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Leben in Hannover Bourani über sein neues Album und die Plaza-Party
Hannover Leben in Hannover Bourani über sein neues Album und die Plaza-Party
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16:21 29.05.2014
Von Stefan Gohlisch
Im NP-Interview: Andreas Bourani.
Im NP-Interview: Andreas Bourani. Quelle: Mathias Bothor
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Freitag spielen Sie auf dem Plaza-Festival. Was sind Ihre Erwartungen? Was kann man von Ihnen erwarten?
Ich freue mich ganz besonders. Es ist für mich in diesem Sommer das erste Open-Air-Konzert, das erste Festival, und ich habe viele Sachen aus dem neuen Album dabei. Das wird auch für mich spannend. Ich denke, das wird ein guter Nachmittag.

Was halten Sie von den Kollegen im Line-up?
Ganz besonders freue ich mich darauf, Johannes Oerding zu sehen. Wir haben uns neulich erst beim GEMA-Preis getroffen; das ist ein ganz toller Künstler. Und die Sportfreunde Stiller sind da; die habe ich in Hamburg kennengelernt, als ich bei der ESC-Party gespielt habe. Ich glaube, dass es ein schönes abwechslungsreiches Line-up ist.

Sie kommen mit einem Nummer-eins-Hit im Gepäck, „Auf uns“, der auch schon als WM-Hymne gehandelt wird. Wie geht es einem damit?
Einen Nummer-eins-Hit zu haben, ist natürlich eine überragende Sache, mit der ich nicht gerechnet habe. An so etwas denkt man einfach nicht, wenn man im Studio sitzt. Aber ich habe mich natürlich gefreut, dass die Nummer so einen Anklang gefunden hat. Ich habe Nachrichten bekommen von Hochzeitspaaren, die die Nummer gerne zu ihrer Trauung spielen würden. Ich weiß nicht woran es liegt. Es ist einfach die Energie in dem Lied und die Zeit dafür, dass es so viele Menschen da draußen bewegt. Auf das mit dem WM-Song habe ich es nicht angelegt. Es ist ja eigentlich eine Ode an meine Freunde, entstanden an einem Abend in Berlin, an dem wir zusammen gefeiert haben. Aber um diesen Moment, gemeinsam eine gute Zeit zu haben, geht es ja auch bei der WM.

Wie fußballaffin sind Sie?
Ach, ich bin mit zwei linken Füßen zur Welt gekommen, bin nie der beste Fußballer gewesen und musste schon in der Schule immer im Tor stehen, was vermutlich gar nicht verkehrt war, weil ich viel Handball gespielt habe. Aber ich verfolge die Turniere und drücke der deutschen Mannschaft natürlich ganz doll die Daumen. Ich hoffe, dass die Mannschaft sich zusammenrafft und durchs Turnier marschiert. Das passiert ja gerade, wenn es so einen Gegenwind gibt wie jetzt. Mein Traumfinale wäre Deutschland-Brasilien.

Zu Ihrem neuen Album: Auffällig ist die teils Instrumentierung. Wie kommts?
Es gibt natürlich auch ruhigere Stücke. Ich habe schon geguckt, dass es Abwechslung gibt. Aber ich bin immer ein großer Fan gewesen von Bands wie U2 und Coldplay, die große hymnische Rocksongs schreiben. Das mischt sich mit meinem deutschen Einfluss, also Künstlern wie Lindenberg, Grönemeyer, Nena, mit denen ich aufgewachsen bin.

Das Album heißt „Hey“. Ist das ein Begrüßungs-„Hey“ oder ein genervtes „Hey!“?
Das Schöne an „Hey“ ist die Vielseitigkeit: Es kann das Fordern von Aufmerksamkeit bedeuten, Empörung, eine Begrüßung. Es ist sehr flexibel einsetzbar. Wir leben in einer Zeit von Selbstoptimierungsapps. Wir sind alle in sozialen Netzwerken unterwegs. Es gibt viele Dinge, von denen wir auch einfach überfordert sind. Darum habe ich diesen Song „Hey“ geschrieben, der den Optimismus hat, dass sich am Ende alles zum Guten wendet und dass man nicht so hart zu sich selbst sein soll. Und jede zweite Nachricht auf diesen Netzwerken fängt mit „Hey“ an. Es ist einfach ein sehr gutes, plakatives Wort.

Gleich im ersten Song nach dem Intro heißt es: „Ich bin wieder am Leben“. Musste man sich etwa um Sie Sorgen machen?
Nein, man musste sich keine Sorgen um mich machen. Aber ich habe mich eine Zeitlang zurückgezogen und überlegt, was ich gerne mit dem zweiten Album machen würde. Das war im Winter, und der ist in Berlin sehr grau. Und dann folgt diese Zeit, in der die Sonne herauskommt, und die Cafés öffnen wieder. Es entsteht eine neue Energie. Man hat wieder Lust rauszugehen und sich in den Parks zu treffen. Und so ging es mir auch. Ich habe mich wieder sehr lebendig gefühlt, hatte auch einige Dinge in meinem Leben aussortiert und hatte Lust auf Neues. Und diese Energie habe ich in diesem Lied festgehalten.

Aus welchen Stimmungen heraus schreiben Sie?
Ich versuche, aus so vielen Stimmungen wie möglich heraus zu schreiben. Es ist auch immer mein Anspruch gewesen, so gut es geht, die Vielfalt des Lebens festzuhalten und auch der Gefühle, die man durchlebt. Das ist auch auf diesem Album wieder so.

In „Alles beim Alten“ heißt es: „In Höhen und Tiefen bin ich zuhaus‘“. Fühlen Sie sich zwischen den Stühlen?
Dieses Lied ist eben der Zerrissenheit gewidmet, diesem Hin und Her, das ich auch beim Schreiben fühle: Ich brauche die Abwechslung und die Reibung, um etwas schreiben zu können. Da ist mir Veränderung sehr wichtig. Darum heißt es in dem Song auch: „Ich gehöre von ganzem Herzen dorthin, wo ich nicht bin“. Weil ich eben sehr getrieben bin. Und mein Leben hat sich in den letzten drei Jahren rasant geändert. Ich habe sehr viel Erfolg gehabt, bin sehr viel unterwegs gewesen und viele Menschen kennengelernt. Das war eine sehr intensive Zeit. Ich liebe das, unterwegs zu sein. Ich mag es, unterwegs zu sein. Wahrscheinlich bin ich daheim in der Bewegung.

Auf jeden Fall gehören Sie inzwischen offenbar in die Arenen. Gibt es manchmal die Sehnsucht nach den kleinen Clubs?
Noch ist es ja nicht ganz so weit. Im Herbst habe ich eine Tour. Das sind noch keine Arenen. Aber ich habe natürlich schon in großen Hallen gespielt, zum Beispiel mit Unheilig. In Köln waren es 33 000 Menschen. Das ist natürlich eine schöne Erfahrung. Aber ich mag alle Größen. Und ich freue mich darauf, die Menschen mit der „Hey“-Tour aus ihrem Alltag rauszuholen.

Das Festival beginnt um 15.30 Uhr. Tagesticket: 25 Euro.