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12:35 05.08.2019
Medizin von morgen
Mit einer Gensequenzierung der neuesten Generation können Mediziner innerhalb von 24 Stunden Milliarden von Basenpaaren eines Krebskranken untersuchen.

Die Krankheit erkennen, bevor sie ausbricht – die Verwirklichung dieses Menschheitstraums rückt näher. Seit 2014 beispielsweise werden für die NAKO-Gesundheitsstudie immerhin 200 000 Bundesbürger zwischen 20 und 69 Jahren zu ihren Lebensumständen befragt und untersucht. Das soll in Abständen immer wieder passieren, die Studie ist auf Jahrzehnte angelegt und wird eines Tages durch die Fülle der Daten darüber Aufschluss geben, welche Indizien oder Werte beispielsweise auf eine spätere Erkrankung von Diabetes hindeuten.

Volkskrankheiten vorbeugen
Die an der NAKO-Studie beteiligten Forscher richten ihren Blick auf eine ganze Fülle von Krankheiten: Sie wollen Zusammenhänge erkennen und herausfinden, was Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder Störungen des Immunsystems begünstigt. Aber Big Data ist nicht nur Zukunftsmusik. Moderne Medizin nutzt Gensequenzierung der neuesten Generation: Mit dieser Technologie können innerhalb von 24 Stunden Milliarden von Basenpaaren eines Krebskranken untersucht werden, mit einer älteren Methode waren 18 000 Bausteine der DNA das Maximum. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall setzen Röntgenärzte etwa am Klinikum Braunschweig bereits auf künstliche Intelligenz: Die Software wurde dafür mit zahlreichen CT-Bildern von Betroffenen gefüttert, sodass sie inzwischen die Umrisse der Blutung und die betroffenen Hirnareale exakter erkennt als das menschliche Auge.

Genauere Ergebnisse dank KI
Große Datenmengen und lernende Maschinen erleichtern die Diagnose, sie liefern schnellere Ergebnisse und begünstigen eine zielgerichtete Therapie. Das heißt, Big Data könnte eine verbesserte Vorsorge hinsichtlich großer Volkskrankheiten, auf die übrigens 80 Prozent des deutschen Gesundheitsbudgets entfallen, ermöglichen. Aber eben auch Behandlungsansätze optimieren.