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Das Familienzentrum muss weichen.

Das Familienzentrum muss weichen. © Uwe Dillenberg /haz

Hainholz

Familienzentrum wird abgerissen

Das Familienzentrum an der Voltmerstraße in Hainholz soll abgerissen und anschließend auf dem Gelände des Kulturtreffs ein paar Schritte weiter entfernt neu errichtet werden.

Grund hierfür ist der Bau des Geschäftszentrums „Hainhölzer Markt“ zwischen Voltmerstraße und Schulenburger Landstraße, dem Ende kommenden Jahres viele Gebäude weichen müssen – auch das Familienzentrum.
Die Stadtverwaltung hatte zunächst keinen Neubau für das Familienzentrum vorgesehen. Ursprünglich sollte die Einrichtung in das Gebäude des Kulturtreffs einziehen, da der Kulturverein im kommenden Jahr in der ehemaligen Alice-Salomon-Schule untergebracht wird.

Doch jetzt hat sich die Stadt anders entschieden. Das Kulturtreff-Haus wird ebenfalls abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau für das Familienzentrum errichtet. „Die Kosten für eine energetische Sanierung des Kulturtreff-Hauses und einen zusätzlichen Anbau für das Familienzentrum wären etwa genauso teuer geworden wie ein Neubau“, sagt Hartmut Meyer, Vorsitzender der Sanierungskommission Hainholz.

Doch trotz des in Aussicht gestellten Neubaus sind die Eltern der im Familienzentrum betreuten Kinder mit dem Vorhaben der Verwaltung nicht glücklich. „Wir haben Angst, dass unser Zentrum durch Abriss und Neubau in eine ganz normale Kindertagesstätte umgewandelt wird“, sagt Zekiye Poyraz, Mitglied des Elternbeirats. Diese Sorge ist nicht ganz unbegründet. Im Bezirksrat Nord hatte Stadtplaner Bernd Hothan kürzlich verkündet, dass ein Familienzentrum und eine Kita im Grunde „das Gleiche“ seien. Richtig ist jedoch, dass das Angebot des Familienzentrums weit über die Betreuungsleistungen einer üblichen städtischen Kita hinausgeht. So kümmern sich an der Voltmerstraße jeweils zwei Erzieher um eine Gruppe von 15 Kindern, in anderen Kindertagesstätten können bis zu 25 Kinder in einer Betreuungsgruppe sein.

Der entscheidende Unterschied besteht aber darin, dass ein Familienzentrum auch Kurse und Workshops anbietet. „Bei uns geben viele Mütter ihre Kinder zunächst bei den Betreuern ab und nehmen dann im Nachbarraum am Sprachunterricht teil“, erzählt Poyraz. Immerhin seien 70 Eltern von den insgesamt 75 betreuten Kindern ausländischer Herkunft. „Für die ist die Sprachförderung ganz wichtig“, sagt sie. Auch Schwimmkurse und Unterricht im Fahrradfahren bietet das Familienzentrum an, und dies nicht nur für die Familien der betreuten Kinder, sondern für alle Interessierten im Stadtteil. Die Stadt lässt sich dieses Zusatzangebot einiges kosten. 25.000 Euro pro Jahr investiert sie in zusätzliches Personal, 15.000 Euro in Sachmittel, etwa Materialien für den Sprachunterricht.

Im Familienzentrum glaubt man nun, dass all dies entfällt, wenn die Einrichtung ihr angestammtes Haus verlassen muss. Der Vorsitzende der Sanierungskommission versucht zu beschwichtigen. „Auch in dem geplanten Neubau wird es den einen oder anderen zusätzlichen Raum für das Elternprogramm geben“, versichert Meyer. Zudem könne der Sprachunterricht auch in die nahegelegene Fichteschule ausgelagert werden. Jedoch räumt er ein, dass die Pläne der Stadt für die zukünftige Heimstätte des Familienzentrums noch sehr vage seien.

Bauchschmerzen bereitet den Eltern auch die provisorische Unterkunft, die die Stadt für die Kinder in der Zeit zwischen Abriss des alten und Bau des neuen Hauses vorgesehen hat. Sie sollen in Containern untergebracht werden, die auf dem Freigelände des Kulturtreffs – also direkt neben der Baustelle – oder auf dem Hof der Fichteschule aufgestellt werden könnten. „Wir wollen genau wissen, wie solche Container ausgestattet sind und wo sie stehen werden“, sagt Poyraz. Doch auch in diesem Falle sind die Pläne der Stadt noch unklar.

von Andreas Schinkel


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