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Waldhausen „Villa Willmer“ wird nur „Tränenburg“ genannt
Thema Specials So lebt Hannover Süd Waldhausen „Villa Willmer“ wird nur „Tränenburg“ genannt
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13:22 11.11.2009
Vornehm: Die Villa von Friedrich Willmer

Große Teile des heutigen Waldhausens sind im 19. Jahrhundert in Besitz von Frie­drich Willmer gewesen. Als Ziegeleibesitzer hatte er sich ein beträchtliches Gut erwirtschaftet, das 1878 zum Rittergut erhoben wurde. Willmer entschied, sich mit einer Villa zu adeln. Westlich der heutigen U-Bahn-Station Döhrener Turm fand er die ideale Lage. 1886 konnte das „Villa Willmer“ benannte Bauwerk bezogen werden. Schnell festigte sich allerdings ein anderer Name – Tränenburg. Denn Willmer galt als Tyrann, der seine Arbeiter herzlos ausbeutete. Sein Prachtbau war verbunden mit den Tränen der Beschäftigten.

Architektonisch war die Tränenburg populärer. Einerseits war die Benutzung verschiedenfarbiger und -förmiger Backsteine Ende des neunzehnten Jahrhunderts typisch. Sie besaß aber auch Jugendstil-Elemente, die sich hier erst deutlich später durchsetzten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Teile des Obergeschosses zerstört worden waren, diente die Villa obdachlosen Hannoveranern als Unterkunft. Die Produk­tion der Ziegelei Willmer war da schon eingestellt. Im September 1970 wurde die Villa verkauft – der neue Besitzer beschloss den Abriss. An der Zerstörung konnte auch eine Protestwelle der Bewohner nichts ändern. Heute ist auf dem Gelände der Parkplatz des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen.

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