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CeBIT 2010 Endlich DSL-Anschluss auch im Land?
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15:43 08.02.2010
Endlich DSL: Für Menschen, die auf dem Land wohnen, ist die Anbindung an das Breitband-Internet immer noch Wunschdenken. Quelle: ap
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Von Fabian Mast

Hannover. Gehts um DSL-Versorgung, erzählt Ericsson-Sprecher Jörg Welters von Brandenburg, einem weiten, leeren Land, keine Goldgrube für Firmen, die mit Datenautobahnen (Fachwort: Breitbandnetze) Geld verdienen wollen.

„Es gibt da eine Gemeinde, die hat einen Unternehmer-Stammtisch. Die treffen sich in der Autobahnraststätte – weil es nur dort einen Breitbandanschluss gibt. Das ist Deutschland im Jahr 2010“, so Welters.

Deutschland im Jahr 2010 ist aber auch ein Ort, wo die Hoffnung keimt in ländlichen Gebieten, endlich angeschlossen zu werden an die Datenautobahn. Der Branchenverband Bitkom will auf der CeBIT dazu einen großen Beitrag leisten und lädt Kommunalpolitiker, Wirtschaftsförderer und Unternehmer in die „Broadband World“ in Halle 13 ein. Auf 2000 Quadratmetern erfahren Besucher, wie das Ziel der Bundesregierung erreicht werden kann, noch dieses Jahr flächendeckend Breitband anzubieten.

Eine größere Rolle könnte – aber erst nach 2010 – der UMTS-Nachfolger LTE („Long Term Evolution“) spielen, der Übertragungswerte jenseits von 100 Mbit pro Sekunde liefert – ein Vielfaches der heutigen Top-Übertragungstechnik im Mobilfunk. Die Frequenzen werden in diesem Jahr versteigert, eine der Bedingungen der Bundesnetzagentur wird der Ausbau auf dem Land sein.

DSL ist dann nicht mehr nötig – wer will, kann mit seinem PC via Mobilfunknetz surfen. „Ein Riesenfortschritt für das Thema“, schwärmt Welters, wenn es auch frühestens 2011 richtig losgehen dürfte – Skandinavien und asiatische Länder sind hier wesentlich weiter.

Einige Netzbetreiber haben möglicherweise Hemmungen, weil dann das UMTS-Netz, für das sehr viel Geld ausgegeben wurde, schnell zum alten Eisen zählen würde. Ein Vorteil ist, dass vorhandene Sendestationen nur aufgerüstet werden müssen. Und: Weil die LTE-Technik größere Reichweiten erzielt, werden auch mehr Gebiete abgedeckt – für abgelegene Siedlungen in der Heide, im Weserbergland oder auch einige Gemeinden im Umland von Hannover könnte das die Rettung sein.

Ericsson ist nicht das einzige Unternehmen, das das Thema LTE auf der CeBIT vorantreiben will. „Getrieben ist diese Entwicklung von den Nutzern: Die Nachfrage nach immer größeren Datenströmen durch Smartphones ist explodiert und wird 2010 weiter steigen“, sagt Lydia Sommer, Vorsitzende der Geschäftsführung von Nokia Siemens Networks Deutschland.

Laut Bitkom steigt die Zahl der Smartphones dieses Jahr auf 5,6 Millionen – ein Fünftel der verkauften Handys, wobei die bunten Smartphones für ein Vielfaches an Datenströmen sorgen.

Was der Ausbau der Netzkapazitäten künftig bedeuten kann, zeigt das Unternehmen auf der CeBIT: Zu sehen ist auch das „Fliegende Klassenzimmer“, das schwerbehinderten Kindern ermöglicht, per Videokonferenz von zu Hause aus am Unterricht teilzunehmen: Jeder Schüler kann via Internet auf einer virtuellen Tafel schreiben, gemeinsame Projekte – zum Beispiel Referate – liegen zur gemeinsamen Bearbeitung auf einem Server bereit. Ericsson feilt zurzeit mit Vodafone und Autoherstellern wie Volkswagen und Daimler an einem vernetzten Straßenverkehr („Cooperation Cars“).

Bei einer Vollbremsung würde ein Sender ein Warnsignal an die nachfolgenden Autos schicken. Sollte es trotzdem krachen, geht automatisch ein Notruf raus. Aber so weit muss es ja dank der neuen Technik gar nicht erst kommen.

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