Die besten Tipps gegen Langeweile zu Hause
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Leben in Hannover Die besten Tipps gegen Langweile zu Hause
Hannover Leben in Hannover Die besten Tipps gegen Langweile zu Hause
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08:00 20.04.2020
Let’s dance: Auspowern zur Lieblingsmusik – das geht auch mit Kopfhörern.
Let’s dance: Auspowern zur Lieblingsmusik – das geht auch mit Kopfhörern. Quelle: Imago
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Hannover

Schreiben, sortieren, meditieren, basteln – für vieles ist jetzt viel mehr Zeit da als je zuvor. Die NP sprach mit Dido Nitz, die mit ihrem Team in dem Buch „99 Tipps gegen die Langeweile zu Hause“ (Ars Edition, 96 Seiten) haufenweise tolle Anregungen für einen kreativen Umgang mit der neuen Situation gibt. Und: Wir stellen eine Auswahl der besten Tipps vor.

Frau Nitz, wie ist das Buch „99 Ideen gegen Langeweile zu Hause“ entstanden?

Auslöser war natürlich die Corona-Krise. Es gibt viele Bücher mit Beschäftigungstipps für Kinder – aber auch Erwachsene können einen Leitfaden, wie man sich die Zeit zu Hause vertreibt, gut gebrauchen.

Haben wir verlernt, allein zu sein?

Unser Leben ist normalerweise oft von außen bestimmt, wir sind Entertainment von vielen Seiten gewohnt. Die Corona-Situation ist ungewohnt und bedrückend. Und sie ist für alle neu, etwas Vergleichbares hat noch niemand von uns erlebt. Man ist auf sich gestellt, wird – auch zusammen mit dem Partner oder mit Kindern – auf sich selber zurückgeworfen. Es wird ja kein Programm abgespult.

Ideenreich: die Autorin Dido Nitz. Quelle: privat

Aber Sie helfen mit Ihren Tipps dabei, ein Programm auf die Beine zu stellen?

Ja, denn wir sollten lernen, positiv mit der Situation umzugehen. Keine Angst vor der Zeit zu Hause haben, sondern sie in positive Energie umwandeln. Wir brauchen „good Vibes“ für den Alltag. Die „99 Tipps“ haben wir mit sechs Leuten als Teamarbeit entwickelt, jeder hat seine eigenen Erfahrungen einfließen lassen. Uns war wichtig: Es sind Anregungen, die man ganz einfach mit Bordmitteln umsetzen kann, man muss keinen Großeinkauf im Baumarkt oder im Dekogeschäft starten. Außerdem richten wir uns nicht nur an Singles, sondern auch an Familien mit Kindern, Menschen, die mit ihrem Partner zuhause sind.

Was tut uns denn gut, in dieser Zeit?

Viele Dinge außerhalb der Selbstoptimierung, um die sich sonst oft alles dreht. Es geht darum, kurz innezuhalten und sich zu fragen: „Was tut mir gut?“ Bewegung. Spiele. Das kreative Drei-Gänge-Menü mit vorhandenen Vorräten aus dem Kühlschrank. Auch einmal bewusst die Seele baumeln lassen. In dieser Corona-Zeit kann man vieles neu entdecken oder Hobbys beleben, die verschüttet waren. Tagebuchschreiben, vielleicht das Talent zum Zeichnen. Manchmal fehlt ja nur der Mut, den Stift in die Hand zu nehmen. Solche Sa- chen fallen sonst in der Hektik des Alltags hinten runter. Jetzt hat man vielleicht die Muße dafür. Oder braucht sie als Ablenkung.

Was davon haben Sie persönlich umgesetzt?

Ich finde die Tipps mit „Reisen“ gut – man kann zum Beispiel auf Zeitreise in der eigenen Familiengeschichte gehen, oder über Google Maps mal Kasachstan erkunden. Es sind auch viele lustige Ideen dabei wie zum Beispiel „Zungengymnastik“ – mit garantiertem Unterhaltungswert. Für das Homeoffice habe ich festgestellt, dass man die Würde aufrecht halten muss (lacht). Ich sitze nicht in Jogginghose vor dem Computer. Zur Arbeit brauche ich innere und äußerliche Haltung.

Das E-Book kostet 7,99 Euro, das Buch (erscheint am 28. April) zehn Euro. Quelle: Verlag

Das Vorwort des Buches haben Sie bewusst Corona-frei gehalten?

Ja, die Pandemie war zwar der Anlass und Auslöser, doch auch wenn die Kontaktverbote irgendwann gelockert werden – mit dem Risiko, zwei Wochen Quarantäne einhalten zu müssen, werden wir noch lange leben. Aber es gibt auch eine Zeit nach Corona. Und immer wieder Situationen, in denen wir Tipps gegen Langeweile zu Hause brauchen. Das Buch ist liebevoll mit grafischen Elementen gestaltet, es soll ein Begleiter durch solche Zeiten sein.

War es schwierig, 99 Ideen zu finden?

