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Leben in Hannover Cascada will im Finale "glitzern"
Hannover Leben in Hannover Cascada will im Finale "glitzern"
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00:16 17.05.2013
Von Andrea Tratner
Quelle: Nigel Treblin
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Hannover

Cascada-Frontfrau Natalie Horler (31) gibt sich vor ihrem Auftritt für Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) bescheiden. Nachdem ihr Insider bereits ein gutes Abschneiden prophezeit haben, meinte sie: „Ich habe kein Gefühl. Ich habe nur die absolute Hoffnung, nicht auf den unteren Plätzen zu landen.“

Cascada geht Sonnabend mit dem Song „Glorious“ an den Start, der auffällig an Loreens Vorjahres-Siegersong „Euphoria“ erinnert. „Das ist das erste Mal für mich, dass ich wirklich andere Leute im Rücken habe, die ich repräsentiere, für die ich da bin - dann will man einfach nicht enttäuschen“, sagte die 31-Jährige dem NDR, der in Deutschland die Federführung beim ESC hat. Obwohl die Sängerin rund 150 Auftritte im Jahr mit Cascada absolviert, ist sie vor jedem Gang auf die Bühne noch immer nervös. „Da gucken einfach so viele Leute zu, da ist schon ein großer Druck auf einem“, so Horler über den ESC-Auftritt, bei dem gut 150 Millionen Menschen zugucken dürften. „Man darf nicht verrückt werden und ich hatte schon schlaflose Nächte deswegen.“ Gegen die Nervosität könne sie aber nichts tun. „Sehe ich so aus als ob ich Yoga oder Atemübungen mache?“ Hat ESC-Gewinnerin Lena (21) sie vorbereitet? „Wie soll sie mich retten, wenn ich die Treppe runterpurzle?“

Über ihr Outfit verriet Horler nur: „Gülden und Glitzer.“ Beim Vorentscheid in Hannover im Februar hatte sie ihre Kurven noch in einen knappen Disko-Fummel gepresst - und so für viele Diskussionen gesorgt.

Herr Wolther, seit wann sind Sie in Malmö?

Samstagmorgen. Ich bin in Hamburg auf ein Kreuzfahrtschiff gestiegen, mit dem die spanische Band „El Sueño de Morfeo“ angereist ist. Die Musiker sind alle sehr herzlich, frei von Allüren. An Bord waren allerdings weniger Eurovisions-Fans, sondern viele Anhänger der Gruppe. Das Konzert auf der Überfahrt war ein großes Erlebnis! Die Band ist sehr bekannt in Spanien und Südamerika.

Haben sie denn eine Chance im Finale am Sonnabend?

Ich fürchte nein. Diese Art keltischer Popmusik gefällt eher einem kleinen Publikum. Der Song braucht außerdem recht lange, bis die Richtung klar ist. Dafür sind drei Minuten einfach zu kurz. Und wenn 24 andere Titel mit Krach und Bumm punkten, dann hat man die Spanier schnell vergessen.

Wie ist die Stimmung in Malmö?

Ganz entspannt. Die Schweden sind ja total ESC-verrückt, das Land hat außerdem Routine in der Ausrichtung. Nach dem Riesen-Spektakel in Baku vergangenes Jahr, als wahnsinnige Summen investiert wurden, ist aber alles eine wenig heruntergefahren worden. Der ESC soll erschwinglich bleiben – auch für kleine Länder.

Also gibts keine Superlative?

Natürlich verzichten die Schweden nicht auf eine tolle Show. Die Halle besteht fast nur aus der Bühne, alle Fans werden stehen. So soll eine Disko-Atmosphäre entstehen. Allerdings sind zwei Drittel der Songs Balladen…

Das kann man vom deutschen Beitrag nicht behaupten. „Glorious“ von Cascada ist ein echter Diskostampfer ...

Ich habe die Band schon bei Proben gesehen, Sängerin Natalie Horler ist sehr bühnenerfahren. Und sie hat ein neues Kostüm! Das ist deutlich vorteilhafter geschnitten. Die Show bleibt wohl im Großen und Ganzen wie beim Vorentscheid in Hannover – eine schöne runde Sache. Die Reaktionen von Fans und Journalisten sind sehr positiv. Cascada gehört definitiv zum engeren Favoritenkreis.

Und wer liegt ganz vorne?

Hier schließe ich mich mal ausnahmsweise den Umfragen an: Dänemarks Emmelie de Forest macht das Rennen. „Only Teardrops“ ist kein Überflieger, wird aber wohl gesamteuropäischer Konsens.

Gibts auch wieder schräge Auftritte?

Naja, nichts was so extrem wäre wie der Auftritt der russischen Omas im vergangenen Jahr (lacht). Aber für Rumänien tritt ein Countertenor mit Vollbart an, der dann die Stimme in höchste Höhen schraubt. Das wirkt schon befremdlich. Und die Schweizer Heilsarmee, die sich aber nicht Heilsarmee nennen darf, bringt den ältesten ESC-Teilnehmer mit. Der Mann ist 95 Jahre alt. Die Teilnehmerin aus Mazedonien ist auch schon über 70 – und war bereits zweimal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Warum immer diese Skurrilitäten?

Der ESC ist eine Unterhaltungssendung, das gehört dazu. Außerdem braucht das Publikum was fürs Auge, man muss sich einen Titel schließlich merken können. Ich weiß nicht, ob Loreen 2012 gewonnen hätte, wenn sie nicht wie das Ding aus dem Moor auf die Bühne gegangen wäre…

Können Sie sich an ihren ersten ESC erinnern?

1975 habe ich Joy Fleming über die Bühne toben sehen. Meine Mutter ist Französin, wir mussten also immer ihrem Heimatland die Daumen drücken. Meist bin ich als Kind aber auf dem Sofa eingeschlafen. Erst 1979, als Dschingis Khan auftrat, war ich richtig begeistert. Ich habe alle Songs aufgenommen, immer wieder gehört. Ich wollte alle diese Sprachen sprechen, in alle diese Länder reisen. Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg (lacht).