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Leben in Hannover US-Amerikanerin Cibola bringt Album „Heart&Soul“ in Hannover raus
Hannover Leben in Hannover

Amerikanerin Alicia Cibola bringt  Album „Heart&Soul“ in Hannover raus

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13:05 16.09.2021
Hat Hannover lieb gewonnen: Die amerikanische Sängerin Alicia Cibola veröffentlicht in der Landeshauptstadt ihre erste Platte.
Hat Hannover lieb gewonnen: Die amerikanische Sängerin Alicia Cibola veröffentlicht in der Landeshauptstadt ihre erste Platte. Quelle: Dröse
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Hannover

Es sind Themen wie Liebe, Schmerz, Trennung und Rassismus, die Alicia Cibola (30) in ihrer Musik verarbeitet: „Inhaltlich alles Dinge, die ich selbst durchgemacht habe. Also absolut authentisch.“ Die Titel der Songs heißen dann etwa „Roadrunner“, „I miss you“ und „It could have been me“. Am 29. Oktober veröffentlicht die Amerikanerin aus Houston in Texas, die seit zwei Jahren in Linden lebt, ihr erstes Album „Heart and Soul“. Außerdem tritt sie am 17. und 18. September mit ihrer Band auf.

Zunächst dieses Ding mit der Liebe: „Aus diesem Grund bin ich nach Hannover gekommen“, erzählt die 30-Jährige bei einem Kaffee in der neuen Massimo-Eisdiele in der Oststadt. Der Typ ist mittlerweile wieder weg, sie ist dageblieben. „Ich nutzte die Chance, mein Leben neu auszurichten.“ Vor allem hat der Social-Media-Managerin die Trennung eine bestimmte Tür aufgestoßen – sie hat sich wieder mehr der Musik gewidmet. „Ich singe schon mein Leben lang“, sagt Cibola, „in der Kirche, in der Schule, im Theater.“

Ihr ganzer Stolz: Am 29. Oktober veröffentlicht Alicia Cibola ihre erste EP „Heart&Soul“. Quelle: Jan Blachura

Vor sechs Jahren hat sie angefangen, eigene Songs zu schreiben. „Was auch daran liegt, dass ich besser Lieder über meine Gefühle schreiben kann, als über sie zu sprechen“, gesteht die Texanerin lachend. „Soul-Pop mit ein bisschen Rock“ beschreibt sie ihren Stil. Sie selbst mag so ziemlich alles, was die Musikwelt hergibt, ist schon von Kindesbeinen in Kontakt mit ganz unterschiedlichen Musikrichtungen gekommen.

Vorbild: Sängerin Natasha Bedingfield (links) inspiriert Alicia Cibola bis heute. Sie traf den Star im Jahr 2017 nach ihrem Konzert im US-Bundesstaat Texas. Quelle: privat

„Meine Eltern stammen aus dem Kongo, wir haben Musik von dortigen Künstlern gehört, amerikanischen Soul und Blues, Reggae, Country“, zählt die 30-Jährige auf. Vor allem aber hat sie eine Künstlerin geprägt: Natasha Bedingfield (39). „Ich habe sie nach einem Konzert in Dallas mal bei einem ,Meet and Greet’ getroffen“, erinnert sie sich Cibola an die Begegnung im Jahr 2017. „Sie hat sich eine Stunde Zeit genommen, Tee mit uns getrunken, mit uns gesungen“, berichtet die Musikerin immer noch ehrfürchtig von jenem Tag.

Alicia Cibola

*20. Dezember 1990 in Houston (US-Bundesstaat Texas). Sie wächst mit vier Schwestern und zwei Brüdern auf, studiert nach der Schule an der „University of Louisiana at Lafayette“ Bewegtbild und Organisationskommunikation. Im Anschluss geht sie zurück in ihre Heimatstadt nach Texas und arbeitet dort als Social-Media-Managerin. 2019 zieht sie nach Hannover, schreibt sich an der Leibniz Universität für den Masterstudiengang „Advanced Anglophone Studies“ ein. Aus ihrem Homeoffice in Linden ist sie zeitgleich als Social-Media-Managerin für die „Wheeler Avenue Baptist Church“ tätig. Sie tritt mit ihrer Band im Sommer 2021 unter anderem beim „Kommraus“-Festival im Ricklinger Bad auf. Cibola spricht Englisch, Französisch und Lingala, der Sprache in der kongolesischen Heimat ihrer Eltern. „Avatar“ ist ihr Lieblingsfilm, außerdem liebt sie die Serien „Game of Thrones“, „The Duchess“ und „Marie Antoinette“. www.aliciacibolamusic.com

