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Leben in Hannover Auszeichnung für Fabrizio Sepe
Hannover Leben in Hannover Auszeichnung für Fabrizio Sepe
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00:28 25.10.2014
Von Mirjana Cvjetkovic
TOLLES TEAM (von links): Daniela Feyerabend (Therapeutin), Andreas Feyerabend, Fabrizio Sepe, Andreas Wessels (MHH) und Manuela Staffhorst, ebenfalls Therapeutin.
TOLLES TEAM (von links): Daniela Feyerabend (Therapeutin), Andreas Feyerabend, Fabrizio Sepe, Andreas Wessels (MHH) und Manuela Staffhorst, ebenfalls Therapeutin.
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Hannover.

So eine Auszeichnung? Für ihn? „Kommt nicht in Frage“, sagte sich Fabrizio Sepe (44) - und tat das auch der MHH kund. Die dortige Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie hatte den Chef des Serengeti-Parks herausgepickt, um ihn beim MHH-Symposium „Anders sein“ am Sonnabend für sein Engagement zu ehren.

„Und das in meinem Alter“, wehrte Sepe ab, „ich war der Meinung, das verdient jemand anders.“ Dass es aber um die Idee an sich geht, das sah der 44-Jährige schnell ein. Mit Andreas Feyerabend (38), Leiter der MHH-Trauma-Ambulanz, und Fotograf Holger Hollemann hatte er überlegt, wie man psychisch Kranken nach dem Klinikaufenthalt den Wiedereinstieg ins normale Leben erleichtern kann. „Und dafür ist unser Tierpark ist doch perfekt! Sie kommen mit freundlichen Tieren in Kontakt, können sie füttern und anfassen und auch anderen Besuchern - ob jung oder alt - begegnen“, erzählt der Mann mit den italienischen Wurzeln.

Aus der anfänglichen Idee wurde zügig Ernst - schon seit zwei Jahren besuchen MHH-Patienten den Tierpark. Pro Besuch (fünf bis sechs im Jahr) sind es 25 bis 30 Leute (Borderliner, Depressive, Opfer sexueller Misshandlung), das Projekt wird auch wissenschaftlich begleitet. „Es ist ein großes Highlight für die Patienten, eine willkommene Abwechslung zum Therapiealltag“, erklärt Trauma-Therapeut Feyerabend. „Und die Begeisterung hält auch noch Monate später an“, berichtet er aus seinem Arbeitsalltag.

Genau das begeistert auch den Hausherrn Sepe: „Ich war so gerührt, als ich glückliche Menschen gesehen habe, die sonst im Bett gelegen und nur auf einen Punkt gestarrt haben.“ Seine Freundin Stefanie Hilger (38) ist Psychologin, durch sie hat auch Sepe begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen - es sollte ihn nicht mehr loslassen. „Tiere haben diese Einfachheit, die wir verloren haben“, ist sich der 44-Jährige sicher, „sie bringen einen runter, befreien den Geist von den vielen Gedanken. Einklang mit der Natur - das tut gut.“

Ex-Bundespräsident Christian Wulff (55), sein Freund, findet das Projekt auch gut - er hält die Laudatio auf Sepe. Die Männer verbindet eine „lange, fruchtvolle Freundschaft“, Sepe ist sogar Pate von Wulffs Sohn Linus (5). Jedenfalls freut sich der Tierpark-Chef nun auf die Ehrung: „Ich bin sehr stolz. Es geht um die Sache, die Idee hätte auch von einem 15-Jährigen kommen können.“