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Leben in Hannover 15 Jahre „Alles was zählt“ auf RTL: Silvan-Pierre Leirich über das Serien-Jubiläum
Hannover Leben in Hannover

Alles was zählt: Serien-Urgestein Leirich über das RTL-Jubiläum

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11:53 05.09.2021
Feiern das „Alles was zählt“-Jubiläum: Silvan-Pierre Leirich, Tatjana Clasing, Ania Niedieck, Matthias Brüggenolte, Kaja Schmidt-Tychsen, Francisco Medina (von links).
Feiern das „Alles was zählt“-Jubiläum: Silvan-Pierre Leirich, Tatjana Clasing, Ania Niedieck, Matthias Brüggenolte, Kaja Schmidt-Tychsen, Francisco Medina (von links). Quelle: RTL, Bernd Jaworek
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Hannover

Silvan-Pierre Leirich (60) ist eines der Urgesteine in der RTL-Serie „Alles was zählt“. Seit der ersten Folge im Jahr 2006 spielt er den Firmenchef Richard Steinkamp. Die NP sprach mit ihm über Eiskunstlauf, Hippie-Jugend in Wettbergen und das „Mittwoch Theater“ auf dem Lindener Berg.

Sie spielen seit 15 Jahren den Richard Steinkamp in der RTL-Serie „Alles was zählt“. Wie fühlen Sie sich jetzt beim Jubiläum?

Ich hätte 2006 nie gedacht, dass diese Serie so einen langen Atem hat. Der Anfangs-Hype war groß, ich dachte aber, dass sich das wieder legt. Aber die Qualität hat sich durchgesetzt. Es war auch clever von den Serien-Machern, nach dem Start mit dem Schwerpunktthema Eiskunstlauf immer wieder die Sportart zu wechseln, wir hatten auch Tanzen, Boxen und Fußball. Ich habe beim Start die Zusammenarbeit mit der früheren Profi-Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko sehr genossen. Dabei hatte ich nie was mit Eiskunstlauf am Hut (lacht).

Wie sind Sie auf den Seriengeschmack gekommen?

Ich hatte zuvor „Sophie – Braut wider Willen“ mit Yvonne Catterfeld gedreht – da war aber nach 65 Folgen Schluss. Der Vorteil an langlebigen Serien-Formaten ist, dass die Arbeit mit Kollegen und dem Team sehr entspannt sein kann, dass enge Freundschaften entstehen. Die Aufgabe ist aber trotzdem kreativ anspruchsvoll. „Alles was zählt“ bezeichnen wir auch bewusst nicht als „Soap“, sondern als tägliche Serie. Ich habe immer wieder spannende andere Angebote dafür abgesagt. Ich habe ja auch eine tragende Rolle (lacht).

Nicht immer nur freundlich: Silvan-Pierre Leirich spielt in „Alles was zählt“ den Firmenchef Richard Steinkamp. Quelle: RTL, Bernd Jaworek

Wie hat sich der Firmen-Patriarch Richard Steinkamp denn in den 15 Jahren verändert?

Die Charakterstruktur bleibt gleich, aber Richard ist sensibler geworden, durch das, was er in diesen 15 Jahren erlebt hat. Es gab ja immer wieder Krisen und lebensbedrohliche Situationen, die Richard uns seine Frau Simone gemeistert haben. Ihn und „Mönchen“ verbindet sehr viel.

Wie kamen Sie zur Schauspielerei?

Mein Gemeinschaftskundelehrer an der KGS Hemmingen hat damals beim „Mittwoch Theater“ auf dem Lindener Berg mitgespielt – Hans-Heinrich Steinberg ist heute noch einer meiner besten Freunde. Er hat mir eine kleine Rolle vermittelt. Es war die Zeit, als Franz-Josef Strauß Kanzler werden wollte, wir machten links orientiertes politisches Kabarett – wie es sich für die damalige Zeit gehörte (lacht).

Das ist Silvan-Pierre Leirich

Geboren am 21. November 1960 in Hannover. Nach dem Abitur an der KGS Hemmingen macht er eine Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, hat bereits kleine Rollen in Hörspielen. Nach dem Abschluss spielt er Theater an den Bühnen in Ulm, Basel, Wiesbaden und Dortmund, auch bei den Salzburger Festspielen hat er Auftritte. Als Synchronsprecher lieh er zum Beispiel Jude Law in „Unterwegs nach Cold Mountain“ seine Stimme. Im Fernsehen war er unter anderem in „Unser Charly“ und diversen Krimiformaten zu sehen. Seit 2006 spielt er in der RTL-Serie „Alles was zählt“ das Oberhaupt des Steinkamp-Clans. Leirich lebt in Köln, ist verheiratet mit der italienischen Schauspielerin Barbara Ricci, hat zwei Kinder.

