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Leben in Hannover Der Rote Salon bittet zum 100. Tanz
Hannover Leben in Hannover Der Rote Salon bittet zum 100. Tanz
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06:16 15.07.2012
Von Laura Zacharias
EIN TEAM, 100 PARTYS: Alexander Grabowski (links) und André Lawiszus laden zum Roten Salon ein.
EIN TEAM, 100 PARTYS: Alexander Grabowski (links) und André Lawiszus laden zum Roten Salon ein. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Wie die Zeit vergeht! Vor genau 14 Jahren öffneten André Lawiszus (38) und Alexander Grabowski (39) zum ersten Mal im Expo-Café am Kröpcke die Türen - beziehungsweise die tiefroten Samtvorhänge - zum „Roten Salon“. Eine Partyreihe zur Expo 2000 mit revolutionärem Konzept: Tickets waren limitiert, Eintrittspreise wurden gewürfelt und die Künstler waren internationale Stars der House-Szene. Soul-Legende Jocelyn Brown war da, Communards-Sänger Jimmy Somerville oder Salomé de Bahia aus Brasilien. „Wir haben uns damals überhaupt keine Gedanken gemacht, wie lange diese Partyreihe eigentlich laufen soll“, sagt Grabowski heute.

Als die Weltausstellung vorbei war und damit ein großer Geldgeber verschwand, stand für die beiden Veranstalter fest: „Wir wollten das, was wir da angefangen hatten, mit aller Kraft am Leben halten“, erinnert sich Lawiszus. „Dank eines guten Netzwerkes, neuer Sponsoren und einer Menge Wunder hat das auch geklappt.“ Aus der Institution im Expo-Café wurde eine Partyreihe in verschiedenen Locations, die vor allem eins sein sollte: ungewöhnlich.

Da wurde auf einmal im Beethovensaal, wo sonst eher Streichquartette oder Pianisten spielten, zu neuesten House-Hits getanzt. „Eine Revolution“ erinnert sich Grabowski lachend. Auch das Ernst-August-Carrée und das „Sol y Mar“ am Hauptbahnhof oder das Dormero-Hotel in der Südstadt wurden von den Veranstaltern, die sich „The Next Generation“ nennen, gern mal zur Tanzfläche umfunktioniert.

Wenn morgen die Party im „Roten Salon“ zum 100. Mal steigt, sind die meisten Partygänger erster Stunde längst im Ruhestand. Dafür tanzt die nächste Generation zum Beat von Resident DJs wie Q-Tip, SanFanDisco, den Filtertypen, Diddi und vielen weiteren. Der Headliner hingegen steht noch nicht fest: Per Online-Voting können Gäste bis zuletzt abstimmen, ob sie den Schweden Antoine Josefsson aka „AN21“ oder den deutschen André Tegeler alias „Moguai“ hören wollen.

Für Grabowski und Lawiszus ist der Rote Salon auch nach all den Jahren noch nicht zur Routine geworden: „Es ist immer wieder aufregend“, sagen die beiden. Kein Wunder, denn neben Künstlerbuchung und Organisation haben die beiden auch mit der persönlichen Betreuung der DJs zu tun - was nicht immer nur ein bisschen Sightseeing bedeutet: „Einmal hatte ein Künstler sein Outfit vergessen“, erzählt Lawiszus. „Da habe ich noch abends um zehn bei Sören Leichert von Sörens angerufen, ob er nicht seinen Laden noch schnell aufschließen kann!“ Ob es eine 200. Ausgabe vom „Roten Salon“ geben wird, darüber machen sich die beiden noch keine Gedanken. Fest steht nur: Sie haben ihre Leidenschaft erfolgreich zum Beruf gemacht - und die Leidenschaft ist geblieben.

n Der Rote Salon: Morgen ab 22 Uhr im Beethovensaal/HCC (Theodor-Heuss-Platz 1-3). Tickets kosten 16 Euro an der Abendkasse.