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Leben in Hannover Catcher-Krieg in der Stadt eskaliert
Hannover Leben in Hannover Catcher-Krieg in der Stadt eskaliert
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04:27 11.09.2013
Catchen im Zelt auf dem SchützenplatzVeranstalter und Publikumsliebling Ecki Eckstein (oben)  bei einer spannenden Ringschlacht mit dem Briten Robby "The Wildcat" Brookside.
Catchen im Zelt auf dem Schützenplatz: Veranstalter und Publikumsliebling Ecki Eckstein (oben) bei einer spannenden Ringschlacht mit dem Briten Robby "The Wildcat" Brookside. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Sie hatten sogar mal zusammen eine Firma: Christian „Ecki“ Eckstein (41), Inhaber einer Catch-Schule in Hannover, und Tony St. Clair (66), der Brite aus Bolton, der der Liebe wegen an der Leine hängen geblieben ist. Sie waren beide Berufsringer aus Leidenschaft, Lieblinge des Volkes. Eckstein steigt noch in den Ring - vor allem aber veranstaltet er im Hangar No. 5 in Wülfel regelmäßig Wrestling-Abende. St. Clair hat sich vor zehn Jahren schon aus diesem sportlichen Showgeschäft zurückgezogen, aber plötzlich greift er wieder an. Der 66-Jährige macht seinem einstigen Partner Konkurrenz. Catch-Krieg in Hannover!

Eckstein macht gerade Werbung für seinen Kampfabend am 28. September im Hangar No. 5 (Karten kosten zwischen 15 und 30 Euro). Mit Cannonball Grizzly (47) und seinen 186 Kilo hat er einen der schwersten Catcher der Welt im Ring, mit Leon van Gasteren (34) einen exzellenten Techniker, mit „Hot & Spicy“ Axel Dieter Junior (23) eines der größten Talente der Szene. „Wir bieten das Beste, was man für so einen Abend bekommen kann“, ist Eckstein überzeugt. Seine Veranstaltungen sind mit 1000 Besuchern meistens ausverkauft.

Nun allerdings fährt ihm St. Clair in die Parade. Er hat mit Kompagnon Jörg Vespermann, im Streit von seinem Ex-Kumpel Eckstein getrennt, die P.O.W. (Power of Wrestling) gegründet und ein Gastro-Zelt des Oktoberfestes für den 18. und 19. Oktober gemietet (Tickets zwischen 15 und 25 Euro). „Wir gehen zurück auf den Schützenplatz“, sagt St. Clair, „da, wo Catchen hingehört.“ Jahrzehntelang fand dort das mit sechs Wochen längste Turnier der Welt statt, bei dem alle Stars aus Europa, Japan und den USA auftraten. „Diese fetten Jahre sind längst vorbei“, sagt Eckstein, „heute werden kleinere Brötchen gebacken.“

Für ihn hatten sich zwei Tage in Folge nie gelohnt, St. Clair will sogar acht Tage pro Jahr „Sport, Show und beste Unterhaltung“ bieten. Warum die beiden das nicht zusammen versuchen? „Wir reden nicht mehr miteinander“, sagt der Brite, „es gibt nichts mehr zu reden.“ Problem für Comebacker St. Clair: Die Top-Typen werden seit Jahren von Eckstein engagiert. „Natürlich wäre mir das nicht recht, wenn die jetzt auch für ihn kämpfen“, stellt der gebürtige Bayer klar. Bisher hat er Joe X-Legend (44, Kanadier, der in Garbsen lebt) und Karsten Kretschmer (38) für sich gewonnen - und er will Catch-Legende Klaus Kauroff (72) reaktivieren. Der einstige „Dampfhammer aus Garbsen“, durch das Panik-Orchester von Udo Lindenberg (67) eine nationale Größe geworden, weiß nichts davon: „Mit mir hat keiner gesprochen.“ Und der 72-Jährige sagt deutlich: „Der Schützenplatz war Catch-Hochburg. War. Tote soll man nicht wecken.“

Das Kriegsbeil wird so schnell bestimmt nicht begraben - vorgestern meldete sich Eckstein auf seiner Facebook-Seite zu Wort: In seinem Namen seien Nachrichten von einem gefälschten Account verschickt worden. „Ich wollte dir mitteilen, dass jeder, der die Veranstaltung besucht, bei mir im Hangar No. 5 Hausverbot bekommt“, hieß es darin. „Ich gehe davon aus, dass ihr wisst, dass diese Mail nicht von mir stammte und ich euch und meine Geschäftspartner so nie benutzen würde“, stellt der 41-Jährige klar. Da ist doch ordentlich Dampf auf dem Kessel!