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Leben in Hannover Ernst August Junior greift ein
Hannover Leben in Hannover Ernst August Junior greift ein
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06:15 04.08.2012
Erbprinz Ernst August (29) will mehr Verantwortung für den Familienbesitz der Welfen übernehmen.
Erbprinz Ernst August (29) will mehr Verantwortung für den Familienbesitz der Welfen übernehmen. Quelle: Dröse
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Pattensen

Genau wie in Hannover, wo er zuletzt bei der „Queen’s Birthday Reception“ bei der Nord/LB vorbeischaute und sogar beim Schützenausmarsch mitmarschierte.

Bereits 2004 hatte sein Vater, Ernst August Prinz von Hannover, seinem in London als Investmentbanker tätigen Sohn das Schloss übertragen. Nun soll der Welfenprinz, der gerade am 19. Juli seinen 29. Geburtstag feierte, angeblich sogar sein eigenes Büro dort beziehen. Denn er habe entschieden, künftig stärker selbst die Verwaltung des Familienunternehmens unter seine Fittiche zu nehmen.

Bislang hatte dies Schlossverwalter Mauritz von Reden getan. Als Generalbevollmächtigter des Hauses Hannover hatte er sich seit 2003 nicht nur um das Vermögen der Familie und ihren land- und forstwirtschaftlichen Besitz in Deutschland und Österreich gekümmert. Er war auch Geschäftsführer der „EAC GmbH“, die für die touristische Neuausrichtung und Vermarktung des Schlosses zuständig ist.

Doch damit ist ab heute Schluss: Von Reden hat Ende Juli seinen Posten auf Schloss Marienburg verlassen und widmet sich einer „neuen beruflichen Herausforderung“, wie es seitens der EAC hieß. Für die NP war er gestern nicht zu erreichen. Auf dem Schloss herrschte gestern  ferienüblicher Touristenbetrieb,  kein Prinz war zu sehen.

Alle Bereiche, um die sich der Schlossverwalter bislang gekümmert hatte, werde der Erbprinz nun nicht übernehmen, so Stefanie Hentschel von der EAC: „Wir sind noch in der Findungsphase, suchen nach internen und externen Lösungen für die Organisationsstruktur“, sagte sie. Über den genauen Zeitplan dieser Phase könne sie keine Auskunft geben, jedoch sei die Entscheidung des Prinzen nicht plötzlich gefallen: „Es war geplant“, so Hentschel. Von Reden und er hätten über den Wechsel „im Einvernehmen“ entschieden.

In Pattensen hörte man gestern anderes. Hier gibt es Gerüchte, der Personalwechsel habe mit Unstimmigkeiten zwischen den beiden in der Geschäftsführung zu tun – was Hentschel dementiert.

Man wundert sich über den plötzlichen Rücktritt des Verwalters: „Ich bin erstaunt, dass ein Mann, der hier so viel in Bewegung gesetzt hat, einfach seinen Posten wechselt“, sagt etwa Susanne Huch, die die NP am örtlichen Supermarkt trifft. „Für mich wirkt es ein wenig, als sei er gegangen worden.“ Auch eine andere Passantin glaubt nicht an das Einvernehmen: „Das kommt alles so plötzlich“, findet sie.

Ein weiterer Pattenser sieht die Sache ganz emotionslos: „Ob der Prinz jetzt aufs Schloss kommt? Mir ist das so was von egal!“