Wie alt waren Sie da?

19 Jahre alt, und kurz vor dem Abitur. Ich hatte in meiner Schullaufbahn ein bisschen Pech. Die fünfte Klasse habe ich wiederholt. Und in der siebten Klasse hatte ich einen schweren Unfall – weil das Fußballtraining ausgefallen war, bin ich im Wettberger Forst auf einen Baum geklettert. Ich bin fast elf Meter tief gestürzt und hatte mehrere Brüche. Drei Monate war ich nicht in der Schule, so ein Pensum holt man nicht wieder auf...

Klingt nach einer abenteuerlichen Jugend!

Ach, ich habe jeden Blödsinn gemacht, wie andere Jungs in dem Alter auch. Aber eigentlich gehörte ich eher zur Hippie-Fraktion – ich habe gerne auf dem Boden gelegen, in den Himmel geguckt und geträumt.

Hat das „Mittwoch Theater“ in Hannover die Theaterleidenschaft geweckt?

Auf den Geschmack war ich vorher schon gekommen (lacht). Ich habe mich auf den letzten Drücker an der Otto-Falckenberg-Schule in München beworben. Und habe gleich im ersten Anlauf die Aufnahmeprüfung bestanden. Ich hatte noch vor Abschluss der Ausbildung ein Angebot vom Theater in Ulm. Danach hatte ich auch in Dortmund, Wiesbaden und bei den Salzburger Festspielen Engagements.

„Alles was zählt“-Urgesteine: Tatjana Clasing und Silvan-Pierre Leirich spielen Simone und Richard Steinkamp. Quelle: RTL, Bernd Jaworek

Wie hat es sie zum Fernsehen verschlagen?

Ich wollte unbedingt ins TV (lacht). Ich war Anfang der 90er beim Casting für die Verfilmung von dem Roman „Rosen für Afrika“ von Ludwig Fels – der Titel klingt jetzt pathetisch, es war aber ein sozialkritischer Stoff. Eigentlich war ich schon aus dem Rennen. Doch dann wurde ich gebeten, noch für das Vorsprechen einer Kollegin für die weibliche Hauptrolle auszuhelfen und den Text der männlichen Hauptfigur zu sprechen. Das hat den Regisseur überzeugt.

Was ist der Reiz an Fernsehen?

Im Theater spielt man ein Stück eine ganze Saison lang immer wieder. Im Fernsehen ist mehr Veränderung, die Rollen sind vielschichtiger, die Palette der Charaktere größer. Ich kann mich da freier fühlen.

Das war der „AWZ“-Start: Diana (Tanja Szewczenko) will Eiskunstläuferin werden. Quelle: Folge 15

Im Firmen-Imperium der Steinkamps in „Alles was zählt“ dreht sich alles um Sport – wie halten Sie sich fit?

Hauptsächlich mit Joggen. Aber ohne Kopfhörer und Musik, mir ist wichtig, im Hier und Jetzt zu sein. Ich will Gerüche und Geräusche beim Laufen wahrnehmen.

Was passiert in der Jubiläumswoche der Serie?

Details darf ich natürlich nicht verraten. Nur so viel: Wir haben die Folgen sehr aufwendig gedreht, das hat Spielfilmcharakter.

„Alles was zählt“

Mehr als 3700 Folgen „Alles was zählt“: Montag bis Freitag ab 19.05 Uhr kann man seit 15 Jahren auf RTL verfolgen, wie Familie Steinkamp ihr Sport- und Wellness-Firmenimperium immer wieder neu erfindet, wie Liebe, Rache, Intrigen und Emotionen die Zuschauer in den Bann ziehen. 2006 war die Serie das Sprungbrett für die ehemalige Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko (44), die als Diana Sommer um ihre Liebe und eine Karriere auf dem Eis kämpfte.

Seitdem hat „AWZ“ die Schwerpunktthemen und das Personal oft gewechselt. Gastauftritte hatten unter anderem Frauke Ludowig (57), Joachim Llambi (57) oder DSDS-Sieger Alexander Klaws (38), der Titelsong ist von Christina Stürmer (39). In den Jubiläumswochen sorgt Schauspiel-Star Erol Sander (52) als Gangster Frank Giese für Nervenkitzel: Auf dem Firmenkonto der Steinkampf fehlen zwei Millionen Euro. Und mit der Essener Unterwelt sollte man sich nicht anlegen!

Von Andrea Tratner