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Leben in Hannover Alina Zimmermann liebt es immer noch gesund
Hannover Leben in Hannover Alina Zimmermann liebt es immer noch gesund
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19:16 31.01.2017
GEMÜTLICH:Alina Zimmermann möchte mit dem „Lieb es“ in der Nordstadt einen Ort zum Verweilen schaffen.
GEMÜTLICH: Alina Zimmermann möchte mit dem „Lieb es“ in der Nordstadt einen Ort zum Verweilen schaffen. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Als Alina Zimmermann (25) im März 2015 die erste „Love it?healthy“-Filiale in der Niki-Promenade eröffnete, hätte sie niemals erwartet, dass sie rund zwei Jahre nach dem Start ihres Konzepts bereits vor ihrem dritten Lokal steht.

„Ich wollte es unbedingt, und das musste auch Hals über Kopf geschehen“, erinnert sich die Jungunternehmerin. Gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Martin Wanasky (28) holte sie sich zur Unterstützung Christian Rach (59) und seine ZDF-Reihe „Rach und die Restaurantgründer“ ins Boot. Dass sie im TV landete, war dabei gar nicht geplant: „Ich bin ein großer Fan und hab ihn einfach angeschrieben – das hat dann offenbar als Bewerbung genügt.“

Und das hat sich für die 25-Jährige gelohnt. „Er hat uns mit einfachen Tricks gezeigt, wie wir unser Konzept optimieren können.“ „Eine Marktlücke“ prophezeite Rach seiner Musterschülerin, über die er sagte: „Sie ist eine Macherin, sie hat das Gründer-Gen.“

Das Geheimnis der Jungunternehmerin: Sie bietet an, was sie selbst vermisst hat. „Ich habe viel Sport getrieben und mich gesund ernährt. Aber in der Mittagspause schnell mal etwas Gesundes?essen war immer problematisch.“ Bei „Love it Healthy“ setzte sie auf frische und gesunde Gerichte, ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und raffinierten Zucker.

Ihr Konzept kommt aber nicht nur beim Kunden an – auch die Mitarbeiter sind begeistert: „Viele interessieren sich für Ernährung und studieren auch entsprechende Fächer – die haben sich dann bei mir beworben.“ Inzwischen ist die junge Frau Chefin von 25 Angestellten – „das ging schon ziemlich schnell“. Ihr Alter spielt dabei aber keine Rolle: „Manchmal ist es komisch zu merken, dass ich in gewisser Weise eine Autoritätsperson bin. Doch am Ende arbeiten wir alle zusammen, jeder kann eine Idee einbringen.“

So auch bei dem neuen Projekt „Lieb es“ am E-Damm. Das zieht sie zwar ohne Wanasky auf – die private Trennung brachte auch die berufliche –, aber das Team blieb. Und damit auch die Kreativität: „Hier ist jeder erfinderisch geworden.“ Das sieht man: gedeckte Farben, viele Akzente, gemütliche Lounge-Sofas. „Wir wollten eine Atmosphäre schaffen, die dazu einlädt, länger sitzen zu bleiben und den Abend zu genießen“, erklärt die 25-Jährige und betont dabei immer wieder das „Wir“. Denn die Chefin packt selbst mit an: „Es ist mir wichtig, das alles mit eigenen Händen aufzuziehen. Dann sieht man, was man geleistet hat.“

Für das neue Konzept stand fest: Es sollte ein anderes sein. Essen zum Mitnehmen wird es auch im „Lieb es“ geben, doch nun gibt es auch Frühstück und eine richtige Abendkarte. Und: In der Nordstadt hat Zimmermann eine Großküche angemietet, dort werden die Gerichte für die „Love it?Healthy“-Läden in der Niki-Promenade und der Osterstraße vorbereitet, im „Lieb es“ wird frisch gekocht.

Wieso ihr neues Lokal ausgerechnet am E-Damm eröffnet, kann die quirlige junge Frau aus Barsinghausen schnell erklären: „Seitdem ich nach Hannover gezogen bin, ist die Nordstadt mein Zuhause. Ich wohne gleich um die Ecke und fühle mich hier so wohl. Das möchte ich auch an meine Gäste weitergeben.“

Da kam es für die Jungunternehmerin wie gerufen, dass das Team der „Soup Sisters“ seine Geschäfte für eine kreative Pause aufgeben wollte. „Wir haben beim neuen Konzept eng zusammengearbeitet“, schwärmt Zimmermann.

Doch woher nimmt sie in so jungen Jahren den Wagemut? „Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe im Bereich der Firmenneugründung mitgearbeitet. Da habe ich viel gelernt, und irgendwann hat es mir in den Fingern gejuckt.“

Drei Lokale in zwei Jahren? Christian Rach dürfte das gefallen. Er hatte Zimmermann schon damals zur Expansion geraten. Und noch etwas hat sie vor: „Ich möchte noch mein BWL-Studium abschließen.“ Dafür fehlt ihr nämlich nur noch eine Klausur – und so fleißig, wie diese junge Frau ist, schafft sie die sicher auch noch mit links.

Mandy Sarti