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Erzieherin Marina Tcherniakhovskaia möchte mit ihren Schützlingen in den Räumen an der Bismarckstraße bleiben.

Erzieherin Marina Tcherniakhovskaia möchte mit ihren Schützlingen in den Räumen an der Bismarckstraße bleiben.© Kelm

Bismarckstraße

Kein Platz für die „Heringe“

Die Elterninitiative Bismarck-Heringe muss ihre Räume in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule (PH) in der Südstadt spätestens Ende nächsten Jahres verlassen. Der Niedersächsische Landesliegenschaftsfonds hat den Mietvertrag für die Räume gekündigt.

Die Krabbelgruppe für anderthalb- bis dreijährige Kinder ist seit etwa 30 Jahren in dem ehemaligen PH-Gebäude an der Bismarckstraße untergebracht, gegründet wurde sie damals von Studentinnen für ihre Kinder.

Die Elterninitiative hat die knapp 130 Quadratmeter großen Räume im Laufe der Zeit liebevoll in Eigenarbeit hergerichtet. Von einem Architekten wurde eine Spielecke maßgenau angefertigt, in weiteren Räumen sind ein Badezimmer und ein Schlafraum untergebracht. „Alles vor Ort ist perfekt auf unsere Bedürfnisse abgestimmt“, sagt Nele Saad, deren Sohn zu den Bismarck-Heringen gehört. Zwei Erzieherinnen und eine Mitarbeiterin im Freiwilligen Sozialen Jahr kümmern sich um die zehn Kinder.

Noch nutzt die Universität Hannover das Gebäude an der Bismarckstraße. Nachdem jedoch die Erziehungswissenschaftler im vergangenen Jahr ausgezogen sind, möchte sie es verkaufen. Am Ende der Nutzzeit, zum Januar 2011, wird der Landesliegenschaftsfond für das Gebäude verantwortlich. „Momentan haben wir aber noch keine Verfügungsgewalt über die PH“, sagt Jürgen Tostberg, Sprecher des Finanzministeriums. Was später aus dem Gebäude werde, sei ebenfalls noch offen. „Derzeit laufen Verhandlungen, doch es gibt noch keine Ergebnisse und auch keinen Zeitplan für die Immobilie“, sagt Tostberg.

Die Elterninitiative würde den Mietvertrag für die Räume gerne verlängern. Denn die Suche nach neuen Räumen in der Südstadt gestaltet sich äußerst schwierig. „In der näheren Umgebung gibt es nichts Vergleichbares“, sagt Wüstrich. „Unsere maßgefertigte Spielkonstruktion aus Holz könnten wir zudem nicht mitnehmen.“ Auf die Nähe zum Spielplatz und zum Wald müsste zudem wohl verzichtet werden, meint sie. Und die Kinder, die jetzt in unmittelbarer Umgebung wohnen, hätten einen weiteren Weg.

„Falls sich keine Alternative findet, muss sich die Gruppe auflösen“, befürchtet Erzieherin Marina Tcherniakhovskaia. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren bei den Bismarck-Heringen und möchte „ihre kleine Familie“ nicht missen. Deshalb hat die kleine Gruppe auch schon an den Ministerpräsidenten Christian Wulff geschrieben und um Hilfe gebeten.

„Es wäre schon ein Anfang, wenn die Krabbelgruppe die Zusage bekommt, solange in ihren Räumen bleiben zu dürfen, bis die Zukunft der PH gewiss ist“, sagt Stadtbezirksmanagerin Kirsti Hogan. Das würde auch den Eltern zunächst weiterhelfen und Sicherheit geben.

von Anja Kelm


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