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Leben in Hannover Anna Monta Olek (12) bastelt Glück für kranke Kinder
Hannover Leben in Hannover Anna Monta Olek (12) bastelt Glück für kranke Kinder
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21:30 05.01.2015
Von Andrea Tratner
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Bastelt für kranke Kinder: Anna Monta Olek (12). Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Streifen, winzige Blumendekors, Punkte und Wellen - etwa 3000 „Glücksperlen“ hat Anna Monta Olek (12) schon aus Ton geformt, mit Acrylfarben bemalt, anschließend lackiert, auf Draht gefädelt und mit einem Bändchen verknotet: „Anfangs habe ich sie für 1,50 Euro verkauft. Aber dann habe ich gemerkt, dass die Menschen mehr geben, wenn ich um eine Spende bitte.“ Die Kleine klingt wie ein Charity-Fuchs.

Mit dem Geld, das sie so sammelt, unterstützt sie ein anderes Perlen-Projekt: Patienten auf der Kinderkrebsstation der MHH bekommen für jede überstandene Behandlung, jede überwundene Hürde, die ein Schritt Richtung Heilung ist, eine spezielle Perle auf einen roten Faden. Ein „Tagebuch ohne Worte“ entsteht so. Anna hat die Station besucht. „Das ist schrecklich“, erzählt sie mit leiser Stimme. Danach stürzte sie sich mit noch größerem Eifer in die Bastelarbeit. „Wenn es um Schwächere geht, dann ist sie da“, sagt Mama Petra Olek (49) stolz, „Anna hatte immer einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.“

Deshalb wollte sie im Mai 2013, als die Bläserklasse der Schillerschule ein Benefizkonzert für die Kinderkrebsstation veranstaltete, nicht zurückstehen: „Ich wollte helfen, spiele aber nur Klavier.“ Sie studierte die Homepage des Vereins, fand die „Mutperlen“ gut - und fing an zu basteln. Auch ihre Freundinnen helfen mit, ihre Trainingsgruppe weiß die talentierte Nachwuchs-Judokämpferin (2014 wurde sie als Sportlerin des Jahres von der NP geehrt!) ebenfalls an ihrer Seite.

Und auch Prominente hat die Zwölfjährige schon eingespannt: Als sie 2013 in der ARD-Show „Groß gegen Klein“ im „Judojacken-Hangeln“ gegen den Weltklassekämpfer und Olympia-Dritten Dimitri Peters (30) antrat - und gewann -, stellte sich Moderator Kai Pflaume (47) anschließend mit ihr auf einen Wochenmarkt - und schrieb Autogramme nur gegen „Glücksperlen“-Spenden. „400 Euro sind zusammengekommen“, freut sich Anna. Pflaume bedankte sich mit einer Widmung: „Das war ein farbenfroher, umwerfender Tag mit dir“ steht auf dem gemeinsamen Foto.

Eine schöne Erinnerung. Die großen Vorbilder in Annas Leben stammen aber eher aus dem sportlichen Bereich: Bilder der französischen Judoka und dreifachen Weltmeisterin Lucie Décosse (33) hängen an den Wänden in Annas Zimmer - direkt neben ihrer eigenen stattlichen Sammlung an Pokalen und Medaillen. Mit zwei ging es zum ersten Mal auf die Judo-Matte. „Das war eher eine Art Kinderturnen“, erzählt Mutter Petra, „viel Rangelei, aber ein sehr vielseitiger Sport für den Start.“ Den grünen Gurt hat Anna, als Nächstes ist der blaue dran.

Eine Weile muss die Zwölfjährige aber noch pausieren, sie darf erst Mitte Januar wieder ins Training einsteigen. Bei einem U-15-Turnier hat sie sich den rechten Arm gebrochen - ausgerechnet bei einem Freundschaftskampf. „Ich wäre schon qualifiziert gewesen für die Landesmeisterschaft“, sagt sie traurig - und strahlt bei diesem Zukunftsplan: „Ich will unbedingt mal zu Olympia.“

Wir drücken die Daumen. Am Glück sollte es bei der fleißigen Glücksperlen-Bastlerin jedenfalls nicht scheitern.