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Leben in Hannover „The Plant Lab“: 7 Pflanzen-Tipps für den Dschungel zu Hause
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Hannover: Grünpflanzen-Trends in "The Plant Lab"

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14:26 29.11.2021
Hier grünt es so grün: Carla Meineke hat in der Südstadt „The Plant Lab“ eröffnet.
Hier grünt es so grün: Carla Meineke hat in der Südstadt „The Plant Lab“ eröffnet. Quelle: Wilde, Meineke
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Hannover

Eigentlich arbeitet sie mit Zellkulturen im Labor: Carla Meineke ist biologisch-technische Assistentin an der Tierärztlichen Hochschule. In jeder freien Minute aber widmet sich die 25-Jährige ihrer Leidenschaft: exotischen Pflanzen.

Aus dem Hobby wurde ein zweites Standbein. Vor Kurzem hat Meineke an der Krausenstraße 27 ihren kleinen Laden „The Plant Lab“ (das Pflanzen-Labor) eröffnet. Ihr Schwerpunkt sind nicht klassische Blühpflanzen, sondern exotische Zimmerpflanzen. „Man kauft diese Pflanzen nicht wegen der schönen Blüte, man liebt sie wegen ihrer tollen Blätter“, sagt sie.

Hannover, LEBEN, The Plant Lab, Carla Meineke Foto: Frank Wilde) Quelle: Frank Wilde

Grüne Zimmerpflanzen seien ein Megatrend. „Das begann vor etwa zwei Jahren, inzwischen boomt es richtig.“ Und auch hier war die Pandemie ein Trendbeschleuniger. „Die Menschen waren viel zu Hause, wollten es sich schön machen.“ Weil Urlaubsreisen gestrichen wurden, holten sich Pflanzenfreunde mit exotischen Sorten einen Hauch von Urwald in die eigenen vier Wände. „Überhaupt haben viele Leute im Lockdown die Natur neu für sich entdeckt.“

Begonnen hat alles damit, dass Carla Meineke Ableger ihrer Pflanzen bei Ebay Kleinanzeigen verkaufte – das Interesse war riesig. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht die einzige Pflanzen-Verrückte bin“, sagt sie und lacht. Also meldete sie ein Gewerbe an und gründete einen Online-Shop. Als sich die Chance ergab, das 20 Quadratmeter große Ladenlokal im Erdgeschoss ihres Wohnhauses anzumieten, ergriff sie die Chance und eröffnete ihr „Plant Lab“.

Weil sie „The Plant Lab“ nebenbei führt, ist nur dienstags und donnerstags von 16.30 bis 19 Uhr geöffnet. „Aber für Sonntage kann man zwischen 14 und 17 Uhr einen Termin vereinbaren.“

Viele der exotischen Zimmerpflanzen, die Carla Meineke im Sortiment hat, stammen aus warmen oder tropischen Ländern und sind in der Pflege überaus anspruchslos. „Viele muss man nur einmal pro Woche gießen, manche noch seltener“, so die Expertin. Ein Hobby also, bei dem auch Menschen ohne jegliche Begabung für die Pflanzenwelt keine Fehler machen können. Meineke gibt sieben Tipps:

Tipp 1: Der Bogenhanf

Die Wüstenpflanze Bogenhanf existiert in etlichen Arten. Was alle gemeinsam haben: „Die Pflanze ist völlig anspruchslos“, sagt Carla Meineke. Nur alle zwei Monate müsse man sie ein bisschen gießen. Bleibt das Wasser im Untertopf stehen, schüttet man es weg. „Bogenhanf kann überall stehen, von schattig bis vollsonnig“, sagt die 25-Jährige.

pflanzen Quelle: Carla PRIVAT

Die Pflanzen stehen gerne eng im Topf, man verwendet also eher kleine Gefäße. „Die Farben der Blätter variieren von Hell- bis Dunkelgrün oder Tricolor, auch Schlangenmuster sind beliebt.“ Je nach Größe kosten Bogenhanf-Pflanzen bei Carla Meineke drei bis 60 Euro.

Tipp 2: Die Sukkulente

„Sukkulenten brauchen volle Sonne“, sagt Carla Meineke. Die dicken Blätter der Pflanzen speichern effektiv Wasser, das macht Sukkulenten sehr genügsam. „Man sollte sie maximal alle zwei Wochen gießen, sonst kann Staunässe und damit Wurzelfäule entstehen.“ Sukkulenten wachsen sehr langsam, daher muss man sie selten umtopfen.

