Navigation:
Himmlisch:Zärtlich küssen sich Ernst August junior und Prinzessin Ekaterina nach der kirchlichen Trauung in der Marktkirche.

Himmlisch:Zärtlich küssen sich Ernst August junior und Prinzessin Ekaterina nach der kirchlichen Trauung in der Marktkirche. © Fotos: Dröse

Ernst August und Ekaterina

Welfenhochzeit: Dies ist ein Kuss für die Ewigkeit

Der europäische Hochadel trifft sich in Hannover: Zur Trauung in der Marktkirche, zum Empfang in der Galerie Herrenhausen und zur Party auf Schloss Marienburg begrüßte das Hochzeitspaar hochrangige Gäste und viele Freunde.

Hannover. Das Zittern, das Ekaterina Malysheva (30) noch beim Gang in die Marktkirche beherrschte, hatte sich eine gute Stunde später in pure Glückseligkeit verwandelt: Die Prinzessin von Hannover strahlt – wie Prinzessinnen das nun mal tun, wenn sie gerade ihren Traumprinzen geheiratet haben. Und auch ihr Auserwählter versprüht jede Menge Glück: Stolz führt Erbprinz Ernst August (33) seine „Katya“ aus der Marktkirche hinaus, tut das, was er sonst so gar nicht mag – ein Bad in der Menge nehmen. Schaut her, da ist sie, denkt er da vielleicht. So stolz sieht er jedenfalls aus.

Die Sonne strahlt, die Kirchenglocken läuten, Jagdhörner erklingen, die Menschen applaudieren – besser hätte das Finale der großen Welfenfeierlichkeiten doch nicht laufen können. Riesenjubel folgt, als der frischvermählte Bräutigam seiner Frau dann noch einen zärtlichen Kuss gibt – vor ein paar Tagen erschien so eine liebevolle, romantische und intime Geste in Kombination mit dem Erbprinzen noch undenkbar.

Es scheint, als sei unendlich viel Last von ihren Schultern abgefallen, als die zwei zur Kutsche schreiten, um darin nach Herrenhausen zu fahren. Neben den ganzen organisatorischen Aufgaben rund um eine Hochzeit war besonders ein Thema präsent – der erbitterte Streit mit Ernst August senior (63, NP berichtete). Der hatte tatsächlich keinen besseren Termin als den Tag vor der kirchlichen Hochzeit für ein Ultimatum gefunden – es geht um Schenkungen, un­ter anderem Schloss Marienburg, die der alte Herr von seinem Sprössling zurückverlangt. Genau wie an dieser Stelle auch sollte das – zumindest nach außen – das Ehepaar nicht weiter tangieren. Richtig so!

„Einen Kuss bitte!“, ruft die NP dann an der Kutsche, und es ist diesmal die Desi­gnerin, die die Initiative ergreift und den Mann ihres Lebens knutscht. Beide lächeln. Küsschen wirft die wohl hübscheste Frau des Tages noch viele in die Menge, auch das Winken be­herrscht die Londoner Unternehmerin wie aus dem Effeff.

Etwas mehr als 20 Minuten können sie nun durchatmen, genießen, fast für sich sein – dann biegt der Vierspänner aus der von mit Fans gesäumten Herrenhäuser Allee in den abgeschirmten Bereich vor die Galerie in Herrenhausen ab. Hier ist Gastronom Dietmar Althof (66) übrigens der Erste, der das Ehepaar be­grüßt. Bis es so weit war, dauert es ein paar Augenblicke – der Ehemann, ganz Gentleman, hilft seiner Gattin aus der Kutsche, zupft ihr Kleid zurecht. Kleiner Einschub: Wo waren eigentlich an dieser Stelle ihre Helferlein?

„Okay, Baby, hier ist Herr Althof“, sagt der Erbprinz. Der Seniorpartner der Schlossküche begrüßt zu­nächst die Braut mit gekonntem Handkuss (bloß nicht die Hand mit den Lippen berühren!) und gratuliert ihr auf Englisch: „Ihre Königliche Hoheit, herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit, herzlich willkommen in Hannover.“ Sie bedankt sich und nimmt einen weiteren Strauß in den Welfenfarben Weiß und Gelb von Althof entgegen. Zu hören und sehen gibt es dann von den Verheirateten nichts mehr – über eine Mitteilung lassen sie nur noch ausrichten: „Unser besonderes Dankeschön gilt unseren Mitarbeitern und den vielen regionalen Unterstützern, die uns an unserem Hochzeitstag unvergessliche Momente beschert haben.“

Unvergesslich wird der traumhafte Tag auch für Elisabeth von Thurn und Taxis (35): „Es war eine wunderschöne Hochzeit – anders als bei uns Katholiken.“ Bei der Gelegenheit verrät sie noch, dass sie sich sehr darauf freut, „erneut Tante zu werden“. Ihre Schwester Maria Theresia von Thurn und Taxis (36) erwartet das zweite Kind.

Für den zweiten Teil des Tages, die Party auf Schloss Marienburg, ziehen sich Brautpaar und Gäste (aus 650 wurden dann so um die 400) in den Hotels um. In VIP-Shuttles, Taxis und Reisebussen geht es dann weiter. Das Essen beginnt mit einer guten Stunde Verspätung – was die Gesellschaft aber nicht weiter zu stören scheint. Die Atmosphäre ist ganz unkompliziert, das Ambiente super – im Innenhof des Schlosses sind Fußboden und ein beigefarbener Teppich ausgelegt worden, große Blumenbouquets schmücken das Schloss. Erst zwischen ein und zwei Uhr in der Früh verlässt ein erster großer Schwung der Gäste die Fete mit Live-Band und DJ.

Die Party-Gesellschaft trinkt viel von dem Wodka, den der Brautvater spendiert hat, und haut bei der „German Bratwurst“, dem Mitternachtssnack, ordentlich rein. Ordentlich dazuverdient haben dürfte die Toilettenfrau, die Trinkgelder wurden dem Vernehmen nach scheinweise dagelassen.

Von Mirjana Cvjetkovic