Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Das verbirgt sich im Lotterleben von Bodo Linnemann
Hannover Leben in Hannover

Das verbirgt sich im Lotterleben von Hannovers Kultwirt Bodo Linnemann

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:09 29.09.2021
Glücklich im heimischen Garten: Bodo Linnemann in Gehrden.
Glücklich im heimischen Garten: Bodo Linnemann in Gehrden. Quelle: Dröse
Anzeige
Hannover

Die beiden Vorgängerexemplare waren etwas größer. Und dicker. Inhaltlich haut das neueste Buch von Bodo Linnemann (80) aber auch ganz schön rein. In „Linnemanns Lotterleben“ bringt der Gastronom mit Kultstatus nochmal fünf kantige Geschichten aus seinem bewegten Leben zu Papier: eine „Episode aus dem Knast“, „viel Discogequatsche“, eine Anekdote mit Altkanzler Gerhard Schröder (77). Zusammengefasst beschreibt der 80-Jährige sein Werk so: „Etwas Poesie, etwas Porno und ganz viel Psycho.“

Als die NP Linnemann und seine Frau Andrea (59, kommt natürlich auch im Buch vor) kürzlich zu Hause in Gehrden besucht, gibt es vor allem eins: Kaffee, Kekse, Kippen. Und Klönschnack. Stolz präsentiert er im Wohnzimmer sein druckfrisches „Baby“, hält das Exemplar in der einen Hand, in der anderen glimmt zwischen den Fingern ein Glimmstängel in Light-Version. „Ich paffe nur.“

Kippe, Kaffee, Kekse: Bodo Linnemann lädt zu sich nach Hause ein. Quelle: Dröse

Der Discobetreiber von einst – Linnemann schloss 2016 nach 37 erlebnisreichen Jahren das „Casa Blanca“ am Weißekreuzplatz für immer ab – freut sich, über sein Buch wieder unter Leute zu kommen. Nicht nur auf Papier. Am 2. Oktober (Sonnabend für Print) lädt er nämlich zu einer kleinen aber feinen Buchparty in das alte Casa (gehört heute ja zu Reimann’s Eck), von 14 bis 17 Uhr will er sich und Casa-Klassiker auf Kassette („sechs Stück habe ich gerettet“) präsentieren. Und wer ein Buch kaufen will, kann das für zwölf Euro auch tun – gibt’s aber auch bei Leuenhagen & Paris an der Lister Meile, Decius und Hugendubel.

Besuch beim Kultwirt: Bodo Linnemann im NP Interview mit Redakteurin Mirjana Cvjetkovic. Quelle: Dröse

„Dann ist auch wirklich Schluss“, verspricht er lachend, „es kommt wirklich keins mehr.“ Eigentlich schade, denn ohne spoilern zu wollen, finden sich lustige wie launige Geschichten in „Linnemanns Lotterleben“. Es fallen Sätze wie: „Ich jedenfalls bleibe meiner unangepassten Linie treu. Kiton und C&A, farbig und schräg, und auf Strümpfe und Seniorenausweis ist geschissen.“ Es sind Erinnerungen aus den 70er, 80er und 90er-Jahren, „die Leute waren schräger, die Zeiten kommen nie wieder“.

Bodo Linnemann: „Linnemanns Lotterleben“, zwölf Euro.

Locker flockig erzählt er von den „Girls“, die er so getroffen hat, sonnigen Erlebnissen auf seiner Lieblingsinsel Sylt, dass er 11.000 Mark im Laufe der Jahre für Tiere gespendet hat, außerdem verrät er seine persönlichen Film- und Musik-Charts. Ganz vorne mit dabei: „Pulp Fiction“, „Ben Hur“ und „Der dritte Mann“, sowie „Still loving you“ von den „in Deutschland so unterschätzen Scorpions“, „Gangsta’s Paradise“ von Coolio (58) und Elvis’ (†42) „Suspicious Minds“.

Linnemann will trinken, bis er 90 ist

Und das, was Bodo Linnemann sich selbst wünscht – „Mir muss der liebe Gott meine damaligen Sünden verzeihen und mich bis 90 trinken lassen. Meinetwegen auch Klosterfrau Melissengeist“ – das wünschen wir einfach mit. Bis dahin sitzt er oft zu Hause („Nach Sylt fahre ich erst wieder, wenn es normal ist“), liest, schreibt – neuerdings auch auf dem Smartphone! –, guckt Fernsehen und trinkt Bierchen. „Das Übliche halt.“

Von Mirjana Cvjetkovic