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Leben in Hannover „Die Manou“ weiß, was Frauen wollen
Hannover Leben in Hannover „Die Manou“ weiß, was Frauen wollen
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22:16 20.06.2014
Von Andrea Tratner
Entwirft ihre Kollektion selbst: Manou Lenz (48).
Entwirft ihre Kollektion selbst: Manou Lenz (48). Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Die Stimme herzlich. Das Lachen breit. Die Kurven weiblich. Und sie sind irgendwie auch der Grund, warum dieser kleine, aufstrebende Teleshopping-Kanal in Langenhagen den Namen „Manou Lenz TV“ trägt. „Mein neuer Programmchef wollte, dass ich 20 Kilo abnehme, bevor ich wieder vor die Kamera darf“, erzählt Manou Lenz (48) trocken über die letzten Wochen bei „Channel 21“. Auf Kleidergröße 34 wollte sie sich nicht hungern („Ich habe in meinem Leben hundert Diäten ausprobiert, es hat nie geklappt“). Also ging sie. Und machte ihr eigenes Ding.

Auf ihrem Hof bei Pohle richtete sie ein kleines Studio ein und buchte Programmfenster bei Sonnenklar TV. „Wir haben vieles ausprobiert“, erinnert sie sich. Dann wurde ein Satellitenplatz frei, Lenz bewarb sich - und hat jetzt sogar eine Lizenz für Teleshopping und Unterhaltung (siehe Info). „Der Name des Senders hat mich aber drei schlaflose Nächte gekostet“, räumt sie ein, „mein Name steht für jedes Produkt.“ Sei es das Reinigungssystem „Putzengel“ („Riecht gut und sieht auch gut aus in der Küche“), die Schallzahnbürste oder das Oberteil, das sie beim Treffen mit der NP trägt.

Die „Bändchentunika“ hat sie selber erfunden - und sich patentieren lassen! Für 79,90 Euro kann man das „figuroptimierte“ Shirt bestellen. „Die Länge geht über den Po, der Schnitt ist ein verstecktes ,A‘, mit dem Bändchen kann man das Dekolleté selber einstellen“, schnurrt sie die Details ihrer Kreation herunter. Die Kundinnen lieben das Teil. „Und ich liebe meine Frauen“, schwärmt Lenz von der fast innigen Beziehung, „sie vertrauen mir, sie halten mich für glaubwürdig. Damit muss man achtsam umgehen.“

Denn Lenz hat sich den guten Ruf hart erarbeitet. „Powerfrau mit Herz“ - so nennt sich die Isernhagenerin auf ihrer Homepage. Und man glaubt es ihr sofort. Lenz’ Eltern hatten einen Papierwarenladen, der Vater (Leiter der berittenen Polizei) war streng: „Ich sollte was Ordentliches lernen, das Geschäft übernehmen.“ Doch die Leistungsturnerin („Mit 1,76 war ich eigentlich zu groß“) modelte nebenbei, entwarf Choreografien für Bühnenshows - und bekam bei einer Modenschau die Chance, für die erkrankte Moderatorin einzuspringen: „Vor 600 Leuten in der Stadthalle, ich fand es furchtbar - aber ich wurde wieder gebucht.“

Also ging sie mit 25 Jahren auf Tour mit Mode-Labels wie Delmod und Sinn Leffers. Letztere hatten eine Kooperation mit dem „ZDF-Fernsehgarten“ - die Tür zum TV. Bis zu vier Millionen Zuschauer hatte Lenz als „die Manou aus der Modebox“ - und wurde morgens um sechs Uhr an der Tankstelle erkannt - „ohne Make-up!“

Zum Teleshopping kam sie, weil der damalige Channel-21-Chef so lange um sie warb, bis sie die Berührungsängste überwand - und mehr Umsätze als Kolleginnen mit Model-Maßen machte. Die eigene Mode, der eigene Sender - ein logischer Prozess für Lenz, die „ihren Frauen“ gut zuhört: „Ich bin offen und ehrlich, das fühlen die.“ 20 Kilo Erfolg sprechen für sich!