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Problematisch: In der Scheidestraße gammeln einige Häuser vor sich hin.

Problematisch: In der Scheidestraße gammeln einige Häuser vor sich hin.© Uwe Dillenberg

Kleefeld

Leere Läden liegen brach

Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld will die Geschäftsräume im Stadtteil Kleefeld mit neuem Leben füllen - findet jedoch kein Patentrezept. Ein Berater empfiehlt Eigentümern, die Mieten zu senken.

Der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld sucht weiterhin nach Lösungen, um die leeren Geschäftsräume im Stadtteil Kleefeld mit neuem Leben zu füllen. In seiner jüngsten Sitzung hatte das Gremium zwar mehrere Gäste zum Thema Wirtschaftsförderung eingeladen, musste jedoch ernüchtert feststellen, dass auch diese kein Patentrezept parat hatten, um ein weiteres Geschäftssterben zu verhindern. „Ich komme zu dem Ergebnis, dass niemand weiß, wie er dieser Entwicklung entgegensteuern soll“, resümierte Christdemokrat Kurt Fischer nach einer Anhörung mit Vertretern der städtischen Wirtschaftsförderung, Geschäftsleuten und der Beraterfirma Rudnick, Rudnick und Partner.

Jes-Peter Hansen und Bernd Boggel von der Wirtschaftsförderung machten den Bezirksratsmitgliedern nur wenig Hoffnung. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen sei das Viertel relativ schlecht aufgestellt, erklärte Hansen. Kleefeld sei ein Opfer im Verdrängungswettbewerb unter den Gewerbetreibenden. Außerdem gebe es nur ein geringes Interesse der Hauseigentümer, die Situation zu verbessern, kritisierte Boggel. „Viele sind eher bereit, einen Ladenleerstand zu akzeptieren, als die Mietforderungen zu senken“, berichtete er.

Auch Alexander Rudnick, der die Stadt bei der Verbesserung des Gewerbestandorts Kleefeld berät, sieht gerade bei den Immobilienbesitzern Handlungsbedarf. „Es gibt Eigentümer, die wähnen sich im Philosophenviertel, sehen aber nicht, was sie da für kleine Butzen haben“, sagte Rudnick. „Die Eigentümer müssen zu realistischeren Einschätzungen der Grundstückspreise kommen. Die Preise, die da verlangt werden, sind einfach zu hoch.“

Besonders in der Scheidestraße gebe es „Eigentümer, die die Entwicklung blockieren“, so Rudnick. Namentlich nannte er die Grundstücke mit den Hausnummern 14, 16 und 18 als Problemfälle. Der Projektberater empfahl den übrigen Hausbesitzern, diese zu kaufen, damit die Immobilienpreise in der Straße nicht insgesamt sinken. Eine andere Lösung sehe er nicht. „Alles, was in Hannover unter den Bauentwicklern Rang und Namen hat, hat sich hier bereits die Zähne ausgebissen“, sagte Rudnick.

Auch die Geschäftsleute vom Verein „Wir für Kleefeld“ kritisierten das aktuelle Erscheinungsbild der Scheidestraße. „Gruselig“ sehe es dort aus, meinte Buchhändlerin Birgit Lenkeit; von einem „katastrophalen Zustand“ sprach Juwelier Jürgen Witte. Die Kaufleute erneuerten den Wunsch nach einer Begrünung der Straße.

Zumindest dieser Wunsch könnte sich demnächst erfüllen. Zwar kämen Baumpflanzungen aufgrund von Leitungen im Boden nicht in Frage, erklärte Boggel, immerhin aber könnte man Blumenkübel mit Buchsbäumen aufstellen. Sukzessive sollen fünf oder sechs Kübel pro Jahr beschafft und durch Patenschaften gepflegt werden. Angestoßen hatte die Diskussion über den Gewerbestandort Kleefeld ein Antrag der FDP-Fraktion, der Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung und die Einrichtung eines „Runden Tischs“ mit den Gewerbetreibenden und Hauseigentümern im Stadtteil fordert. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. „Wir müssen den Eigentümern noch deutlicher zeigen, dass es vorangeht“, meinte Maximilian Oppelt (CDU). Auch Wolfgang Rost (SPD) teilte diese Ansicht: „Wir müssen in Vorleistung gehen, dann werden die Geschäftsleute und Hausbesitzer nachziehen.“

Uneinigkeit gibt es dagegen mit der Stadtverwaltung. Diese will auf dem Kantplatz nur eine kleine Fläche zur Außenbewirtschaftung für Gastronomen einrichten – der Stadtbezirksrat und die Geschäftsleute fordern dafür deutlich mehr Platz. Oberbürgermeister Stephan Weil zeigte sich bei einem Ortstermin jedoch skeptisch: „Ich habe Angst vor einer großen, bebauten Fläche, auf der nichts passiert.“

Von Christian Link


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