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Leben in Hannover Eine Lieblingsbar für Herrenhausen
Hannover Leben in Hannover Eine Lieblingsbar für Herrenhausen
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19:17 09.01.2017
Von Andrea Tratner
NOCH VIEL ZU TUN: Manuel Mauritz kennen Cocktail-Fans aus dem „Lucky 7“am Raschplatz. Er ist jetzt das Gesicht der „Lieblingsbar“am Herrenhäuser Markt.
NOCH VIEL ZU TUN: Manuel Mauritz kennen Cocktail-Fans aus dem „Lucky 7“ am Raschplatz. Er ist jetzt das Gesicht der „Lieblingsbar“ am Herrenhäuser Markt. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Man steigt an der Station Herrenhäuser Markt aus der Bahn und fragt sich sofort: Wo ist der Klotz? Der steingraue Hochbunker prägte 70 Jahre das Herz des Stadtteils, die neue Mitte strahlt Leichtigkeit aus. Wobei das Erdgeschoss des „Forums“ besonders luftig wirkt: Hinter der Glasfassade hängen Kabel aus der Decke, die Wände sind noch nackt. Manuel Mauritz (27) macht das kein Kopfzerbrechen. Der langjährige Barchef des „Lucky 7“ in der Spielbank am Raschplatz eröffnet zusammen mit seinem Noch-Chef und jetzigen Partner Chi Trung Khuu (42) die „Lieblingsbar“. Und zwar Mitte Februar. „Das klappt“, ist er sich sicher.

Nicht nur der Zeitplan ist ambitioniert, auch der Name des 140-Quadratmeter-Lokals legt die Messlatte hoch. Sollten nicht die Gäste entscheiden, ob eine Bar zum Liebling wird? „Der Name kam mit dem Konzept. Das passte einfach“, findet Mauritz, breitet Pläne aus und gerät mitten im Baustellenchaos ins Schwärmen. Eine Lounge-Ecke mit wild gemustertem Orientteppich und Kamin wird es geben, der Boden behält die stumpfe Betonoptik, eine Wand wird mit Filz bespannt, hinter dem verglasten Tresen werden selbstgemachte Dips und Marmeladen auch für den Außer-Haus-Verkauf präsentiert: „Tradition trifft Moderne.“

Mit Wohlfühlfaktor. „Die Leute sollen nicht nur auf ihrem Handy herumdaddeln“, findet der Mann, der für die IHK Barmixer ausbildet und 2013 niedersächsischer Cocktailmeister wurde. Deshalb sind auch Regale mit Büchern und Gesellschaftsspielen eingeplant, deshalb ist der Laden komplett verglast: „Reinschauen, aber auch von drinnen die Menschen beobachten.“ Und da gibt es einiges zu sehen, Herrenhausen macht sich.

„Im ersten Moment habe ich aber gezögert“, gesteht Chi Trung Khuu. Er betreibt am Raschplatz „Lucky 7“ und „Mr. Q.“ und hat den Standort analysiert: „In Herrenhausen steckt viel Potenzial.“ Findet sein Kompagnon auch: „Das wird ein Hotspot“, glaubt Mauritz, der einen Hipsterbart trägt: „Die Nordstadt ist dicht, die Studenten suchen Ausweichquartiere.“

Die Rollenverteilung ist klar: „Manuel ist der kreative Architekt, ich bin der Statiker“, sagt Khuu trocken und spielt auf die schnöde Welt der Zahlen an. Über die Investition mag er trotzdem nichts Konkretes sagen („viel Geld“), er glaubt aber an das Gelingen: „Erfolg braucht ein Gesicht, das ist Manuel.“

Der hat sich auch bei der Speisekarte ausgetobt: Mauritz setzt auf „Brot und Burger“, hat ein Dutzend neuer Drinks erfunden, geht neue Wege bei der Vernetzung von Getränken und Speisen. Das Ergebnis? „Förster-Burger mit Jägermeister-Reduktion“ ist nur ein Beispiel.

30 Sorten Craft-Bier werden ausgeschenkt. Plus die Lokalmatadoren Gilde und Mashsee. „Und natürlich Herri“, sagt Mauritz und zeigt auf das markante Brauereigebäude auf der anderen Straßenseite. Herrenhausen bleibt eben Herrenhausen.