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CeBIT 2010 Weniger Aussteller, mehr Qualität
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16:51 24.02.2010
Gut drauf trotz Ausstellerrückgang: Ernst Raue (r), Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, dirigiert vor Beginn der CeBIT - Pressekonferenz in Hannover mit dem Zeigefinger eine dreidimensionale Grafik, beobachtet von BITKOM Vorstandsmitglied Harald Stöber. Quelle: dpa

Von Claudia Brebach

Hannover. Auch die CeBIT 2010 muss in der Masse Federn lassen, aber: „Es kommt darauf an, wer hier zusammenkommt und was dabei herauskommt“, so Raue gestern, „da ist es mir im Zweifel lieber, Google kommt als - Verzeihung - der zehnte taiwanische Zulieferer.“

Immerhin seien allein 2009 weltweit 40 IT-Messen abgesagt worden. Tatsächlich ist jedoch die hannoversche - in ihrer Größe und Bedeutung nach wie vor weltweit konkurrenzlos - plötzlich wieder Magnet für die ganz Großen der Branche.

Knapp 300 Unternehmen kommen erstmals nach Hannover, darunter sind auch solche Schwergewichte wie der US-Dienstleister Amazon, der britische 3M Touch Systems und der japanische Musikinstrumente-Konzern Roland. Unter den mehr als 100 Konzernen, die nach Ausstellungspause zurückkommen, sind so prominente wie der spanische Telefongigant Telefónica, Ericsson, Sony Ericsson und Motorola.

Große Namen

Ganz große Namen wie etwa die der Chefs der größten deutschen Börsenunternehmen, darunter Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, treffen sich auf der Messe im CIOcoloqium. Also sind - wie durch die mehr als 1000 CeBIT-Konferenzen - erneut viele Konzerne ohne Stand vertreten.

Wegen der um knapp 130 Aussteller geschrumpften Präsentation hat die IT-Schau ihre „Festplatte aufgeräumt“: Statt wie 2009 alle 27 Hallen belegt sie dieses Jahr nur 23. Zudem sind mit 184 000 Quadratmetern 10 000 weniger belegt. “2010 geht es besonders dynamisch zu“, verweist Raue auf die bei den Ausstellern immer später fallenden Entscheidungen, „die Stände wurden noch nie so spät fertig wie in diesem Jahr.“ Das gelte auch für die überwiegende Masse der Anmeldungen: Im Oktober 2009 habe er noch kaum zu prognostizieren gewagt, dass es diesmal mehr als 4000 teilnehmende Firmen würden.

Die ITK- (Informationstechnologie- und Kommunikations-)Branche in Deutschland ist laut Harald Stoeber, Vize des Branchenverbandes Bitkom, kein Frühindikator für Konjunkturentwicklungen. Sie reagiere im Gegenteil in der Regel mit sechsmonatiger Verspätung auf wirtschaftliche Veränderungen, so dass die Krise derzeit viele ITK-Unternehmen stark im Griff hat: „Aber wir spüren deutlich Investitionsbereitschaft vor allem im Mittelstand.“ Für 2011 werde nach nur 0,5 Prozent in diesem Jahr wieder ein größeres Wachstum erwartet.

Zu den zentralen Themen auf der CeBIT gehören das zunehmende Ausgliedern von IT-Services durch die Firmen und das sogenannte Cloud-Computing, wo Programme, Speicher und Rechenkapazität ausschließlich online zur Verfügung stehen. Viele Breitbandthemen, 3-D-Fernsehen oder die nächste Mobilfunkgeneration LTE gehören zu den starken Trends der Computermesse. Auch Breitband bleibt ein großes Diskussionsthema: Während Schweden und Südkorea schon beim Ausbau von Gigabit-Netzen sind, brüstet sich Deutschland noch mit Zielen von 50 Megabit für die Hälfte der Bevölkerung.

„Ohne noch schnellere Breitbandnetze“, sagt Gudrun Quandel vom Fraunhofer-Institut Telekommunikation in Berlin, „ist 3-D-Fernsehen nicht möglich.“ Wie es aber aussehen kann - und ganz ohne lästige 3-D-Brillenbenutzung -, zeigen die Berliner Forscher in Ansätzen in Halle 9. Sie erwarten, dass die Einführung noch Jahre auf sich warten lassen wird und dann natürlich eins wichtig ist: „Dafür müssen wieder neue Geräte gekauft werden.“

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