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Leben in Hannover DJ Pari kennt die Seele des Soul
Hannover Leben in Hannover DJ Pari kennt die Seele des Soul
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22:00 11.08.2013
GEMEINSAM AM PIANO: Markus Schmidt beim 
Interview mit Soul-Legende James Brown (rechts) in
einem Antwerpener Hotel.
GEMEINSAM AM PIANO: Markus Schmidt beim Interview mit Soul-Legende James Brown (rechts) ineinem Antwerpener Hotel.
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Hannover

Er liebt Funk und Soul, ist leidenschaftlicher DJ und hatte die Ehre, mit Soul-Legende James Brown (73?†) durch Amerika und Europa zu touren: Markus Schmidt (37, als DJ unter dem Pseudonym Pari unterwegs) hat mit den Filmemachern Marc (39) und Carsten Fehse einen Film produziert – „Power of Soul“. Herzstück der Doku: ein intimes Interview mit Brown, geführt von Schmidt, der neben der Musik als Journalist arbeitet – früher auch als Redakteur für die Neue Presse. Der 80-Minüter feierte seine Premiere bereits auf den Filmfestspielen in Cannes, am 30. August kommt die Doku im Rahmen des Kurzfilm-Festivals „Und Bitte!“ ins Raschplatz-Kino. Die After-Show-Party steigt im Monkeys. Wer legt auf? Natürlich DJ Pari persönlich. Darauf freut er sich besonders, denn ohne die Palo-Palo-Jungs Ferry Ghods (45) und Kasi Hashemi (47, ihnen gehört auch der Club Monkeys) wäre das Ganze nicht zustande gekommen: „Wir haben gemeinsam die ‚Soulpower‘-Reihe gestartet“, so Schmidt. Das war 2004. Ziel: „Hannover als Soul-und-Funk-Bastion wieder zu etablieren“, erinnert sich der Musiker, der zwischen 2003 und 2007 in der Landeshauptstadt lebte, „in Sachen Soul war Hannover vielen anderen deutschen Städten voraus. Dank der Visionäre wie Ferry, Mousse T. und DJ Soulsurfer sowie den Clubs Palo, Sub und Weltspiele.“ Dann kamen die Braunschweiger?Brüder Fehse ins Spiel: „Sie wollten?eine Doku über mich als DJ, der mit vielen Soul-Legenden unterwegs ist,?produzieren.“ Doch es kam alles ganz anders – wie so oft im Leben. Aus einem kleinen wurde ein Mammutprojekt. „Einzigartig“ nennt Schmidt es – und könnte recht haben. Das Team hat ihn mehrere Jahre weltweit begleitet – es ging nach Frankreich, England, Holland, Spanien, Tunesien, Japan und in die USA. „In Deutschland war Hannover einziger Drehort“, sagt der 37-Jährige, „das Palo und eine Szene aus der Stadt sind zu sehen.“ Schmidt ist Interviewer, der Funk-und Soul-Größen wie Bobby Byrd (73?†), Marva Whitney (68?†), Gwen McCrae (69), Clyde Stubblefield (70), Kurtis Blow (54), The Soulpower Allstars und Joss Stone (26) mit Fragen löchert und hautnah erlebt. Sahnestück dürfte das Gespräch mit James Brown sein: „Seine Frau und sein Manager beteuern, dass es das Beste gewesen ist, das er in den letzten 20 Jahren seines Lebens gegeben hat.“ Es geht neben Musik auch um Rassenhass und Diskriminierungen, um eine Karriere vom Schuhputzer zum Millionär. Den „Godfather of Soul“, der 2006 starb, traf Schmidt erstmals 1995 in Los Angeles. Schon im Jahr drauf buchte die „Sexmachine“ den Diskjockey für Shows und nahm ihn zweimal mit auf Tournee. „Ich habe von ihm fast alles gelernt, was ich über das Musikgeschäft weiß“, bekennt der zweifache Vater, der vor sieben Jahren nach Richmond in Virginia zog – der Liebe wegen. Gattin Drika Carson stammt aus dem Bundesstaat. Mittlerweile hat Markus?Schmidt den amerikanischen Pass und arbeitet als Politik-Redakteur beim „Richmond Times-Dispatch“, einer bedeutenden Tageszeitung. „Brown ist neben Curtis Mayfield mein absolutes Idol“, sagt er. Und dass der große Herr Brown das Werk auch wollte, verleiht der Doku wirklich eine einmalige Note.

Andrea Tratner 10.08.2013
Mirjana Cvjetkovic 06.08.2013