Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Leben in Hannover Andreas Gabalier: "Ich bin und bleibe ein Bauersbua"
Hannover Leben in Hannover Andreas Gabalier: "Ich bin und bleibe ein Bauersbua"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 24.11.2014
Von Andrea Tratner
SING IM FILM: Andreas Gabalierspielt bei den „Rosenheim-Cops“einen Sänger.
SING IM FILM: Andreas Gabalier spielt bei den „Rosenheim-Cops“ einen Sänger.
Anzeige

Wie ist die Bilanz nach den „Rosenheim-Cops“: Stehen Sie lieber vor der Kamera als auf der Bühne?
Oh nein! Das war ein kleiner Versuch vor der Kamera, eine interessante Erfahrung. Beim Film muss man echt starke Nerven haben, man braucht Geduld. Dieses ewige Warten zwischen den Szenen, dann passt dem Regisseur wieder das Licht nicht, dann muss umgebaut werden. Dreharbeiten sind anstrengend, das dauert wirklich von früh bis spät. Ich habe Respekt vor allen Schauspielern.

War wenigstens das Catering gut?
Jaaa! Ich hab den ganzen Tag gefressen (lacht lauthals).

Wie siehts mit Ihrem Talent aus?
Ich hab die Folge noch nicht gesehen, kann also gar nichts dazu sagen. Es ist ja immer komisch, wenn man sich selbst sieht, ich mag auch meine Auftritte in Fernseh-Shows nicht anschauen. Der Regisseur war aber zufrieden. Dabei hab ich mir das Drehbuch davor gar nicht groß angesehen, weil wir auf Tour unterwegs waren. Ich hab mir die Sätze durchgelesen - und nach der siebten Einstellung hats dann auch gepasst. Textlernen ist nichts für mich (lacht).

Wie kam es zu der Rolle?
Es ist die 300. Folge der „Rosenheim Cops“, sie haben mich gefragt, ob ich eine Gastrolle übernehme. Das ist ein kleiner Meilenstein auf meinem Weg, ich träume jetzt aber nicht davon, ein großer Schauspieler zu werden. Der Fabrizio Frey im Film ist ein Pop-Star aus Graz, die Rolle ist schon auf mich zugeschrieben. Nur meine Lederhose, die hab ich nicht an.

Wo schauen Sie die Folge?
Ich bin zufälligerweise daheim und werde das mit einer Gulaschsuppe und Bier zusammen mit meinem Nachbarn schauen. Ich hab mir zwar ein Haus gekauft, hab aber immer noch meine alte Studentenbude in Graz. Von der trenne ich mich nicht, weil mir dann die Nachbarschaft sehr fehlen würde. Die Zeit steht still hier, das tut mir gut.

Im September lief „Die Volks-Rock’n’Roll-Show“ mit Ihnen in der ARD. Ist eine Fortsetzung geplant?
Ja, ich hoffe schon. Wir sind grad am Ausreden, wann und wie das passieren könnte. Wenn man es fortsetzt, muss man ja die Geschichte vom Volks-Rock‘n‘Roller weitererzählen.

Wie geht die denn weiter?
Das steht noch in den Sternen. Es ist so viel passiert. Eigentlich sollte ich mich jetzt zurücklehnen, andererseits bin ich total motiviert, etwas Neues auszuprobieren. „Volks-Rock‘n‘Roll“ ist ja eingetragene, geschützte und reservierte Marke - und steht sogar als Tattoo auf meiner Wade.

Auf ewig! Ist das beunruhigend?
Neeeein, alles gut. Das bin ich!

Wenn Sie einen neuen Musikstil erfinden, gibts ein Tattoo daneben?
Dann singe ich wie Cro mit einer Maske (lacht).

„Sing meinen Song“ war auf VOX eine weitere erfolgreiche TV-Show. Wie waren die „Tauschkonzerte“?
Ein bisschen wie auf Klassenfahrt, man konnte bei den Aufnahmen in Südafrika total herunterkommen, den Stress ausblenden. „Sing meinen Song“ war mein Highlight dieses Jahres. Xavier Naidoo und mich verbindet eine kleine Seelenverwandschaft. Es war ein sehr emotionaler Moment, als er „Amoi seng ma uns wieder“ gesungen hat. Zum ersten Mal seit sechs Jahren hab ich wieder geweint bei dem Lied, es war ein besonderer Moment.

Im Text geht es ja auch um den Selbstmord Ihres Vaters und Ihrer Schwester ....
Auf der Bühne bin ich konzentriert auf den Song, aber als Zuhörer hat mich das total überrumpelt. Wir haben uns dann alle nochmal getroffen und eine Weihnachtssendung von „Sing meinen Song“ aufgenommen, die läuft am 16. Dezember auf VOX.

Wird Ihnen nicht schwindelig, weil Ihre Karriere so durchstartet?
Jaaa, dass es so steil geht, ist nicht der Regelfall, oder?

Wer holt Sie runter und erdet Sie?
Man muss mich nicht runterholen, ich bin und bleibe ein Bauersbua. Ich genieße, schätze und liebe den Erfolg. Aber wenn ich heimkomme, dann bin ich wieder der alte Andy. Meine Oma kommt auch immer noch zu meinen Konzerten - aber im Sommer hat sie sich den Oberschenkel gebrochen, da hat sie eine kleine Pause gemacht.

Für Ihre Weigerung, den neuen geschlechterneutralen Text der österreichischen Nationalhymne zu singen, haben Sie Kritik einstecken müssen. Wie geht es Ihnen damit?
Die Kritik kam ja von ein paar Schwerst-Ultralinken, das war die Minderheit. Auf Ö3, dem größten Radiosender in Österreich, haben wir über den Text debattiert - und mit 96 Prozent ist die Abstimmung zu meinen Gunsten ausgegangen. Die Diskussion ist ein Schwachsinn, denn der Text ist ein Stück Tradition, ein Kulturgut. Ich war erst neulich beim Fußballspiel Österreich-Russland, da haben 50 000 Menschen mit Inbrunst „Heimat bist du großer Söhne“ gesungen. Ich hab unfassbar viel Sympathie bekommen.

Und es gab auch keinen Ärger mit Ihrer Freundin Silvia Schneider, einer bekannten Moderatorin?
Schwachsinn, die steht auch für Tradition. Ich glaube, wir haben andere politische Sorgen in unserem Land, als krampfhaft den Text unserer Hymne ändern zu müssen.