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Leben in Hannover Die stolzen Könige der Luftaufnahmen
Hannover Leben in Hannover Die stolzen Könige der Luftaufnahmen
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22:27 14.01.2015
Von Mirjana Cvjetkovic
Nikolaj Georgiew (rechts) und Martin Rinderknecht sind mit ihrem Digicopter Garanten für imposante Luftaufnahmen.
Nikolaj Georgiew (rechts) und Martin Rinderknecht sind mit ihrem Digicopter Garanten für imposante Luftaufnahmen. Quelle: Behrens
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Der eine findet es „unfucking fassbar“ (Til Schweiger, 51). Der andere meint: „Ich glaube, ihr könntet daraus einen Beruf machen“ (Didi Hallervorden,?79). Beide Schauspieler meinen das Gleiche – die Arbeit von Martin Rinderknecht (42) und Nikolaj Georgiew (48). Die beiden sind die Digicopter-Könige, ihre Luftaufnahmen ein aufregender Augenschmaus.

Und bei Regisseuren rund um den Globus ist das Duo mehr als begehrt, allein im vergangenen Jahr waren die beiden gut 150 Tage nicht zu Hause, sondern an diversen Drehorten unterwegs. „Dass Schweiger uns in seinen neuen Film ‚Honig im Kopf? so oft reingeschnitten hat, war für uns auch eine Überraschung“, erzählt Rinderknecht lachend, als ihn die NP in seiner Agentur „RpunktDesign“ in der List besucht.

Sein Partner Georgiew ist nicht ganz so bescheiden: „Wir sind die Besten! Ich bin seit 25 Jahren ausgebildeter Fotograf und Kameramann, Martin fliegt wie ein Gott. Und jetzt zeig mir mal jemanden, der das auch so macht. Die Kombination ist unschlagbar.“ Wenn der Mann das beim spritzigen Mineralwasser erzählt, kommt das nicht überheblich rüber.

Es sind vielmehr der Erfolg und die Anzahl von Einsätzen und Anfragen, was den beiden Selbstbewusstsein gibt. Ihre Referenzen lesen sich in etwa so: fünf, sechs „Tatorte“ (kommen alle in diesem Jahr), „Alarm für Cobra?11“ („Das ist unsere Spielwiese“), Kinofilme wie „Nicht mein Tag“ mit Moritz Bleibtreu (43) und Axel Stein (32) in den Hauptrollen und „Der Nanny“ mit Matthias Schweighöfer (33, läuft am 26. März an).

Wer hier in der Branche nicht mehr wegzudenken ist, wird auch gern für millionenschwere Hollywood-Produktionen engagiert. „Im November waren wir 18 Tage in Venezuela, drehten dort für ‚Point Break?“, erzählt Georgiew über den Streifen, der bei uns am 20. August in die Kinos kommt.

Ihr Arbeitsplatz für das Remake von „Gefährliche Brandung“ befand sich dort in atemberaubender Kulisse, geschlafen wurde am Fuße des Angel Fall (höchster Wasserfall der Welt) auf Iso-Matten in Zelten. „Wir waren im Team mit namhaften Filmleuten, einer kam gerade von Dreharbeiten des neuen ‚Mission Impossible? mit Tom Cruise aus Marokko“, erinnert sich der 48-Jährige.

Als einer der Amerikaner ihn begrüßt hatte, dachte sich Georgiew nur: „Die Hand wasche ich nie wieder.“ Während das Duo Georgiew/Rinderknecht im deutschen Film eine feste Größe ist, sind es Empfehlungen, die die beiden in Amerika voranbringen. „Oder sie nehmen gleich echte Hubschrauber“, wirft Rinderknecht ein. In den Staaten macht man sich eben seltener einen Kopf ums liebe Geld. „Wir sind mit unserer Technik aber näher dran“, kontert Georgiew. Und sein Kompagnon lächelt.

Kein Wunder, schließlich hat der jeden Digicopter (mittlerweile sechste Generation) in seiner Werkstatt entworfen, gebaut und mit den Jahren perfektioniert. Georgiew: „Der tüftelt sich zu Tode. Sieht aus wie gekauft, ist aber selbstgemacht.“ Auf die Idee hat Rinderknecht übrigens Patrik Pacard gebracht, der Junge aus der ZDF-Weihnachtsserie von 1984. Wie toll, wenn Kindheitsträume wahr werden ...