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Leben in Hannover Er will im Rollstuhl nach Gibraltar
Hannover Leben in Hannover Er will im Rollstuhl nach Gibraltar
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22:00 07.07.2013
LANGER WEG: Maurice Eschen will mit dem Rollstuhl 3500 Kilometer bis nach Gibraltar fahren.
LANGER WEG: Maurice Eschen will mit dem Rollstuhl 3500 Kilometer bis nach Gibraltar fahren. Quelle: Petrow
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Hannover

Sein Plan: Auf Radwegen nach Süden, immer weiter nach Süden - bis er am Ende von Europa angekommen ist! Gerade mal zehn Wochen hat Maurice Eschen für die 3500 Kilometer von Hannover nach Gibraltar geplant. Doch Naivität kann man ihm nicht nachsagen, er ist sich des Abenteuers bewusst. „Das Vorhaben ist schon sehr gewagt“, gibt er zu, „die Pyrenäen zu überwinden, das wird die größte Hürde.“ Ein Kamerateam und sein bester Freund begleiten den Studenten auf seiner Reise. Sie fahren in einem Wohnmobil, in dem Maurice auch nachts schläft. An der Ausrüstung sollte das Projekt nicht scheitern: Drei Rollstühle, inklusive Ersatzteilen, gehören zum Equipment.

Seine Motivation: Zwei bis drei Stunden möchte Maurice auf seiner Tour am Stück fahren, bevor es eine Pause gibt. Einen Tag aussetzen? Nicht geplant. Dafür braucht man Kraft, Kondition - und Motivation. Der angehende Journalist macht aus seinem Schicksal eine Tugend: Seit seiner frühen Kindheit ist er auf den Rollstuhl angewiesen, als ein Handicap hat er das nie gesehen. „Ich habe all das mitgemacht, was meine Freunde so gemacht haben“, erzählt der 24-Jährige. Basketball spielen, tanzen, Bungee springen, „wenn ein Hindernis im Weg war, dann haben wir halt einen Weg gefunden.“ Nun also Gibraltar. Eschen möchte sich mit der Reise selbst etwas beweisen - und andere Rollstuhlfahrer antreiben: „Ich möchte zeigen, was im Rollstuhl alles möglich ist.“ Freunde und Familie, auch eine Freundin hat er. Sie sitzt ebenfalls im Rollstuhl.

Dabei ist die Tour nach Südspanien noch nicht mal erste Wahl: Mit neun Jahren hing in seinem Zimmer ein Poster von Key West, der Südostspitze Floridas und der USA. Eschen packte schon damals das Fernweh. „Gibraltar ist also eigentlich nur ein Ersatz“, sagt er und lacht.

Sein Training: Ohne Übung geht es nicht. Richtig intensiv trainiert Eschen seit ungefähr vier Monaten. 40 bis 50 Kilometer legt er am Tag zurück, manchmal auch mehr. Dafür sucht er sich immer wieder andere Strecken in und um Hannover aus: Herrenhausen,Südstadt, Garbsen - und natürlich am Maschsee: „Der Arzt hat gesagt, ich bin gut trainiert. Ich bin froh, wenn es losgeht. Dann kann ich mich endlich aufs Fahren konzentrieren.“

Seine Begleiter: Damit Eschen das Abenteuer gelingt, hält ihm sein Begleiterteam den Rücken frei. Dominic Böttcher (24) und Philip Hinken (23) sind angehende Journalisten und studieren an der Hochschule Hannover. Sie wollen in ihrem Abschlussfilmprojekt im Master-Studium über die Reise ihres Kommilitonen berichten. Dass Florian Götting (24), Maurices bester Freund aus seiner Heimatstadt Münster, mitkommt, stand von Anfang an fest. In Spanien wird er für etwa zwei Wochen dazustoßen. Er kümmert sich außerdem um die Pressearbeit und sucht Sponsoren.

Seine Finanzierung: Bis zum Start am Sonnabend müssen sich Eschen und sein Team noch um die restliche Finanzierung kümmern. Auf rund 10000 Euro schätzen sie die Gesamtkosten. Starken Rückhalt bekommt er zwar von Freunden und der Familie, auch einige Firmen unterstützen das Projekt bereits großzügig, doch noch sind nicht alle Kosten gedeckt. „Etwa 2000 Euro fehlen uns noch“, sagt Eschen. Wer spenden will, findet Infos im Internet unter „www.startnext.de/einmanneinestrasseeinziel“.

Sein Dankeschön: Wer 20 Euro für Eschens Lebenstraum spendet, bekommt eine Postkarte von der Tour! Für 100 Euro gibts eine Tour-DVD, ein persönliches Dank-Video und ein Mitbringsel aus Gibraltar. Klingt nach einer guten Investition.

Gute Reise!

Mirjana Cvjetkovic 05.07.2013
Mirjana Cvjetkovic 01.07.2013