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Leben in Hannover Gaviria spieltl die Hauptrolle in "Los Veganeros 2"
Hannover Leben in Hannover Gaviria spieltl die Hauptrolle in "Los Veganeros 2"
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13:14 05.01.2017
Von Mirjana Cvjetkovic
WIEDER IN HANNOVER: Mit der NP traf sich Jelly Gaviria im „Espada“ an der Theaterstraße – hier hat er früher auch Drinks gemixt.
WIEDER IN HANNOVER: Mit der NP traf sich Jelly Gaviria im „Espada“ an der Theaterstraße – hier hat er früher auch Drinks gemixt. Quelle: Behrens
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Das Leben geht manchmal seltsame Wege: Jelly Gaviria (44) ist zu seinem jetzigen Beruf, der Schauspielerei, ziemlich unverhofft gelangt. „Eigentlich wollte ich nur Fotos am Set machen“, erinnert er an sein Interesse am Kinofilm „Los Veganeros 2“. Deshalb hatte Gaviria Regisseur Lars Oppermann (44) angerufen, als Fotograf sind ihm nämlich Menschen die liebsten Motive, und bei Dreharbeiten könnten ihm ja so einige vor die Linse kommen. „Nee, komm mal lieber zum Casting für die Hauptrolle“, hatte ihm Oppermann gesagt. „Hab keine Zeit für so was“, gab wiederum der 44-Jährige zurück, zu sehr war er mit anderen Dingen beschäftigt gewesen.

Doch der Filmemacher ließ nicht locker und bat seinen Bekannten, ein Video zu schicken. Zwei gewünschte Szenen aus dem Drehbuch lieferte Gaviria ab, „und für Lars war dann klar: Das ist Harry!“ So kam der Mann mit dem hipstermäßigen Rauschebart und dem beeindruckenden Bass in der Stimme also zu seiner ersten Rolle: „Und dann gleich für einen Kinofilm.“

Doch es gab noch eine Weichenstellung in Gavirias Lebensweg: „Ich will nie wieder etwas anderes machen“, stellte er bei den Dreharbeiten fest. Und so wie es aussieht, muss der 44-Jährige das auch nicht: Für 2017 hat er diverse Rollen im Sack, er drehte bereits „SoKo Leipzig“ für das ZDF, eine achtteilige Serie für die ARD liegt noch an. „Außerdem spiele ich bei eine internationalen Produktion mit“, verkündet er. „Eneme“ soll der Streifen heißen, in dem Gaviria an der Seite von Thure Riefenstein (51, „Liberace“) und Dennis Mojen (23, „Tatort“) in Frankfurt, Hamburg und eventuell Russland vor der Kamera steht. Es läuft bei ihm, könnte man sagen.

Wenn er von seinen En-gagements erzählt, tut Gaviria das mit einer bezeichnenden Leichtigkeit. Warum das so ist, weiß er genau: „Ich habe halt nicht in 20 Jahren an 5000 Castings teilgenommen und wurde oft abgewiesen.“ Glückliche Fügungen eben. Dass es auch anders laufen kann, hat er in seinem Leben das eine oder andere Mal erfahren: „Eigentlich bin ich in allen Jobs angeeckt, weil ich eine große Schnauze habe, immer laut bin, was für andere nervig und anstrengend ist.“ Fazit: Oft ist er negativ aufgefallen - „aber am Filmset das erste Mal rein positiv“.

Die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens verbrachte er übrigens in Bars - hinter dem Tresen. So wie einige Jahre im „Espada“ an der Theaterstraße, wo er sich mit der NP auch zum Gespräch getroffen hat. „Das war eine echt wilde Zeit“, erinnert sich der Cocktailmixer von einst, der auch im „Oscar’s“, dem „Bolero“ und im „Pupasch“ in der Altstadt Gästen Getränke aufgetischt hat. Zehn Jahre hat er viel gefeiert: „In der Baggi, dem Zaza und im Zino. so zwischen 20 und 30, so wie alle anderen auch.“ Er lacht: „Wenn ich an die Zeit denke, rauscht es irgendwie nur noch.“

Nach Abstechern nach München und Berlin („Da hat mich meine damalige Freundin einfach auf dem Ku’damm stehenlassen und verlassen“) verschlug es ihn nach Bremen, in der Nähe wohnt er nun seit 16 Jahren. „Und zwar megaspießig mit zwei Katzen, Haus, Garten und Rehen hinterm Zaun“, berichtet der Neu-Schauspieler über sein Domizil in Weyhe. Seine Frau Illka (44) unterstützt ihn bei all seinen Vorhaben: „Sie feiert das total und zieht das voll mit durch.“ Auf den roten Teppichen, Premieren und Galas ist der Hannoveraner aber meist ohne sie unterwegs: „Ich bin ja schon immer die Begleitung von jemandem“, erklärt er und lacht. Und: „Sex, Geld und Rock ’n’ Roll interessieren mich einen Scheiß. Ich will spielen!“

Zu seinen besten Freunden gehört übrigens Eva Habermann (40), „wir telefonieren jeden Tag“. Mit ihr hat er für „Los Veganeros 2“ gedreht, das im März Premiere hat. Auch inhaltlich hat der Film was mit ihm gemacht, Gaviria verzichtet fast ganz auf Fleisch und auf die meisten tierischen Produkte: „Früher gab es zum Mittag ein Steak mit einem kleinen Salat als Beilage.“ Neue Zeiten!

NPVISITENKARTE

Geboren am 21. Oktober 1972 in Hannover. Er wächst in der Südstadt auf. Seine Eltern trennen sich, als er 13 Jahre alt ist. Nach der achten Klasse macht er eine Ausbildung zum Koch und geht mit 19 Jahren nach England, um Barmixer zu werden: „Den Beruf gab es bei uns nicht.“ 13 Monate verbringt er auf der Insel. Sein Geld verdient er als Fotograf, ehe er durch Zufall mit dem Schauspielerberuf in Kontakt kommt. Mittlerweile hat er eine Agentur, außerdem modelt er. Er spielt Klavier, Gitarre und Schlagzeug und hatte mit „Seven Days Blind“ eine eigene Band. „Los?Veganeros“-Regisseur Lars Oppermann hat das Bandalbum produziert, daher kennt er den Filmemacher. www.jellygaviria.de