Sukkulente Quelle: Carla PRIVAT

Nur eins mögen die pflegeleichten mediterranen Pflanzen nicht: Kälte. „Selbst in frischen Sommernächten sollte man sie von Balkon oder Terrasse ins Haus holen“, rät Meineke. Größere Sukkulenten kosten bei ihr 15 bis 20 Euro, kleinere gibt es ab drei Euro.

Tipp 3: Der Elefantenfuß

Der dicke Stamm gibt dieser Pflanze ihren Namen. „Darin speichert sie Wasser und Nährstoffe“, erklärt Carla Meineke. Volle Sonne verträgt der Elefantenfuß nicht, „dann verbrennt die Pflanze.“ Ansonsten ist die aus Mexiko stammende Art sehr anspruchslos. Ein Platz im Halbschatten mit etwas Morgen- oder Abendsonne ist ideal.

Elefantenfuß Quelle: Carla PRIVAT

Elefantenfüße können bis zu zwei Meter hoch werden, „das dauert aber sehr, sehr lange“, sagt Meineke und lacht. Die Pflanze, die auch Flaschenbaum genannt wird, ist robust, langlebig und pflegeleicht. Je nach Größe gibt es sie für acht bis 35 Euro.

Tipp 4: Die Glücksfeder

Die Glücksfeder heißt eigentlich Zamioculcas zamiifolia und wird deshalb auch „ZZ-Pflanze“ genannt. Auch sie ist anspruchslos und eignet sich äußerst gut für talentlose Hobbygärtner. „Es reicht, sie einmal im Monat zu gießen“, sagt Carla Meineke.

Glücksfeder Quelle: Carla PRIVAT

Interessanter Effekt: Stellt man die Glücksfeder in die dunkelste Ecke des Raumen, färbt sie ihre Blätter noch dunkelgrüner. Hin und wieder sollte man sie entstauben. Auch diese Pflanze, die es in verschiedenen Farben und Formen gibt, steht gerne eng im Topf. Bei „The Plant Lab“ gibt es „ZZ“-Pflanzen von etwa 15 bis 60 Euro.

Tipp 5: Die Monstera Deliciosa

Die Monstera, die auch Fensterblatt genannt wird, mag einen halbschattigen Standort, gern mit etwas Abend- oder Morgensonne. Die angesagte Zimmerpflanze, die sich motivartig auch auf Kissen, Möbeln, Vasen und Deko wiederfindet, sollte etwa einmal pro Woche gegossen werden.

Monstera Quelle: Carla PRIVAT

„Die Pflanzen können auch blühen, wenn sie sich optimal wohlfühlen“, sagt die „Plant Lab“-Betreiberin. Wenn die Monstera größer werden, kann es hilfreich sein, die Blätter mit einem Rankstab zu stützen. Verschiedene Versionen des Fensterblatts gibt es in dem kleinen Südstädter Laden für fünf bis 50 Euro.

Tipp 6: Der Kolbenfaden

Die Pflanze, auch Aglaonema genannt, steht am besten schattig bis halbschattig und muss nur alle ein bis zwei Wochen etwas gegossen werden. Auch hier ist es wichtig, Staunässe zu vermeiden. Die Blätter sind häufig grün, können aber auch eine rötliche oder silbrig-weiße Maserung aufweisen.

Kolbenfaden Quelle: Carla PRIVAT

Der Kolbenfaden wächst oft als buschiger Halbstrauch. „Am besten gedeiht er in leicht erhöhter Luftfeuchtigkeit“, sagt Expertin Carla Meineke. Die Pflanze kann weiß blühen und bildet anschließend Beeren, die für Tiere giftig sein können. In „The Plant Lab“ kosten Kolbenfäden etwa 20 Euro.

Tipp 7: Die Calathea

Die Calathea gehört zur Familie der Maranthengewächse und ist auch unter dem Begriff Korbmaranthe bekannt. „Es gibt mehr als 300 verschiedene Arten“, sagt Meineke, „und alle sehen in ihrer Musterung unterschiedlich aus.“

Calathea Quelle: Carla PRIVAT

Die Pflanze sollte schattig oder halbschattig stehen und etwa alle zwei Wochen Wasser bekommen. „Wenn sich die Pflanzen sehr wohl fühlen, blühen sie auch in verschiedenen Farben.“ Optimal ist ein Standort mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, da die Art aus Mittel- und Südamerika stammt. Korbmaranthen kosten bei Carla Meineke je nach Größe sechs bis 45 Euro.

Von Julia Braun