Gar nicht! Es war einfacher als gedacht. Es ist absolut erstaunlich, auf wie viele Ideen man kommt, wenn man sich nur einmal damit befasst.

„#stayathome – 99 Ideen gegen Langeweile zuhause“, Ars Edition, 96 Seiten. Das E-Book kostet 7,99 Euro. Als Hardcover erscheint das Buch am 28. April und kostet zehn Euro.

Tipps mit Musik

Musik macht glücklich, keine Frage. So kann man mit Lieblingshits die Langeweile vertreiben.

Tanzen macht glücklich: Tanzen ist gesund – für Körper und Seele. Und jeder kann tanzen! Vor allem, wenn in den eigenen vier Wänden keiner zusieht. Also: Musik auswählen, die einen in Schwung bringt, und dann tanzen, tanzen, tanzen. Tipp: Wer Sorge hat, dass die Nachbarn den Musikgeschmack nicht teilen – mit Bluetooth-Kopfhörern ist die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt.

Playlists erstellen: Ein Song für jede Stimmungslage – damit macht man dem Partner, der besten Freundin oder dem Vater eine Freude. Ebenfalls ein charmanter Audiogruß: Wir lesen für einen Lieblingsmenschen einige Kapitel aus einem Buch ein, das uns verbindet.

Die Lieblingsmelodie: Wer ein Instrument beherrscht, aber aus Zeitnot lange nicht musiziert hat, sollte die Gelegenheit zum Üben nutzen – so lange, bis man den Lieblingssong perfekt beherrscht. Das funktioniert auch bei allen, die sich für unmusikalisch halten – einfach singen, pfeifen, trommeln, klatschen. Der Zugang zum Song wird neu und anders!

Tipps mit Notizen

Schreiben kann eine innere Einkehr sein. Quelle: Behrens

Wer schreibt, der bleibt – so lautet ein altes Sprichwort. Mit Stift, Block oder Notizheft kann man auf vielerlei Art die Langeweile vergessen:

Seelenproviant: Auf kleinen Zetteln die schönsten Gedanken, Erinnerungen oder Erlebnisse aufschreiben – und in einem „Glücksmomente-Gefäß“ verwahren. Das könnte zum Beispiel ein schön verziertes Marmeladenglas sein. An trüben Tagen ein Zettelchen aus dem Topf fischen – und das Lächeln zurückgewinnen.

Schöne Buchstaben: Schreiben kann eine Kunst sein – beim so genannten „Handlettering“ werden Zitate oder Sprüche in verschnörkelter Schönschrift gestaltet. Anleitungen findet man online. Und das Ergebnis könnte eine Postkarte zieren.

Zurück zu den Wurzeln: Wir versuchen, einen Familienstammbaum über die letzten drei Generationen aufzumalen. Bei Eltern und Großeltern kann man die Informationen zusammentragen. Oder sich im Internet Tipps für Ahnenforschung holen.

Macht der Worte: SMS und Skype sind nicht alles – wer sich die Zeit nimmt, lange Briefe an seine Lieblingsmenschen zu schreiben, macht sich und andere glücklich.

Tagebuch in Kurzform: Wir notieren jeden Abend das wichtigste Erlebnis des Tages in nur einer Zeile im Notizbuch. Das führt dazu, dass man den ganzen Tag rekapituliert – und gewichtet.

Glück to go: Wir stellen unsere persönliche Glücksliste zusammen. Was zaubert mit ein Lächeln ins Gesicht? Geruch von frisch gemähtem Gras, Kinderlachen, eine lange Dusche, der Gute-Morgen-Kaffee ...

Tipps mit System

Ordnung schaffen ist sinnvoll und verschafft Befriedigung. Quelle: dpa

Hausputz ist im Frühjahr sowieso angesagt – nun gelten keine Ausflüchte mehr. Wie man sich mit System und Aufgaben in den eigenen vier Wänden austoben kann, zeigen diese Anti-Langeweile-Tipps.

Clean up your Kleiderschrank: Die Schubladen und Kleiderbügel im Schrank sind voll – aber man hat trotzdem nichts anzuziehen? Dann sollte man sich Zeit nehmen, klar Schiff zu machen. Alle Klamotten probieren und entscheiden, was gefällt und was nicht. So entdeckt man alte Schätze wieder und findet neue Kombinationsmöglichkeiten. Was passiert mit dem ungeliebten Rest? Mit den Freundinnen eine Messenger-Gruppe gründen, Fotos reinstellen, Kleider tauschen.

Erinnerungen ordnen: Fotos sind Momentaufnahmen – und lagern gerne ungeordnet als Ausdrucke in Kisten oder als Digitaldateien auf Festplatten. Wer sich jetzt durch die Bilder wühlt, kann die Erinnerungs-Highlights in tollen analogen und digitalen Alben zusammenstellen.

