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Sparda-Bank Patientenverfügung ist für Ärzte bindend
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11:18 30.09.2019
Oberarzt Kent Gürel
Oberarzt Kent Gürel muss sich als Chirurg häufig mit dem Thema Patientenverfügung beschäftigen. Quelle: Klinikum Region Hannover

Die Patientenverfügung bietet die Möglichkeit, medizinische Behandlungswünsche festzulegen. Sie ist für Ärzte juristisch bindend, sie muss allerdings absolut eindeutige Formulierungen enthalten. „Wenn bei uns ein Notfall eingeliefert wird, versuchen wir abzufragen, ob es eine Patientenverfügung gibt und wer Ansprechpartner ist“, sagt Kent Gürel, Oberarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie am KRH Klinikum Nordstadt und Mitglied im Ethikkomitee des Klinikums Region Hannover. Ihre Patientenverfügung hätten Notfallpatienten ja meist nicht dabei, deshalb sei es sehr wichtig, dass Angehörige wissen, wo sich das Dokument befindet. Denn: „Uns nutzt die Patientenverfügung nichts, wenn uns niemand sagen kann, wo diese hinterlegt ist“, betont der Chirurg. Manchmal sei es schon Detektivarbeit, um an das Dokument zu gelangen.
Existiert keine Patientenverfügung und ist kein Angehöriger zu erreichen, werde grundsätzlich die Therapie voll ausgeschöpft, um die Patienten am Leben zu halten. Es sei für die Ärzte aber sehr unbefriedigend, wenn sie den Willen des Patienten nicht kennen. Vor allem ältere Menschen hätten eine  Patientenverfügung, jüngere eher nicht, ist die Erfahrung des Chirurgen. „Es gibt leider auch viele Patientenverfügungen, die zu undeutlich und nur vage formuliert und somit keine Hilfe sind“, berichtet Gürel. Das Ethikkomitee, in dem er Mitglied ist, informiert Patienten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit  im persönlichen Gespräch. „Wir haben einen guten Zulauf“, sagt Gürel.

Die Kernpunkte einer Patientenverfügung:
- Laut Bundesgerichtshof muss eine Patientenverfügung konkret auf einzelne medizinische Behandlungen sowie bestimmte Krankheiten eingehen.
- Wer beispielsweise keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht, muss das auch ganz eindeutig schriftlich festhalten.
- Bei allem gilt: So konkret wie möglich formulieren – also, dass keine künstliche Beatmung und Ernährung über Sonde oder Infusion erfolgen soll. Dazu gehört auch die Frage nach einer Organspende.