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Leben in Hannover Hackerangriff auf Scorpions-Drummer
Hannover Leben in Hannover Hackerangriff auf Scorpions-Drummer
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15:17 22.02.2013
Von Zoran Pantic
Ist richtig sauer: Scorpions-Drummer James Kottak. Betrüger knackten sein E-Mail-Konto.
Ist richtig sauer: Scorpions-Drummer James Kottak. Betrüger knackten sein E-Mail-Konto. Quelle: dpa
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Manila/Hannover

Ein Rockstar in Not! Ein Rockstar braucht Hilfe! So las sich das, was unter dem Absender von James Kottak per E-Mail am Mittwoch bei mehreren Empfängern einging. Der Scorpions-Drummer, der in Los Angeles lebt, schilderte darin, dass er während seines Urlaubs auf den Philippinen in eine schwierige Lage gekommen sei. Tatsächlich haben Betrüger aber wohl sein E-Mail-Konto gehackt.

In der Mail stand, dass man ihn und seine Familie ausgeraubt hätte: „Das ganze Geld, Kreditkarten und die Handys wurden geklaut.“ Nur die Pässe seien ihnen geblieben. Er sei bei der Polizei und der US-Botschaft gewesen, doch dort konnte man nichts für ihn tun. Er bräuchte nun schnell Geld, um das Hotel zu bezahlen und den Flug zu bekommen. „Kannst du uns hier raushelfen?“ steht in der Mail zum Schluss. Und: „Danke. James Kottak, Rock & Roll forever!“

Auch bei VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Stöcken ist diese Mail angekommen. Die Autobauer haben bei verschiedenen Projekten mit der Band zusammengearbeitet – man kennt sich also. VWN-Sprecherin Silke Schumacher: „Wir waren natürlich besorgt, hatten überlegt, dass wir unser Reisebüro einschalten. Nach Rücksprache mit dem Band-Management nahmen wir davon Abstand. Weil klar wurde, dass es eine Fälschung sein musste.“

Rudolf Schenker, Gitarrist und Gründer der Hannover-Band,  kam die Mail gleich seltsam vor: „James schreibt nicht in diesem Stil, er würde das viel persönlicher machen.“ Tatsächlich räumt er aber ein, dass die Hacker clever agiert hätten: „Als sie die Mail verschickten, war es Nacht in L. A. – also konnten wir James nicht erreichen und ihn nicht fragen.“ Auch seine Grußformel hätten sie sich offenbar aus seinen Mails abgeschaut: „Das schreibt er überall drunter, insofern haben sie sich gut vorbereitet – aber eben nicht gut genug.“ Kottak selbst ist geschockt, dass sein E-Mail-Konto so einfach geknackt werden konnte. Hier stünden auch die Kontakte von Prominenten drin. Er fragt sich jetzt: „Wer weiß, in wessen Hände meine kostbaren Daten geraten sind?“