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15:14 12.05.2020
Perfektes Duo: Häufig wird die Gasbrennwertheizung mit einer Solarthermieanlage kombiniert. Quelle: BDH/dpa-tmn

Eine neue Heizung ist teuer. Verständlich, wenn viele Hausbesitzer ihre Anlage erst austauschen, wenn die alte kaputt ist. Doch seit Kurzem gibt es mehr Fördergeld vom Staat für einen freiwilligen Austausch.

Neue Gasheizungen beinhalten meist Brennwerttechnik. Dabei werden die Abgase so weit abgekühlt, dass der enthaltene Wasserdampf teils zu flüssigem Wasser kondensiert. So kann neben der normalen Ausbeute die Energie, die im Dampf enthalten ist, zur Raumheizung genutzt werden. „Früher ging ein erheblicher Anteil der Energie als Abwärme durch den Schornstein verloren“, erklärt Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie. Mit Brennwerttechnik sei ein Nutzungsgrad von bis zu 98 Prozent möglich, das spart Betriebskosten und ist gut für die Umwelt.

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Sind alle Gasbrennwertkessel förderfähig?

Nein. Die neue Gasheizung muss sich ohne größere Umbauten schon jetzt oder künftig mit Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien kombinieren lassen. „Wer auf eine Gasheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien umsteigt, bekommt für diese Hybridheizung einen Zuschuss von bis 30 Prozent der Kosten“, erklärt Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Allerdings müssen dafür auch bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt sein. Ein wichtiges Kriterium für die Förderung ist, dass der regenerative Energieerzeuger, etwa eine Solarthermieanlage, mindestens 25 Prozent der Heizlast des versorgten Gebäudes bedienen kann.

Lässt sich die Investition auch zeitlich strecken?

Heizungen sind teuer, nicht jeder kann sie sofort bezahlen. Aber es gibt für den zeitversetzten Einbau nun auch eine Fördermöglichkeit: Einen staatlichen Zuschuss von bis 20 Prozent der Anschaffungskosten gibt es für Gasheizungen, die zwar zum Zeitpunkt ihres Einbaus noch nicht mit erneuerbaren Energien gekoppelt werden, aber so weit vorbereitet sind, dass sie ohne größere Umbauten künftig kombiniert werden können. Dieser Schritt muss innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Der Fachbegriff für solche Anlagen ist „renewable ready“, grob übersetzt mit „bereit für die Erneuerbaren“.

Häufig wird die Gasbrennwertheizung mit einer Solarthermieanlage kombiniert. Aber es ist auch möglich, sie mit einer Wärmepumpe zu verknüpfen, die Energie aus der Luft, der Erde oder dem Grundwasser nutzt und der Heizanlage zuführt. Biomasseheizungen wie ein Pelletofen sind als Kombination ebenfalls möglich.

Wie wird die Förderung beantragt?

Die Fördermittel werden vor Beginn der Arbeiten beantragt. Hauseigentümer, ein Energieberater oder eine Fachfirma müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) ein Konzept für die geplante Nutzung erneuerbarer Energien einreichen und die Kosten darin aufschlüsseln. Für Renewable Ready gilt: „Wird der Einbau eines regenerativen Wärmeerzeugers erst später vorgenommen, muss er innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme nachgewiesen werden“, erklärt Lücke.

Alternativ zu dem Förderzuschuss kann man die Kosten für eine neue Heizung von der Steuer absetzen. Der Steuerbonus beträgt 20 Prozent der Ausgaben. Damit ist dieser meistens niedriger als die Förderzuschüsse für Hybridheizungen und gleich hoch bei der Renewable-Ready-Gasheizung. „In den allermeisten Fällen wird der Förderzuschuss attraktiver sein als die Steuerermäßigung“, sagt Brandis. Die Steuerermäßigung wird erstmals in der Steuererklärung des Jahres beantragt, in dem die Maßnahme abgeschlossen wird. Sie verteilt sich auf insgesamt drei Jahre.

Von Katja Fischer