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Felix Leuoth fühlt sich in der Boulderwand auch kopfüber sicher.

Felix Leuoth fühlt sich in der Boulderwand auch kopfüber sicher.
© Dirk Kirchberg

Adrenalin an der Kletterwand

Felix Leuoth über den Reiz des Kletterns

Felix Leuoth ist 2008 Jugendvizemeister im Seilklettern geworden. Beim Üben in der Halle erklärt der 17-Jährige aus Hannover-Wettbergen, was für ihn den Reiz des Kletterns ausmacht.

Wenn Felix Leuoth sich mit bloßen Händen an Felswänden hochzieht, sich mit den Fingerspitzen an kleinsten Vorsprüngen festkrallt und seinen Körper über eine Kante hievt, ist er ganz in seinem Element. Mit scheinbarer Leichtigkeit meistert der 17-Jährige aus Wettbergen in der Kletterhalle Escaladrome in Mittelfeld Überhänge, bei denen er wie die Comicfigur Spider-Man förmlich um die Ecke klettern muss. Seit fünf Jahren klettert Felix. Ein Schnupperkurs, den er zum zwölften Geburtstag geschenkt bekam, brachte ihn auf den Geschmack – und stellte seine Freizeit auf den Kopf.

Früher spielte er Handball, nun verbringt er fast jede freie Minute in der Halle oder, wenn es das Wetter erlaubt, in der Natur. Auch Felix’ jüngere Schwester Mia klettert. Sie ist zwar rund vier Jahre jünger, aber mindestens genauso ehrgeizig wie ihr Bruder. Und Felix Leuoth will hoch hinaus: Seit einigen Wochen ist der Gymnasiast von der Humboldtschule Deutscher Jugendvizemeister im Seilklettern. Nur einem Kontrahenten aus Erlangen, der auch amtierender Jugendeuropameister ist, musste er sich geschlagen geben. „Der war mir deutlich überlegen“, gibt Felix unumwunden zu.

Er weiß inzwischen, wo seine Grenzen sind. „Diese Grenze musste ich erst kennenlernen.“ Und er musste lernen, diese zu respektieren. „Ich bin am Anfang nicht bis ans Limit gegangen“, sagt der muskuläre und schlanke junge Mann. Er habe damals sehr großen Respekt vor der Wand gehabt. „Und den habe ich auch heute noch“.

Nicht nur Muskeln spielen beim Klettern eine wichtige Rolle. Gerade mentale Stärke und Erfahrung entschieden im Wettkampf oft zwischen Erfolg und Niederlage, sagt Felix. Ob mit Sicherungsseil bis 18 Meter und höher oder frei wie beim sogenannten Boulder bis zu einer Absprunghöhe von 3,50 Metern – der Schüler versucht möglichst ruhig zu bleiben, konzentriert sich auf den nächsten Griff. Bloß keine überhastete Bewegung, die unnötig Kraft kostet. Dazu braucht es Erfahrung. Davon hat Felix bereits reichlich gesammelt.

In den vergangenen Jahren ist er bei rund 50 Wettbewerben gestartet. Für dieses Jahr hat er schon zwölf Wettkämpfe fest eingeplant. Dafür nimmt es der junge Mann in Kauf, am Wochenende quer durch Deutschland zu fahren. Eine seiner Stärken sei das Improvisieren, sagt Felix. „Manchmal hat man sich einen Plan gemacht, wo man langklettern will. Doch wenn man in der Wand merkt, dass das so nicht funktioniert, muss man schnell umdenken.“ Im nächsten Jahr will Felix sein Abitur machen. Doch auch dann, wenn die Prüfungen in Mathe, Physik, Politik, Chemie und Deutsch anstehen, will er möglichst oft „in die Wand“. Den Stress wegklettern.

Nach dem Abitur steht für ihn zunächst der Zivildienst an. Am liebsten, sagt Felix, würde er irgendetwas machen, was mit Klettern zu tun habe. „Es soll eine Zivistelle in der Jugendabteilung des Alpenvereins geben“, sagt er schmunzelnd.

Dirk Kirchberg


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