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Leben in Hannover Ein Mann mit Visionen für Limmer
Hannover Leben in Hannover Ein Mann mit Visionen für Limmer
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00:16 22.02.2013
Von Julia Braun
MIT VISIONEN: Dietmar Hagen vor seinem Multi-Veranstaltungszentrum "Schwanenburg".
MIT VISIONEN: Dietmar Hagen vor seinem Multi-Veranstaltungszentrum "Schwanenburg".
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Hannover

„Allein die Fenster sind eine Wucht, ein ehrliches Design und tolle Qualität!“ Wenn Dietmar Hagen (44) schwärmt, dann richtig. Sein neues Projekt gibt ihm reichlich Grund dazu - da bekommen auch Fenster feurige Liebeserklärungen.

Der Österreicher spricht von der Schwanenburg, einem Multi-Veranstaltungs-Projekt in Limmer. Auf dem Stichweh-Areal an der Wunstorfer Straße entstehen derzeit Tagungszentren, Gastronomie, eine Parklandschaft, Partyräume. Rund 1,2 Millionen Euro hat die Immobiliengesellschaft Stichweh-Leinepark in die Megabaustelle gesteckt.Seit vier Jahren ist das Projekt in Planung, seit zwei Jahren wird gebaut, am ersten Märzwochenende ist (interne) Eröffnung. Wer den Mittagstisch ausprobieren will, muss noch ein wenig warten: Das Tageslokal mit Biergarten eröffnet im Sommer.

Hagen ist Geschäftsführer und stolz auf die Schwanenburg, die er mit Investoren, Architekten, Grafikdesignern und Helfern auf die Beine stellt. „Allein die Aufzüge einzubauen! Was für eine Arbeit, mein lieber Schwan!“, sagt er und lacht bei der Anspielung auf den Namen seines Multifunktionshauses. Das historische, längst abgerissene Ausflugslokal Schwanenburg diente als Vorbild, doch das neue Zentrum ist mehr als ein Vergnügungsort. „Wir wollen Limmer gastronomisch und kulturell beleben“, sagt Hagen - mit Konzerten, gesundheitsbewussten Kochworkshops, Menschenrechtsveranstaltungen, Besuchen von Sterneköchen.

Aber auch mit gutem Essen, der Herzensangelegenheit des Gründers von „Essenszeit - der Agentur für gesundes Leben“, die seelenlose Betriebskantinen in einen Ort des Genusses und der Freude verwandelt. Unter seinen Kunden: der Flughafen Hannover, Johnson Control, die Waldorfschule oder MTU.

Seit bald 20 Jahren lebt der Hotelfachmann in Norddeutschland, und ausgerechnet dem Kriminolgen Christian Pfeiffer (68) ist es zu verdanken, dass Hagen von Vorarlberg nach Niedersachsen wechselte. Nachdem er in Gourmetrestaurants von Wien bis New York gekocht hatte, landete Dietmar Hagen mit 23 Jahren als Küchenchef in einem Kurzentrum in Österreich. „Ich dachte damals, Sterneküche kann doch nicht alles sein.“ Pfeiffer war zu Gast, aß sehr gut, fragte nach dem Küchenchef und überredete ihn, nach Deutschland zu kommen. Auf einigen Umwegen - Hagen kochte in einem riesigen Behindertenzentrum in Dortmund, mit Straftätern im Hamelner Jugendgefängnis - kam er schließlich nach Hannover und bekam einen Probejob beim Keks-Multi Bahlsen. „Nach zwei Wochen fragten die mich: ,Was brauchst du, was sollen wir umbauen?’ - und dann gings los.“ Dietmar Hagen gründete seine Agentur „Essenszeit“ und blieb.

Hagen und Hannover: Liebe auf den ersten Blick war es nicht. „Ich brauchte zwei Jahre“, sagt der 44-Jährige. Heute ist Österreich Heimat, Hannover sein Zuhause. „Wir fahren oft nach Österreich, aber meine Jungs verstehen ihre Großeltern so schlecht“, sagt er und lacht. Mit Frau Nelly (46) und den Söhnen Samuel-Fritz (7) und Milan-Karim (5) lebt er in Linden-Süd, spielt mit den kurdischen Kumpels seiner Söhne Fußball, startet mit der Familie auf Ihme und Leine Paddeltouren im Kanu. „Damit kann ich im Sommer auch zur Arbeit fahren“, freut sich der Unternehmer - die Schwanenburg liegt an der Fösse und hat einen Bootsanleger. Und man würde sich nicht wundern, wenn Dietmar Hagen von dem „ehrlichen Design“ schwärmen würde.

Q Wer die Schwanenburg (Zur Schwanenburg 11) kennenlernen möchte: An diesem Freitag beginnt um 20 Uhr ein Konzert für Sopran und Gitarre, „Baudelaire Prisma“. Karten kosten 15, ermäßigt zehn Euro, telefonische Reservierung unter der Telefonnummer 0511/261 89 86.

www.schwanenburg.net