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Leben in Hannover Darum stößt Schaffrath im Neuen Theater mit Eierlikör an
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Darum stößt Schaffrath im Neuen Theater Hannovermit Eierlikör an

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07:15 28.10.2021
Spielt nach pandemiebedingter Pause wieder: Michaela Schaffrath ist derzeit im Neuen Theater zu sehen.
Spielt nach pandemiebedingter Pause wieder: Michaela Schaffrath ist derzeit im Neuen Theater zu sehen. Quelle: Dröse
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Hannover

Ein kleiner vergilbter Zettel in einer Truhe auf dem Dachboden. Darauf ein handgeschriebenes Rezept der Großmutter für Eierlikör, das zunächst aber in einer Schublade verschwindet. Kurz vor Weihnachten wird es herausgekramt, der Eierlikör zubereitet, verschenkt – und für toll befunden. So geht die Geschichte in Kurzform. Und Michaela Schaffrath (50) spielt darin eine Hauptrolle.

In der coronabedingten Zwangspause haben die Schauspielerin und ihr Lebensgefährte Carlos Anthonyo (52) ihr Haus in Bremen, in dem einst seine Oma Martha gelebt hat, saniert und genau das erlebt. „Aus einer Schnapsidee ist ein neues Standbein entstanden“, erzählt die Schauspielerin, die aktuell in dem Stück „Der Geister-Leuchtturm“ auf der Bühne im Neuen Theater in Hannover steht. „Eins ergab das andere und plötzlich gab es ,Michaelas Eierei’“.

Ein Fläschchen hatte sie am 21. Oktober mit im Theater an der Georgstraße, es war schließlich Bergfest der Inszenierung. Mit ihren Schauspielkollegen René Oltmanns (41), Raphaela Kiczka (30) und Hans-Peter Deppe (71) hat die Frau, die nun auch Spirituosen-Unternehmerin ist, angestoßen. Den Likör gab es passenderweise aus kleinen Schokowaffelbechern.

Das Stück: Michaela Schaffrath ist in der Gruselkomödie „Der Geister-Leuchtturm“ an der Seite von Schauspielkollege René Oltmanns zu sehen. Quelle: Neues Theater

„Bei der Premiere des Stücks hatte ich Tränen in den Augen und war mordsmäßig nervös, obwohl wir es zuvor bereits in Braunschweig gespielt hatten“, gesteht Schaffrath, die in dem Comedy-Thriller die Figur Rowena Tollifsen mimt. Nach anderthalb Jahren pandemiebedingter Pause das Bühnencomeback, wenn auch nur mit einer Auslastung von einem Drittel, im Neuen Theater sind das dann 60 Zuschauer.

Ab 1. November gilt 2G im Neuen Theater

„In diesem Haus ist das kein Problem, die Stimmung ist mega-gut“, betont Schaffrath und freut sich vor allem über Reaktionen der Zuschauerinnen und Zuschauer. „Das Publikum trägt einen regelrecht durch das Stück.“ Die Betreiber wechseln ab 1. November zum Modell 2G. Sitzen nur Geimpfte und Genesene in den Vorstellungen, dann stehen auch wieder mehr Tickets zur Verfügung.

„Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass uns mal eine Pandemie ereilen würde, die sich so lange hält“, blickt Schaffrath zurück auf das Frühjahr 2020 und den Beginn von Corona in Deutschland. Damals war sie in Bonn in dem Stück „Der Mustergatte“ zu sehen gewesen – „und dann wurde uns quasi ein Berufsverbot auferlegt.“ Eine Zeit, die sie nicht nur mit Renovieren und Eierlikör-auf-den-Markt-bringen verbracht hat, sie hat in dieser außergewöhnlichen Lebensphase auch Erkenntnisse gesammelt. Dann zitiert sie Altkanzler Helmut Schmidt (†96): „In der Krise beweist sich der Charakter.“

Schaffrath war genervt von Leuten in ihrem Umfeld, die sich nicht an die geltenden Regeln – ob Abstand, Maskenpflicht, Treffen mit Personen – gehalten haben. „Und zwar zu einer Zeit, als wir nur wenig über das Virus wussten und noch kein Impfstoff in Sicht war.“ Dem gegenüber steht, dass die 50-Jährige dafür viele schöne Wochen, Tage und Stunden mit ihrem Liebsten verbracht hat: „Carlos und ich hatten so viel Zeit zusammen wie noch nie. Das haben wir sehr genossen.“ Ansonsten hat sie anstatt auf Theaterbrettern der Republik zu stehen, Jobs als Synchronsprecherin angenommen, Hörbücher und Hörspiele aufgenommen.

Prösterchen: Zum Interview mit NP-Redakteurin Mirjana Cvjetkovic hat Schauspielerin Michaela Schaffrath (rechts) eine Kostprobe ihres Eierlikörs mitgebracht. Zur Weihnachtszeit folgt eine Marzipan-Edition. Quelle: Dröse

Noch bis zum 10. November ist Schaffrath in Hannover zu sehen. Die Spieltage verbringt sie in der Stadt, fährt ansonsten von Sonntagabend bis Dienstagmittag nach Hause nach Bremen. Außer, ihr Partner kommt sie hier besuchen: „Ich möchte ihm unbedingt die Herrenhäuser Gärten zeigen, die kennt er noch gar nicht.“ Ein super Zeitpunkt: Carlos Anthonyo ist Fotograf und die Gärten und das Drumherum liefern tolle Motive – „vor allem jetzt, im Indian Summer“.

„Der Geister-Leuchtturm“ läuft bis zum 10. November im Neuen Theater. Karten kosten zwischen 22,90 und 26,90 Euro und sind online erhältlich unter www.neuestheater-hannover.de

Von Mirjana Cvjetkovic