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Leben in Hannover „Das Martinos ist eher wie ein Szene-Treff“
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Gastro-Typen in Hannover: Matthias Ebert mit seiner Bar Martinos

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06:06 29.09.2021
Wirt der Woche: Matthias Ebert im Martinos.
Wirt der Woche: Matthias Ebert im Martinos. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Im Moment ist in der Bar Martinos alles auf Oktoberfest geschmückt. Auch Fasching, Halloween und Weihnachten dekoriert Besitzer Matthias Ebert (54) seine Bar gern neu. Im Sommer gab es selbst gemachte Erdbeerbowle. Im Winter können sich die Gäste auf homemade weißen Glühwein freuen, mit Zimt, echter Vanille, Mandarinenstückchen und Orangensaft. Die Gäste honorieren es. Oft mit langen Nächten bis in die Morgenstunden.

Hier sieht es gerade mächtig nach Oktoberfest aus. Wird im Moment ein bisschen Wiesn gefeiert in der Bar Martinos?

Ja, wir haben im Moment alles in dem Stil geschmückt und bis zum 2. Oktober gibt es bei uns neben dem regulären Angebot auch Paulaner Oktoberfest- Bier, Brezel und Weißwürstchen. Das wird auch sehr gut angenommen.

Seit wann gibt es das „Martinos“?

Seit 25 Jahren. Ich habe am 1.Juni 1996 hier angefangen. Erst hieß es „Belvedere“. Aber ein paar Jahre später ist Silvester mal eine Rakete im Eingang hochgegangen und hat die ganze hochwertige Neon-Reklame zerstört. Damals hatte sich aber auch mein Geschmack geändert und so wurde aus einem eher royalistisch eingerichteten Bar „Belvedere“ die Bar „Martinos“, benannt nach meinem damaligen Freund.

Über Ihrem Fenster sieht man eine dezente Reklame von Sion Kölsch. Führen Sie überhaupt kein hannoversches Bier?

Nein. Ich führe Radeberger, Jever und Sion Kölsch vom Fass. Das wird sehr gern getrunken. Schöffelhofer, Budweiser, Estrella und Krusovice habe ich aus der Flasche. Letzteres ist ein dunkles, cremiges, malziges Bier, das trinken Frauen sehr gern.

Momentan ist im Martinos Oktoberfestwoche. Marco Schöpf schenkt ein. Quelle: Nancy Heusel

Was bieten Sie sonst Ihren Gästen im Martinos an?

Zu Essen gibt es Kleinigkeiten wie Pizza, Flammkuchen oder eben auch leckere belegte Brötchen, weil der Laden auch italienisch angehaucht ist. Ich mag das Mediterrane sehr gern. Auch die mediterrane Lebensart und das Aufgeschlossene. Das Martinos ist für Jedermann da.

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Fünf Lebensmittel die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden?

Ich bin leider Diabetiker. Aber trotzdem auch eine große Naschkatze, dementsprechend darf die Cola Zero nicht fehlen. Niederegger Marzipan und Funny Chipsfrisch sind auch mein Laster. Aber ich koche auch sehr gern italienisch. Und Bombay Gin Tonic muss auch dabei sein. Und wenn dann noch nette Menschen um mich herum sind bin ich wunschlos glücklich.

Matthias Ebert

Geboren am 7.Juni 1967 in Hannover. Ebert macht eine Ausbildung an der BBS 2 in Hannover. Erst schlägt er die Kochlaufbahn ein und entscheidet sich später jedoch um für den Service und die Hotelfachausbildung, weil ihm das Parkett und die Bühne vorne mehr liegen. Er lernt im Ratskeller Koch und später im Hotel Körner das Hotelfach. Jahre darauf arbeitet er in der Gastwirtschaft Wiechmann sowie im Maritim Hotel. Es folgen das Holiday Inn Garden Court, das Hotel Plaza am Bahnhof. Nach einer kurzen Zeit der Arbeitslosigkeit entschließt sich Ebert 1996, sich selbstständig zu machen. Im Moment ist in seiner Bar Martinos (Gretchenstraße 16, Tel. 0511/388 33 01) alles auf Oktoberfest geschmückt. Auch Fasching, Halloween und Weihnachten dekoriert er seine Bar gern neu.

 

Würden Sie sagen Sie sind so eine richtige Oststadt-Kneipe?

Nein, die Leute kommen schon auch gezielt hierher. Es ist mehr wie ein Szene-Treff. Ich habe am Wochenende meist auch länger auf und dann treffen sich bei mir gern auch noch andere Gastronomen. Meine Gäste kommen aus der Oststadt und der List, aber zum Teil auch von außerhalb.

Wo gehen Sie selbst gern aus, wenn Sie mal nicht hier sind oder frei haben?

Ich gehe sehr gern zu meinen Kollegen hier in der Ecke. Zu Tanja Öncan von der Grotte zum Beispiel, die ist auch schon länger da. Das ist ein super nachbarschaftliches Verhältnis und auch mit dem Spektakel und Daniel Siebert verhält es sich so. Gerade über Corona haben wir uns auch viel ausgetauscht und geholfen. Mit Bernd Rodewald vom Shakespeare treffe ich mich gern zum essen und austauschen. Das ist wichtig in unserer Branche, damit man nicht stehen bleibt.

Welche Eigenschaft muss ein Gastronom auf jeden Fall mitbringen?

Eine positive Einstellung. Er muss kommunizieren können und ein gepflegtes Auftreten haben. Auch eine gewisse Offenheit für verschiedene Menschen. Hier bei mir treffen ja immer auch ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander. Egal ob von politischer oder religiöser Seite, aber auch von ihrer Sexualität. Und auf dem kleinen Raum bei mir habe ich zum Glück eine Ruhe entwickelt, damit ich diese Charaktere vernetzen kann. Früher war ich sehr schüchtern, durch die Gastronomie habe ich gelernt auf Menschen zu zu gehen. Freundlichkeit und ein Lächeln ist das A und O und für mich Prämisse, damit sich die Gäste wohl fühlen und wissen, dass man auch ein Ohr für sie hat. Wenn man eine Bar hat, ist man irgendwo auch ein guter Psychologe. Ich gucke die Leute an und weiß, was sie möchten: Ruhe oder Unterhaltung.

Von Luisa Verfürth