Der übrigens mit einer Umarmung mit der „Unwritten“-Sängerin endete: „Sie sagte ,Schreib’ weiter’ und ,Ich kann deine Seele spüren.’“ Dem Rat ist sie gefolgt, sechs Songs bringt die Frau mit den mächtigen Wimpern demnächst auf den Weg. Das Video zu einem der Stücke, „Roadrunner“, ist sogar in Hannover entstanden, genauer gesagt im Laatzener „Mel’s Diner“.

Was ist eigentlich mit Rassismus, welche Erfahrungen hat sie, eine schwarze Frau, da in Hannover gemacht? „Das Problem gibt es überall, das weiß ich“, gibt sie zu verstehen, „allerdings habe ich hier nicht die Angst, für gar nichts von einem Polizisten getötet zu werden.“ Cibola spricht damit unmissverständlich auf das Schicksal von George Floyd (†46) und anderen schwarzen Menschen in den USA an, die durch weiße Polizeigewalt ihr Leben verloren haben.

Sie spricht bei einer „Black Lives Matter“-Veranstaltung an der Oper

Als die „Black Lives Matter“-Bewegung startete, war Cibola zu Hause, in ihrer neuen Wahlheimat in Linden-Mitte. „Ich konnte nicht glauben, was ich gesehen habe“, versucht sie, ihr Entsetzen über das Geschehene in Worte zu fassen, „es war wirklich hart zu sehen, was da vorgefallen ist.“ Cibola beteiligte sich an den Kundgebungen am Opernplatz, fand sich schließlich auf der Rednerbühne wieder, ließ dort vor mehreren tausend Leuten ihren Gefühlen freien Lauf.

„Ich war die einzige Amerikanerin, die dort überhaupt gesprochen hat“, erinnert sie sich an den 7. Juni 2020 in der Innenstadt. Und eigentlich hat sie da nichts anderes in Worte gefasst, was ihre Eltern ihr zu Hause seit jeher mitgegeben haben: „Begegne Menschen immer mit Freundlichkeit, Würde, Respekt und Liebe, egal welche Hautfarbe sie haben.“

Cibola kümmert sich um Social-Media-Auftritte der „Wheeler Avenue Baptist Church“

Eine Einstellung, die Alicia Cibola auch in der Kirchengemeinde verfestigt. „Ich bin mit der Kirche aufgewachsen, in mir steckt aber auch grundsätzlich eine optimistische Person“, sagt sie. Auch wenn sie sich nicht als streng gläubig ist, bezeichnet sie sich als durchaus spirituelle Person, „die daran glaubt, dass da etwas ist, worauf wir uns freuen können“. Über ihren Content bei der „Wheeler Avenue Baptist Church“, für die sie von Hannover aus arbeitet, erfreuen sich derzeit gute 130.000 Facebook-Follower, bei Instagram verfolgen rund 22.800 Menschen das Gemeindeleben.

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Cibola hat viel Freude am Leben, genießt ihre neue Heimat Hannover, wo sie nur kann: „Linden ist ein Stück Heimat geworden“, betont sie. In ihre Wohnung lädt sie Freunde ein, die sie bekocht, ansonsten trifft man die stimmgewaltige Frau in den Restaurants der Stadt an. „Essen, Trinken und Musik bringen Menschen nun mal zusammen.“

Alicia Cibola spielt mit ihrer Band (manchmal sind es sechs, manchmal acht Musiker) am 17. September ab 19 Uhr im „Lokal Vier“ (Goseriede 4), der Eintritt ist frei. Am 18. September ist sie auf der Bühne der „Strangriede Stage“ (Engelbosteler Damm 106) zu Gast. Beginn ist um 21 Uhr, Tickets kosten zehn Euro.

Von Mirjana Cvjetkovic