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Leben in Hannover Felix Stach fliegt in den Weltraum
Hannover Leben in Hannover Felix Stach fliegt in den Weltraum
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12:08 20.12.2013
Von Andrea Tratner
GUTEN FLUG: Radio-21-Praktikant Felix Stachhebt 2015 ab und fleigt ins Weltall.
GUTEN FLUG: Radio-21-Praktikant Felix Stachhebt 2015 ab und fleigt ins Weltall. Quelle: Wilde
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Nur 58 Sekunden nach dem Start von der Karibikinsel Curaçao wird Felix Stach (24) mit dem Shuttle „Lynx Mark II“ die Schallmauer durchbrechen. Nach 180 Sekunden ist er mit dreifacher Schallgeschwindigkeit unterwegs. In 60 Kilometer Höhe über dem Erdboden beginnt der Parabelflug - es folgen sechs Minuten Schwerelosigkeit. Aus 103 Kilometern wird der Gehrdener aus dem Cockpit die Wölbung der Erde sehen. Er ist sicher: „Diesen Anblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“

Einmal Weltraum und zurück: Der Ausflug wird kurz ausfallen. „In einer Stunde ist alles vorbei. Wir kratzen knapp über der Grenze zum Weltraum“, sagt er ganz nüchtern. Aufgeregt wirkt der Student der Medienwirtschaft an der TU Ilmenau eigentlich nicht. „Es geht ja auch erst 2015 los“, sagt er mit einem jungenhaften Lachen. Zunächst interessieren ihn wieder die Zahlen von Radio 21 in Garbsen - dort macht er gerade ein Praktikum im Finanzbereich.

Auf sein gerahmtes „Future Astronaut“-Zertifikat ist Stach stolz. Zu verdanken hat er es dem Deo-Roller-Hersteller Axe - Anfang des Jahres hatte er einen Zettel für ein Gewinnspiel ausgefüllt. Es gab einen Platz im Space Camp zu gewinnen - mit der Chance auf den Shuttle-Flug. „Welcher Junge träumt nicht von so etwas?“, fragt der 24-Jährige. Auf ihn trifft es aber ganz besonders zu.

Stach ist in Leveste aufgewachsen, er nahm als Jugendlicher Segelflugstunden, nach dem Abitur wollte er Jet-Pilot bei der Bundeswehr werden: „Aber die haben mich wegen meines Rückens ausgemustert.“ Er zuckt voller Bedauern mit den Schultern: „Fliegen war schon immer mein Ding.“

Dabei hätte er die große Chance fast verpasst. Drei Gewinnbe- nachrichtigungsmails ignorierte er: „Ich hielt das für Werbung.“ Erst ein Anruf brachte ihn auf Spur, Anfang Dezember reiste er zur Prüfung im Space Camp in Florida, bei der er vier Mitkonkurrenten ausstach. In der Astronauten-Zentrifuge wurde er mit der Wucht von 3,6 G in den Sitz gepresst („War ganz angenehm, wie auf dem Schützenfest“). Er meisterte ein Flugmanöver mit Schwerelosigkeit, einen Hindernis-Parcours („Ich konnte Stunden danach kaum noch laufen“), einen schriftlichen Test („Ein bisschen Raumfahrt, ein bisschen Physik“). Dann schüttelte ihm Weltraum-Legende Buzz Aldrin (83, der zweite Mann auf dem Mond) als Gewinner die Hand.

Hat er Angst vor dem All-Abenteuer? Stach muss lachen: „Dazu habe ich bei einer Stunde Flug wahrscheinlich gar keine Zeit. Da kann man nicht nachdenken.“ Seine Freundin Christina (23) habe ihn schon gebeten: „Komm heil wieder runter.“ Wir schließen uns an!

Mirjana Cvjetkovic 19.12.2013