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Leben in Hannover Alfred Kaufhold - für immer mit Hunden verbunden
Hannover Leben in Hannover Alfred Kaufhold - für immer mit Hunden verbunden
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17:07 25.09.2014
IM TRAINING: Seit 37 Jahrenarbeitet Alfred Kaufhold im Diensthundewesen.Foto: Wilde
IM TRAINING: Seit 37 Jahren arbeitet Alfred Kaufhold im Diensthundewesen. Quelle: Frank Wilde
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Eine ziemlich lange Zeit für jemanden, der eigentlich eher zufällig zur Polizei kam. Weniger aus Leidenschaft, mehr aus rationalen Gründen. Den Anstoß hatte sein Bruder Herbert gegeben, der bereits im Streifendienst war.

„Er meinte irgendwann: ,Wenn ich dich werbe, bekomme ich einen Tag Sonderurlaub.‘ Hinzu kam: Der Verdienst war besser als der eines Großhandelskaufmanns, was ich gelernt hatte“, erzählt Kaufhold. Er lacht. Da war die Entscheidung schnell getroffen. Im Oktober 1971 war Dienstantritt in seiner Heimatstadt Lingen im Emsland.

Heute ist er mit Leib und Seele mit seinem Beruf verwachsen. Über 500 Sprengstoff-, Rauschgift- oder Leichenspürhunde hat er als Lehrgangsleiter zunächst in Hildesheim und später in Ahrbergen bei Sarstedt ausgebildet, wo das Diensthundewesen seit 1994 ansässig ist. Wenn Alfred Kaufhold erzählt, tut er das immer noch voller Leidenschaft. „Ich könnte ein Buch über all meine Erlebnisse schreiben“, sinniert er, zieht die Augenbrauen hoch und lacht erneut. Angefangen bei seiner ersten, etwas skurrilen Begegnung mit einem Diensthund.

„Als junger Polizist musste ich in einem Dorf aushelfen. Der Kollege dort hatte einen Hund. Wir saßen dann zu dritt im VW Käfer. Ich hinten. Der Beifahrersitz fehlte. Dort saß der Hund und schaute mich misstrauisch an, verzog andauernd die Schnauze“, erzählt der Polizeihauptkommissar, während er mit seinem Mund die Hunde-Grimassen nachmacht.

Abgeschreckt hat ihn das nicht. 1976 hatte er den ersten eigenen: einen deutschen Schäferhund mit dem hochtrabenden Namen Klodo von der dunklen Heide. „Der war vom ersten Tag an bei mir zu Hause“, sagt der 61-Jährige. Zentrale Unterbringung sei „Gift für die Hunde. Da fehlt die emotionale Bindung.“ Vier weitere Tiere folgten. Seit 15 Jahren ist hingegen Schluss, die administrativen Aufgaben erlaubten das nicht mehr. „Ich bin jetzt Manager eines kleinen Betriebes“, so Kaufhold. Auf dem Gelände des Diensthundewesens in Ahrbergen werden die Tiere und deren Führer ausgebildet.

„Es ist schon Wahnsinn, was die Hunde heute leisten“, vergleicht Kauf- hold. In seinen An-fängen habe es nicht einmal eine zentrale Ausbildung gegeben. „1983 war ein Rauschgiftspürhund etwas ganz Besonderes. Heute haben wir sogar Geldscheinspürhunde oder Personenspürhunde“, sagt er stolz. Und das kann er sein. Denn er hat einen großen Teil zu diesen enormen Fortschritten beigetragen.

Fällt der Abschied schwer? „Nach 43 Jahren Fremdbestimmung reicht es mir schon. Ich freue mich darauf, endlich ein bisschen Ruhe zu haben. Aber mit Hunden werde ich immer verbunden sein“, so Kaufhold. Eine Vision hat er auch schon, mit Labradorterrier Kira, die mit ihm und seiner Frau Susanne in Langenhagen lebt: „Vielleicht mache ich mit ihr eine Ausbildung zum Therapiehund. Mein Sohn hat im Pflegeheim Zivildienst gemacht und brachte mich auf die Idee.“

Jana Meyer