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Ost Wo ist das Arsen vom Ententeich?
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19:28 21.04.2009
Von Conrad von Meding
Diskussionsthema: Der Ententeich in der Eilenriede Quelle: Michael Zgoll

„Unter 100.000 Euro“ werde das Projekt kosten, kündigte der städtische Forstplaner Carl Ferdinand Ernst im Bezirksrat Mitte an. Doch für die Politiker sind noch nicht alle Fragen geklärt. Etwa die, wo die hohe Arsenkonzentration geblieben ist, die jahrelang im Schlamm gemessen worden war.

Bisher wird der Teich mit Restwasser befüllt, das per Druckleitung vom Maschsee dem Zoo zur Verfügung gestellt wurde. Der braucht das Wasser bald nicht mehr, die Leitung wird abgeschaltet, sodass der Teich auszutrocknen droht. Das sei zwar lange bekannt, trotzdem mache man sich erst jetzt Gedanken, stichelte Hermann Hahn (CDU) im Bezirksrat. Immerhin gibt es jetzt aber ein Konzept.

Die Stadt will dem Teich eine dichte Sohle aus Tonsteinen verpassen, um zu verhindern, dass bei Trockenheit ständig Wasser durch die Sandböden versickert. Der Hauptteich hat 1600 Quadratmeter Fläche; weil das Geld nicht reicht, will die Stadt aber nur etwa 70 Prozent davon mit Tonboden sichern – rundherum darf das Wasser weiterhin versickern.

usätzlich müsse nur noch eine kleine Grundwasserpumpe installiert werden, die bei langer Trockenheit die Verdunstung ausgleicht, sagt Ernst. Das sei auf Dauer wohl billiger, als die marode Druckleitung weiter zu betreiben. Zunächst muss aber der Teich geleert werden. Der schwermetallhaltige Schlamm soll bei Kali&Salz in Sehnde deponiert werden. Gut 60 Lastwagenfahrten zum Abtransport sind nötig und 60 weitere, mit denen die Tonziegel und anderes Material gebracht werden. Die Frage des FDP-Manns Wilfried Engelke, ob einfache Teichfolie wie im Kleingarten nicht billiger sei, entrüstete Ernst: „Keine Experimente, das soll schließlich 20 bis 30 Jahre halten.“

Der Preis für die Entsorgung der rund 600 Kubikmeter Schlamm hängt davon ab, wie stark er vergiftet ist. Anteile von Kupfer und Zink sind darin enthalten, vor allem aber Arsen. Der ist bei der jüngsten Messung um ein Drittel zurückgegangen – die Entsorgung würde dann etwa fünf statt bis zu zwölf Euro pro Kubikmeter kosten. Wo das Arsen geblieben ist und ob es zum Beispiel mit dem Grundwasser verteilt sein könnte, wollten die Politiker wissen. Doch darauf, beteuerte Ernst, wüssten selbst Experten keine Antwort. Direkt vor der Entsorgung soll neu gemessen werden, um Fehler auszuschließen.

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