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Leben in Hannover Autorin Nina Weger taucht ab
Hannover Leben in Hannover Autorin Nina Weger taucht ab
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12:41 01.02.2013
Von Maike Jacobs
LAUSCHANGRIFF: Nina Weger liest aus ihrem neuen Buchvor – den Kindern gefällts. Foto: Strangmann
LAUSCHANGRIFF: Nina Weger liest aus ihrem neuen Buch vor – den Kindern gefällts. Quelle: Focke Strangmann
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Hannover

Sie ist Seiltänzerin, Journalistin, Drehbuchautorin, Werbetexterin, Zirkusdirektorin, zweifache Mutter - Nina Weger hat mit ihren 42 Jahren schon eine volle Biografie. Seit zwei Jahren schreibt sie Kinderbücher - und auch das scheint eine absolute Erfolgsgeschichte zu werden.

„Ein Krokodil taucht ab und ich hinterher“ heißt ihr neues Buch, das heute offiziell erscheint. Es handelt von Paul, dessen Krokodil im Streit von der neuen Stiefschwester fies im Klo runtergespült wird. Entsetzt und geschockt läuft der Junge davon und klettert todesmutig den nächstbesten offenen Kanalschacht hinunter, um Orinoko, seinen Mississippi-Alligator, zu retten. Das ist die Vorgeschichte zu einem spannenden Abenteuer unter der Stadt.

Paul trifft dort auf eine Kinder-Bande, die schon länger in den Kanälen lebt. Sie sind Ausreißer, haben es zu Hause aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr ausgehalten. Ihre Beziehungen, ihre Erfahrungen und Ideen prägen die Abenteuergeschichte um Paul und Orinoko.

Nina Weger liebt ungewöhnliche Geschichten - kein Wunder, dass sie auch ihr Buch an einem besonderen Ort präsentiert: Donnerstag stieg die Autorin in einen Regenwasserkanal Hannovers ab, um die wohl einmaligste Lesung des Jahres zu veranstalten. Denn dort unten war es stockdunkel, modrig und feucht-nass. Ihre Zuhörer: Acht Kinder, jede Menge Journalisten und Mitarbeiter der Stadtentwässerung.

Autorin Nina Weger präsentierte am Donnerstag in Hannover ihr zweites Kinderbuch: "Ein Krokodil taucht ab" (Oettinger, 13,95 Euro). Dafür ging sie mit Kindern in die Kanalisation am Maschsee.

„Für das Buch habe ich alles genau recherchiert und mich auch immer wieder bei der Stadtentwässerung rückversichert“, sagt Weger. „Denn Kinder lassen sich nicht in die Irre führen: Sie merken, wenn etwas nicht stimmt, oder Erzählstränge nicht zu Ende geführt werden“. Logisch, dass ihre Nachwuchs Greta (16) und Vinzent (13) die ersten „gnadenlosen“ Testleser waren. Außerdem hat sie Mathis (10) aus dem Kinderzirkus Giovanni um eine Rezension gebeten. Denn für seine Altersgruppe ist das neue Buch gedacht. „Mein großer Vorteil ist ja, dass ich durch den Zirkus Kinder von klein bis groß kenne und ihre Sorgen mitbekomme. Zum Beispiel, wenn sich Familienstrukturen verändern. Wie bei Paul auch ist das immer ein Drama für sie.“

Kinderbücher zu schreiben, sei schon immer ein Traum für sie gewesen. Dass sie jetzt bei Oetinger, dem Verlag ihrer Lieblingsautorin Astrid Lindgren, unter Vertrag steht, ist für 42-Jährige wie ein Ritterschlag: „Ich hatte wirklich viel Glück“, sagt sie. „Ich wollte ein Buch über den Kinderzirkus schreiben, aber der Verlag fragte gleich, ob ich noch eine andere Idee hätte. Klar!“, lacht sie. „Helden wie Opa und ich“ wurde 2012 ihr Debüt. Derzeit arbeitet sie am dritten Buch. „Schreiben habe ich ja gelernt, das ist mein Handwerk.“ Bevor sie ein Buch beginne, habe sie ein genaues Gerüst. Einfach darauflos schreiben könne sie nicht: „Ich lege mir sogar zu jeder Person eine eigene Biografie an.“

Scheidungsgeschichten, wie Paul sie im Buch erlebt, kennt Nina Weger auch: „Als ich mit meinem Mann zusammenkam, hatte der schon zwei große Töchter und als wir versuchten, gemeinsam das Haus einzurichten, hatten wir genau den Streit um den Tisch: rund oder eckig? Obwohl es in Wirklichkeit um etwas ganz anderes ging.“