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Leben in Hannover Bjarne Mädel über Stromberg, miese Chefs und Pickel
Hannover Leben in Hannover Bjarne Mädel über Stromberg, miese Chefs und Pickel
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00:15 20.02.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
STROMBERG - DER FILM / Regie: Arne Feldhusen / Drehbuch / Produzent: Ralf Husmann / Mit Christoph Maria Herbst, Bjarne I. Mädel, Oliver K. Wnuk, Diana Staehly, Milena Dreißig u.v.a. / Auf diesem Foto: Stromberg (Christoph Maria Herbst) und Ernie (Bjarne I. Mädel) / MYSPASS präsentiert eine BRAINPOOL-Produktion im Verleih der NFP marketing & distribution / Lass das mal den Papa machen! Nach fünf erfolgreichen und mehrfach preisgekrönten TV-Staffeln ist Bernd Stromberg, Leiter der Schadensregulier
In Köln wird heute der rote Teppich ausgerollt – die Vorpremiere von „Stromberg – der Film“ kann man auch in der Region sehen. 
Die NP sprach mit Bjarne Mädel („Der Tatortreiniger“): Der 45-Jährige spielt den schrägen Berthold Heisterkamp, genannt Ernie. Quelle: Brainpool / Willi Weber
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Herr Mädel, es ist wieder so weit: eine röchelnde Kaffeemaschine, ein muffiges Büro, ein mieser Chef - Stromberg-Zeit. Wie groß ist Ihre Vorfreude?
Und der Chef röchelt auch (lacht). Ungelogen - riesengroß. Wir haben den Film auch erst einmal in einem kleinen Kino gesehen, aber Christoph (Christoph Maria Herbst alias Bernd Stromberg, die Red.) war nicht dabei. Deswegen freuen wir uns darauf, mit dem Team, 700 Fans und Papa zusammen zu gucken! Das wird ein Fest. Man fühlt sich ein bisschen wie ein Rockstar!

Erzählen Sie von Ihrer Rolle.
Ernie hat in 46 Folgen eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht: Er war ja mal nicht so gut drauf, Mama war nicht mehr da, Hinwendung zur Religion, alles nicht so einfach für das Rührei auf Füßen. Und in der fünften Staffel fand ich ihn persönlich auch manchmal etwas drüber. Jetzt kommen von ihm wieder normalere Töne. Aber Ernie bleibt Ernie, und ich spiele ihn ungewaschen und mit reinem Herzen.

Was treibt ihn jetzt um?
Na ja, er hat ja jahrelang unter seinem Chef gelitten. Jetzt ist er selber Abteilungsleiter, hat Entscheidungsgewalt. Und so doof er auch ist, war er ja der Einzige in dem Bums, der wirklich Ahnung von Versicherung hatte. Die anderen haben Computerspiele gespielt, er hat gearbeitet. Trotzdem muss man sich fragen: Wer ist als Vorgesetzter schlimmer, Stromberg oder Ernie (lacht).

Wie ist es, den komischen Kauz zu spielen?
Ein gefundenes Fressen, so ein Typ. Der hat mir gleich Spaß gemacht, ich habe ihn irgendwie „begriffen“. Allein schon, wenn man morgens in seine Klamotten steigt, in diese hässlichen Hosen. Man bekommt Pickel aufgeschminkt und Nivea in die Haare, damit die schön fettig sind. Was für ein Knecht! Ich habe große schauspielerische Freiheit, kann alles machen, ein großes Fest.

Was macht Ernie so absurd?
Hallo? Der hat zum Beispiel uralte Marzipankartoffeln in der Schublade liegen. Und isst sie trotzdem! Beim Essen merkt er dann erst, dass die doch nicht soooo gut schmecken.

Ich kenne solche Leute: Meine Kollegin stellt frische Schaumküsse in den Schrank und isst sie erst, wenn sie hart sind.
Leckt sie vorher auch so schön dran? (überlegt) Na ja, ich mag privat abgestandene Cola auch lieber ...

Stichwort Crowdfunding: Kann man besser arbeiten, wenn Fans den Film zahlen?
Das ist kein Alternativmodell, wir brauchen im Kino das Modell der Förderung. Eine Million Euro in neun Tagen, das ging nur, weil die Serie so viele Fans hatte. Das ist so etwas wie eine Aktie - man steckt Geld rein und bekommt vielleicht etwas raus. Ich hatte auch erst überlegt (lacht).

Wann spielen Sie jemanden vom Hamburger SV? Verlierertypen sind ja Ihre Stärke.
Boah, das ist jetzt aber die billige Schiene, Die ganz, ganz billige (schnauft). Ich hätte beim Pokalspiel gegen die Bayern auch keine zehn Euro gesetzt. Aber ich klammere mich als großer HSV-Fan an die Hoffnung, dass wir mit Mirko Slomka in der ersten Liga bleiben. Alles andere wäre Wahnsinn.