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Leben in Hannover „Was war im Lockdown das Schlimmste für Sie, Signora Faseta?“
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Hannover: Cosmina Faseta kocht im Restaurant Sapori Italiani

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08:12 27.10.2021
Kocht die Küche ihrer Heimat: Cosmina Faseta vom „Sapori Italiani“ setzt auf kalabresische Spezialitäten.
Kocht die Küche ihrer Heimat: Cosmina Faseta vom „Sapori Italiani“ setzt auf kalabresische Spezialitäten. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Mit ihrem Mann und ihren Söhnen zusammen sein zu können, ist für Cosmina Faseta vom Familienunternehmen „Sapori Italiani“ das Schönste an ihrem Beruf. Aber die Köchin liebt es auch, sich mit ihren Gästen auszutauschen.

Welche Spezialitäten gibt es im „Sapori Italiani“?

Ich komme aus Satriano aus Kalabrien und koche für meine Gäste die typische kalabresische Küche, wie ich sie von meiner Mama und Großmutter kenne – viel Fisch, Wild und Kaninchen.

Auf der Karte findet man auch eine weiße Pizza. Was verbirgt sich dahinter?

Das war eine Idee von meinem Sohn. Er ist gelernter Koch und kocht mit mir im Restaurant. Er wollte etwas anbieten, das es nicht überall gibt. Die Bianca Calabrese kommt ohne Tomatensauce aus und ist lecker mit Käse, Salsiccia aus Kalabrien, Kartoffeln und Rosmarin belegt. Es gibt die Pizza auch mit vier Käsesorten, die ist auch sehr gefragt.

An der Hildesheimer Straße 246: das Familienrestaurant „Sapori Italiani“. Quelle: Nancy Heusel

Was ist Ihr Lieblingsgericht der Kindheit?

Spaghetti Calabrese. Da bekomme ich Gänsehaut. Das hat meine Mutter immer für mich gekocht. Das ist eine typische Spaghetti Aglio e olio, aber mit Sardellen. Man nimmt also Knoblauch, Olivenöl, Sardellen, und Parmesan. Zum Schluss kommt selbst gemachtes Paniermehl dazu, außerdem Petersilie, Pfeffer und Salz. Köstlich. Das Gericht haben wir auch auf der Karte.

Wie ist Ihre Leidenschaft fürs Kochen entstanden?

Ich habe schon als kleines Kind mit meiner Mutter und meiner Oma gekocht und mit neun Jahren meine eigene Tomatensauce zubereitet. Nach der Schule war ich in einem Nonnenkloster und habe dort Nähen, Häkeln und Sticken gelernt. Erst später habe ich mich meiner Leidenschaft, der Gastronomie und dem Kochen, gewidmet.

Bei Ihnen arbeitet die ganze Familie mit, oder?

Ja, wir sind ein Familienbetrieb. Mein großer Sohn kocht mit mir in der Küche und der Mittlere und der Jüngste arbeiten mit meinem Mann Pino im Service. Wir haben auch eine Tochter, die ist eigentlich auch immer hier (lacht).

Cosmina Faseta

*27. September 1971 in Satriano, Kalabrien. Nach der Schule besucht Faseta zunächst ein Kloster und lernt dort Nähen, Häkeln und Sticken. Das Kochen ist seit ihrer Kindheit ihre Leidenschaft. Im Alter von 20 Jahren kommt sie nach Hannover, lernt ihren späteren Ehemann Pino kennen, der schon immer ein eigenes Restaurant haben wollte. Das Paar hat drei Söhne und eine Tochter. Alle Söhne arbeiten ebenfalls in dem Familienrestaurant „Sapori Italiani“ (Hildesheimer Straße 246, Telefon 0511/89911124, geöffnet Dienstag bis Freitag zwölf bis 22 Uhr, Sonnabend und Sonntag 17.30 bis 22 Uhr, Montag Ruhetag). https://saporiitaliani-hannover.de/

Neulich haben Sie einen italienischen Abend mit zwei Live-Sängern veranstaltet. Sie selbst haben sogar den Volkstanz Tarantella getanzt. Gibt es so etwas öfter im „Sapori Italiani“?

Vor Corona haben wir das jeden ersten Sonnabend im Monat gemacht, und es wurde super angenommen. Am vergangenen Sonnabend war auch jeder Platz reserviert. Ziel ist es, so etwas wieder einmal im Monat anzubieten.

Gibt es etwas, was Sie immer aus Kalabrien mitbringen, wenn Sie dort im Urlaub waren?

Oregano, Lorbeerblätter und Peperoncini bringen wir immer mit. Und eine fantastische italienische, scharfe Streichsalami. Nduja heißt sie.

Typisch italienisch: ein Reservierungsschild in den Nationalfarben. Quelle: Nancy Heusel

Ihre Pizza schmeckt sehr besonders. Was ist das Geheimnis daran?

(Cosminas Sohn antwortet aus der Küche) Wir setzen einen Vorteig über mehrere Tage an, ein bisschen wie bei einem Sauerteig. Und wir benutzten die originalen Produkte. Richtigen Mozzarella und italienische Produkte für den Teig.

Was machen Sie in der Freizeit, um sich zu entspannen und auszuruhen?

Putzen (lacht). Und Zeit mit meiner Tochter verbringen.

Haben Sie Zeit, auch mal woanders essen zu gehen?

Mein Mann und ich gehen jeden Montag essen, dann haben wir Ruhetag. Wir probieren gern Neues aus. Im Sushi-Restaurant „Kouro“ an der Theaterstraße fanden wir es sehr lecker. Ich gehe auch sehr gern chinesisch essen. Aber ich kann das auch selbst kochen.

Saisonal: Im Augenblick werden in dem Lokal frische Muscheln angeboten. Quelle: Nancy Heusel

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit am meisten?

Dass ich mit meiner Familie zusammen sein kann. Und mir ist es wichtig, dass meine Gäste begeistert sind, wenn sie unser Restaurant verlassen. Wenn es zeitlich möglich ist, bringe ich die Teller immer selbst an den Tisch, um unsere Gäste zu begrüßen. Oder ich frage anschließend, wie es ihnen geschmeckt hat. Feedback zu bekommen, ist mir wichtig.

In Lockdown-Zeiten war das kaum möglich. Wie erinnern Sie sich an diese Zeit?

Ich habe mich immer geärgert. Die Speisen, die ich mit Liebe in der Küche zubereitet habe, in so einer Pappschachtel zu verstauen, war für mich das Schlimmste. Ich liebe es, Teller hübsch anzurichten und zu dekorieren. Und so soll das Essen dann auch frisch und heiß an den Tisch gehen.

Von Luisa Verfürth