Zehn mal zehn: Nicht nur in sozialen Medien sind Listen der Hit. Wir legen zehn Listen an mit jeweils zehn Lieblingsdingen in verschiedenen Kategorien. Das können Filme, Bücher, Kuchen, Reiseziele, Künstler sein. Wer seine Top Ten mit Freunden teilt, hat viel Diskussionsstoff für lange Telefonate.

Ordnung ist das halbe Leben: Und kann ungemein beruhigende Wirkung haben. Wir sortieren uns neu: Schuhe, Bücher, alte Briefe, Gewürze. Und zwar nach Alphabet, Farbe, Größe, Alter ...

Atmen, entspannen: Auch Nichtstun kann kreativ sein. Quelle: Imago

Vor Corona war der Alltag stressig, Zeit zum Durchschnaufen war selten. Manchmal muss man aber genau das tun. Die Autoren der „99 Tipps gegen Langeweile“ erklären, wie das geht.

Niksen: So nennen die Niederländer die Kunst des Nichtstuns. Das ist die Herausforderung: Einfach mal einen Tag nichts tun. Denn Niksen ist das neue Hygge.

Wir üben uns in Geduld: Wir machen etwa, wofür uns bisher die Lust oder die Zeit fehlte. Eine komplizierte Origami-Falttechnik, Mandala-Malen, Socken stricken oder Puzzeln. Die Entdeckung der Langsamkeit.

Den Moment fühlen: Abschalten fällt schwer? Mit einer Meditation kann es gelingen, Gedankenchaos zu ordnen. Hinlegen, Augen schließen, bewusst ein- und ausatmen. Tipp: Es gibt tolle Apps wie „7 Mind“ oder „Calm“, die Einsteigern bei der Meditation helfen.

Magische Nächte: Keine Wolken am Nachthimmel? Dann kann man von Balkon oder Fenster aus versuchen, Sternbilder zu erkennen. Großer Bär und kleiner Hund sind fürs ungeübte Auge eine schöne Herausforderung.

Bewusstes Atmen: Zweimal am Tag sollte man sich eine kleine Auszeit nehmen, das Fenster öffnen, mit über dem Kopf erhobenen Armen tief ein- und ausatmen. Das bringt Kreislauf und Immunsystem in Schwung. Und reduziert außerdem Stress im Home-Office.

Tipps mit Kreativität

Auch jetzt einmal ein Dinner mit Stil servieren. Quelle: dpa

Ausbrechen aus dem Alltagstrott, schöne Dinge gestalten. Hier kommen vier Tipps, wie das geht.

Kostbares Altpapier: Aus Papier- und Pappresten kann man tolle Kunstwerke basteln. Bilderrahmen, bunte Lesezeichen oder Postkarten in Collagetechnik sind etwas Besonderes. Und perfekte Geschenkideen.

Selfie mal anders: Wer sich mit Stift und Papier vor einen Spiegel setzt, könnte versuchen, ein Selbstporträt zu zeichnen. Vielleicht taugt es auch, um es als Profilbild in digitalen Kanälen hochzuladen?

Lieblingsrezepte: Omas Dampfnudeln, die köstlichen Cupcakes der Freundin, Papas Kartoffelsuppe – in einem Notizbuch sammeln und ordnen wir die Kochanleitungen für Leibgerichte. So gestalten wir unser eigenes Kochbuch.

Einladung zum Dinner: Abendessen mit Stil. Was spricht dagegen, eine Mahlzeit zu zelebrieren? Ausgeh-Outfit anlegen, Kerzen anzünden, schönes Geschirr verwenden, gute Musik auflegen, jeden Bissen genießen.

Tipps mit Wissen

Erkunden, wie Menschen auf Grönland leben. Quelle: Pantke

Im Alltag nimmt man sich selten Zeit, etwas Neues zu starten. Jetzt könnte es besser gelingen.

Fremdwörterspiel: In vielen Haushalten gibt es das noch – ein Fremdwörterlexikon! Wir schlagen eine beliebige Stelle auf, deuten blind auf eine Stelle – und fragen den Partner, was er glaubt, was das Wort bedeutet. Lehrreiches Quiz.

Ganz schön clever: Wir schreiben das Alphabet auf und überlegen zu jedem Buchstaben ein Schlagwort oder Thema, über das wir gerne mehr wissen möchten. Wer diese Liste mit Hilfe des Internets oder Nachschlagewerken abarbeitet, wird garantiert klüger!

Der Bücherschatz: Die Bücher in unseren Regalen bilden oft ein ganzes Leben ab. Wir finden heraus, welches Werk, wir am längsten besitzen – und lesen nochmal rein. Oder geben Büchern eine zweite Chance, deren Lektüre wir einst abgebrochen haben. Denn mit den Lebensjahren ändern sich auch Geschmäcker.

Ich bin dann mal weg: Wer noch nie in Grönland (Foto), am Baikalsee oder am Amazonas war, kann jetzt die Welt erkunden. Wir nutzen die Möglichkeiten von Google Maps für virtuelle Entdeckungswanderungen.

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