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Leben in Hannover Aleksey regelt seine Musik selber
Hannover Leben in Hannover Aleksey regelt seine Musik selber
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19:15 30.01.2015
Von Mirjana Cvjetkovic
BU im Foto linksbündigBU
DJ Aleksey Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Eins schon mal vorweg - seiner Linie in Sachen Geburtstage bleibt Aleksey (wurde Montag 38) treu. „Seit dem ich 17 bin, feiere ich den immer. Und zwar groß. Richtig groß.“ Aber wer an eine Sause zu Hause denkt, täuscht sich - der DJ lässt es heute im Wasserturm an der Vahrenwalder Straße krachen. Groß eben. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben“, erzählt er bei einem Kaffee im „HeimW“ an der Theaterstraße.

Ansonsten hat sich im Leben des Alexander Preik in den vergangenen 20 Jahren so einiges verändert. Einschneidendster Punkt im Musikerdasein dürfte wohl die Kehrtwende vom Hip-Hop zur elektronischen Musik gewesen sein. Mit zarten 17 feierte er als Rapper der Kombo Jazzkantine fette Erfolge (1996 holten sie den Echo!), hatte mit ihnen locker 200 Auftritte im Jahr, ging zu dieser Zeit mit Superstars wie Coolio (52, bis auf den Hit „Gangsta’s Paradise“ aber kein Star mehr) auf Tour, spielte auf Festivals vor 100 000 Leuten, teilte sich da eine Bühne mit Run DMC, Eros Ramazzotti (51), Cypress Hill, Xavier Naidoo (43).

„Irgendwann mochte ich die Musik nicht mehr, habe Hip-Hop hinter mir gelassen“, erzählt der Künstler. Die Musik war nicht alleiniger Grund - auch das Drumherum: „Ich habe mich freiwillig von dem Hype abgenabelt. In dieser Blase habe ich mich einfach nicht mehr wohlgefühlt, wollte auf eigenen Beinen stehen.“ Er legte sich den Grundstein für eine DJ-Karriere - mit Erfolg. Womöglich hatten die Clubs, in denen er sich so rumgetrieben hat, ihren Anteil daran, da wurde nämlich viel House und Techno gespielt. In die Szene fuchste sich Aleksey schnell rein, konnte mit Künstler-kollegen und dem Song „Raise your Hands for Music“ in den Top 10 der deutschen Charts landen.

„So habe ich das erreicht, was ich vorher nie hatte“, sagt der 38-Jährige, ohne die vorherigen Erfolge zu schmälern. Nun war er international unterwegs (für die legendären Space Partys wurde er Resident-DJ), machte sich einen eigenen Namen, verdiente Gagen für sich alleine. „Bei der Jazzkantine haben wir ja durch zwölf geteilt“, rechnet er vor und grinst. „Und ich vermisse es auch nicht, dass mir Teenies hinterherrennen.“ Wieder lacht er, scheint mit dem, was er hat, rundum glücklich zu sein.

Auch privat läuft es bei Aleksey. Er wohnt in der List mit Blick auf die Eilenriede, kickt im rechten Mittelfeld für den TSV Pattensen, hat wieder eine Frau an seiner Seite. „Zu frisch“ um darüber zu reden, sei das Ganze. Die NP ist da aber guter Dinge, schließlich hat sie ihm zum Geburtstag liebevoll das Frühstück ans Bett gebracht. Und während zu seinem 19. Geburtstag noch Thomas D. (46) von den Fantastischen Vier bei ihm zu Hause rumgehangen hat, feiert Aleksey heute lieber „familiärer“, wie er es nennt.

„Seit Jahren meckern Freunde, dass ich auf meinen Geburtstagpartys immer selbst auflege oder mit den Promis rumhänge.“ So kommen heute namhafte DJs aus ganz Deutschland (Stefan Dabruck, Kid Chris, Andy B. Jones) und bespielen Geburtstagskind und Gäste.

Ganz kann Aleksey die Finger aber nicht von den Reglern lassen, das Publikum wird es freuen. Willkommen ist übrigens jeder, der Lust auf Party hat. Los gehts um 22 Uhr - wer bis Mitternacht kommt, zahlt nichts, danach kostet es zehn Euro.