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Leben in Hannover Filmfreak Jansen: „Ich möchte hier nicht weg“
Hannover Leben in Hannover Filmfreak Jansen: „Ich möchte hier nicht weg“
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22:09 20.03.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
UND BITTE! Das wird Motte Jansen am Mittwoch wieder sagen, wenn erdie fünf Filme, die es ins Finaleseines Kurzfilmwettbewerbs geschafft haben, ansagt.
UND BITTE! Das wird Motte Jansen am Mittwoch wieder sagen, wenn er die fünf Filme, die es ins Finale seines Kurzfilmwettbewerbs geschafft haben, ansagt. Quelle: Petrow
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Hannover.

Er erinnert sich noch genau, was in Kindertagen die schlimmste Strafe war: „Fernsehverbot!“ Wenn das einer Motte Jansen (36, mittlerweile besteht er auf seinen richtigen Vornamen Matthias) sagt, ist das irgendwie lustig. Der Typ mit der ansteckenden Lache ist nämlich Regisseur und Schauspieler!

Bis zu seinem 18. Lebensjahr war es aber etwas ganz Anderes, was er emsig verfolgte: Volleyballspielen. „Ich war richtiger Leistungssportler“, erzählt Jansen im Café Mezzo von seiner Zeit als „Steller“, er schaffte es sogar in den Landeskader. Dann das Schlüsselerlebnis: Im Weltspiele-Kino (für die Jüngeren: gab es mal an der Georgstraße gegenüber von Karstadt) guckte er „Pulp Fiction“. Da war für ihn klar: „Das interessiert mich, so was will ich auch erzählen.“ Seinen ersten Film, „Helden des Alltags“, machte er mit 18, „der lief im ‚Offenen Kanal‘ rauf und runter.“

2003 schreibt er sich an der Fachhochschule in die Filmklasse ein. Hannoveranerin Franziska Stünkel (40) ist zwei Jahrgänge über ihm. Nachdem die endgültige Filmförderung für seinen ersten richtigen Debütfilm scheiterte, fiel Jansen „in ein tiefes Loch“. Zwei Jahre hatte er bereits an dem Stoff gearbeitet, dann war alles für die Katz. Mit Imagefilmen begann er, sein Geld zu verdienen, machte ein Regie-Volontariat bei der ARD-Soap „Marienhof“, arbeitete im Team rund um den „Trödeltrupp“ bei RTL II, absolviert einen Lehrgang in Berlin als Produktionsleiter und Produzent.

„Ich mag Hannover, möchte hier nicht weg“, bemerkte er bei seiner Rückkehr, „vom Freundeskreis und dem Netzwerk ganz abgesehen“. Er gründet seine Firma Gorilla Medien im Zooviertel und weckt das Kurzfilm-Festival „Und bitte ...“! aus seinem jahrelangem Dornröschenschlaf. Und obwohl das Projekt nicht gefördert wird, hat es sich zu einer Perle entwickelt - bundesweite Beiträge werden hier eingereicht. Nächsten Mittwoch ist Finale, fünf Filme sind im Rennen. Unter anderem „Dva“ von Hannoveraner Mickey Nedimovic (38) - nur knapp verpasste er eine Nominierung für den Kurzfilm-Oscar! In der Jury sitzen unter anderem Filmemacherin Stünkel, ihr Kollege Dennis Gansel (40) und Schauspieler Tobias Schenke (32, „Knallharte Jungs“).

Auch Jansen brütet derzeit über einem Kurzfilm, ein Langfilm ist in Planung, „ohne Fördermittel wird das aber nichts.“ Bei Youtube (Stichwort: Matthias Motte Jansen) baut er gerade ein „bewegtes Lehrbuch“ für junge Filmemacher auf, gibt etwa Tipps für Drehbuchseiten. Also nicht wundern, wenn man ihn mit Go-Pro-Videokamera rumlaufen und mit sich selbst sprechen sieht. Oder lachen.

> „Und bitte ...!“, 26. März, Kino am Raschplatz. Einlass: 19 Uhr. Eintritt: acht Euro. Danach Party im Monkeys!