhen. Im Gegenteil: Ulli Hahn krempelt noch einmal sein Leben um und wandert aus. Mit seinem Label „Ullis Ullikat“ zieht er nach Mallorca. Was mit dem Geschäft in Hannover passiert, ist noch offen, der Designer wartet auf ein Angebot seines Vermieters.

Mallorca ist die neue Liebe von Ulli Hahn

Mallorca ist die aktuell große Liebe des Modemannes. Erst im Frühjahr hat er die Insel so richtig für sich entdeckt. „Ich wollte eigentlich nur für zehn Tage dort Urlaub machen“, erzählt er, „doch dann sind gleich zwei Monate daraus geworden“. Auf Mallorca hat er auch die Modefotos für seine neue eigene Kollektion machen lassen, neben Hahn selbst war auch sein Freund Paul Janke Model (39, „Bachelor“). Hahn mag die Leute, die Atmosphäre, das Flair – und natürlich auch das Wetter. Hahn ist in echter Aufbruchstimmung, er weiß, die Regentage hier sind für ihn gezählt.

Auf Mallorca: Ulli Hahn und Paul Janke modeln gemeinsam Quelle: Ulli Hahn/ Instagram

Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäftsleuten, die vorsichtig operieren und erstmal wegen Corona abwartend Richtung Herbst schauen, ist Hahn voller Optimismus, wenn er an seinen neuen Lebensmittelpunkt denkt: „Die Leute sind dort viel lockerer drauf, das wird bestimmt richtig cool.“ Ein weiterer Grund, ausgerechnet jetzt Deutschland zu verlassen: „Ich bin ungebunden, habe keine Freundin“, sagt Hahn. „Und meine Mutter, um die ich mich gekümmert habe, ist dieses Jahr mit 92 Jahren gestorben. Bisher war sie auch immer ein Grund, hierzubleiben.“

Immer online: Hahn steht im ständigen Kontakt mit seinen Freunden auf Mallorca. Derzeit sucht er nach einem passenden Geschäft auf der Insel. Quelle: Behrens

Derzeit pendelt er zwischen Mallorca und Hannover hin und her: „Natürlich war ich am Anfang aufgeregt. Aber inzwischen ist die Reiserei für mich Alltag – ich bin ja auch schneller auf Malle als mit dem Auto in Düsseldorf“, sagt er schulterzuckend. Noch wohnt er auf der Insel bei einem Freund, Björn Peikert (53), Chef von Deutschland Immobilien und in der Markthalle von dem neuen Südtiroler Delikatessenladen „Hoi“. Peikert lebt in Hannover und auf Mallorca, mit seiner Unterstützung will Hahn auch das neue Geschäft im Zentrum von Palma eröffnen: „In der City ist wirklich noch Bedarf an Bekleidungsshops“, hat Hahn festgestellt.

Betrüger legen Hahn auf Mallorca rein

Die Suche nach einem Shop allerdings verlief bisher alles andere als glatt, eigentlich erzählt sich seine Auswanderergeschichte schon jetzt wie ein Krimi: „Wir hatten tatsächlich einen wunderschönen Laden gefunden, er war ideal und lag in einer Nebenstraße zur Haupteinkaufsstraße. Ich hatte bereits eine Mietkaution von mehreren tausend Euro bezahlt und das alte Geschäft über eine Firma ausräumen und reinigen lassen“, erzählt Hahn.

„Aber als wir am nächsten Tag reingehen wollten, war das Schloss ausgewechselt und in meinem Geschäft hatte ein indischer Supermarkt eröffnet“, regt sich Hahn auf. Es scheint ein echter Betrugsfall: „Die Maklerin ist verschwunden, an das Handy geht keiner mehr ran, vermutlich war es eine Prepaid-Nummer, die nur für mich angeschafft wurde“, vermutet Hahn, der inzwischen Anzeige erstattet hat. Er rechnet aber nicht damit, dass er das Geld zurückbekommt: „Die sind über alle Berge!“

Sein Reich: Seit 25 Jahren versorgt Ulli Hahn Hannover mit rockiger Mode. Auch viele Promienten und Musiker kaufen bei ihm ein. Quelle: Behrens

Eisexperte Giovanni L. hilft bei der Ladensuche

Um eine Erfahrung reicher, aber nicht mit weniger Elan sucht Hahn jetzt weiter. Hilfe bekommt er dabei von einem weiteren prominenten Freund, Eiskönig Giovanni Lasagna (49), der als Franchisegeber inzwischen Eis für Giovanni-L.-Cafés in ganz Europa herstellt, sucht für ihn mit. „Im Augenblick haben wir ein Geschäft im Auge, das direkt gegenüber von einer von Giovannis Eisfilialen ist. Das wäre richtig cool“, hofft Hahn. Vielleicht hat so der Reinfall ja so doch noch etwas Gutes...

Auch wenn Hahn noch nicht weiß, wo genau sein Modeshop auf Mallorca sein wird, das Konzept dafür steht bereits: Neben der rockigen, dunklen Schiene will Hahn jetzt mehr Farbe ins Geschäft bringen: „Das passt besser zu Mallorca.“ Schwerpunkt wird auf leichter, luftiger Ware liegen, ein paar Herbst- und Wintersachen wird es aber auch geben. „Viele fahren ja auch mal übers Wochenende nach Mallorca, dann können sie sich gleich bei mir für Deutschland eindecken.“

Shop-Verhandlungen in Hannover laufen

Was mit seinem „Ullis Ullikat“ in Hannover passiert, ist bisher offen. Der Mietvertrag läuft aus, derzeit laufen die Verhandlungen über eine Verlängerung. Hahn hofft auf eine Entgegenkommen seines Vermieters. „Corona hat uns alle hier sehr getroffen, die Mietpreise waren vorher schon viel zu hoch, jetzt sind sie utopisch“, sagt der Designer, der während des Lockdowns immer wieder zusammen mit Lo&Go-Mann Rolf Eisenmenger (67) mit Aktionen auf die Notsituation im Handel aufmerksam gemacht hat. Wenn sich jetzt Hahn mit seinem Vermieter einig wird, will er in seinem alten Geschäft ein Outlet eröffnen – mit „Ullis Outletcity“ hat auch einst seine Karriere als Modemann (damals noch in der Grupenstraße) begonnen. Für sein Hannover-Geschäft sucht er daher noch Personal.

Sonne, Meer und gute Laune: Ulli Hahn liebt das Lebensgefühl auf Mallorca. Quelle: Ulli Hahn/ Instagram

Hannover zu verlassen, fällt ihm nicht schwer: „Ich bin ja nicht aus der Welt, sondern auch schnell wieder hier. Und erstmal werde ich auch meine Wohnung hier halten.“ Dass er kein Spanisch spricht, macht ihm ebenfalls keine Sorgen: „Ich bin so herzlich auf der Insel aufgenommen worden und habe so viele nette Leute kennengelernt, das wird schon. Viele Spanier sprechen ja auch deutsch. Aber ich werde bestimmt einen Sprachkurs machen, wenn ich dort bin.“ Und die Sprache der Mode versteht sowieso jeder...

Von Maike Jacobs