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Leben in Hannover Ferrys Zeitreise durch die Palo-Jahre
Hannover Leben in Hannover Ferrys Zeitreise durch die Palo-Jahre
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21:23 13.09.2012
Von Andrea Tratner
SZENE-URGESTEIN: Ferry Ghods 
hat den Soundtrack seines 
Palo-Palo-Lebens auf Platte 
verewigt.
SZENE-URGESTEIN: Ferry Ghods hat den Soundtrack seines Palo-Palo-Lebens auf Platte verewigt.
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Hannover

1995 hatte er nach einer langen Nacht in seinem Raschplatz-Klub Palo-Palo Gaststar Roy Ayers ins Peppermint-Studio (damals noch am Weidendamm) geschleppt - „das war die erste Single“. Freitag bringt Hannovers Szene-Urgestein und Vorzeige-Funker sein erstes Album heraus: „Ferry Ultra And the Homeless Funkers“.

„Ich wollte das auf dem Album haben, was ich selber gerne höre und auflege.“ Herausgekommen sei eine „Ü-60-Platte“, scherzt der Klubbesitzer. Neben Ayers sind auch Gwen McCrae und Ann Sexton zu hören, Melva Houston und Karl Denson - alle sind im Palo aufgetreten. „Mit diesen Stimmen ist es wie mit altem Wein - je älter sie werden, desto reifer sind sie“, findet Ghods. Die Vocals der zwölf Stücke seien weitgehend original geblieben, aber die Sounds habe er neu abgemischt. „Dangerous Vibes“ von Roy Ayers zum Beispiel gebe es jetzt in einer chilligen Soul-Brasil-Version. „Da steckt viel Arbeit drin. Aber noch viel mehr Herzblut“, erzählt er.

Arbeit, die sich gelohnt hat. In England ist die Platte schon seit gut einem Monat auf dem Markt. Und hält sich seit drei Wochen auf Platz sechs der Soul-Charts. Das ist Ghods gar nicht so wichtig, für ihn zählen positive Kritiken und die Resonanz der Fans. „Soul ist ein wichtiges Thema für den englischen Markt. Ich fühle mich geehrt, dass die Platte dort so gut ankommt.“ Und in Deutschland? „Freue ich mich über jeden Einzelnen, dem das Album gefällt.

Das dürfte vor allem das Publikum im neuem Klub „Monkey’s“ von Ghods und seinem Partner Kasi Hashemi (47) sein, in dem die Palo-Gänger der ersten Stunde eine neue (alte) Heimat gefunden haben. „Der Laden ist eine Herzensangelegenheit. Wir wollten, dass diese Musik wieder eine Plattform hat.“ Am 2. Oktober gibts eine Party zum Album-Release.

Guter Anlass für Ghods, in Ultra-Erinnerungen zu schwelgen. „Für Gwen McCrae hatte ich das Studio damals einen ganzen Tag gebucht“, erzählt er. „Aber nach 20 Minuten war das Ding im Kasten. Wir sind dann was trinken gegangen ...“ Wie gehts weiter? Auf dem Album fehlen ihm Punk-, Rock- und Indie-Sounds, Ghods durchforstet bereits seine Archive für eine zweite Platte. Er muss lachen: „Das dauert hoffentlich nicht wieder 20 Jahre.“