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Die Polizeidirektion Hannover reagiert auf den Rückzug von Rockerchef Frank Hanebuth mit einer neuen Wache auf dem Parkplatz Am Marstall.

Die Polizeidirektion Hannover reagiert auf den Rückzug von Rockerchef Frank Hanebuth mit einer neuen Wache auf dem Parkplatz Am Marstall.© Schaarschmidt

Neuer Container

Polizei hält am Steintor jetzt Dauerwache

Die Polizeidirektion Hannover reagiert auf den Rückzug von Rockerchef Frank Hanebuth mit einer neuen Wache auf dem Parkplatz Am Marstall.

Steintor. Nachdem Rockerchef Frank Hanebuth sich aus dem Steintorviertel zurückgezogen hat, rechnet Polizeipräsident Axel Brockmann damit, dass „andere kriminelle Organisationen“ versuchen könnten, das Rotlicht- und Amüsierviertel unter ihre Kontrolle zu bringen. „Wir haben das im Auge und wollen Tendenzen unter allen Umständen frühzeitig erkennen“, sagte Brockmann am Freitag bei der Eröffnung der neuen „Präsenzwache Marstall“.

Der Containerbau auf dem Parkplatz an der Straße am Marstall bietet den Beamten am Steintor ab sofort ein festes Domizil. Die Polizeiinspektion Mitte wird die Wache rund um die Uhr mit mehreren Beamten besetzen. „Wir wollen mit den Räumen einen direkten Kontakt gewährleisten – sowohl zu den Geschäftsleuten als auch zu den Besuchern der Lokalitäten“, sagt der Polizeipräsident. Von der 24-Stunden-Präsenz seiner Beamten im Bereich Steintor verspricht sich Brockmann, dass die Polizei kritische Entwicklungen mitbekommt und umgehend darauf reagieren kann.

Der Polizeipräsident machte keinen Hehl daraus, dass die neue „Präsenzwache“ in direktem Zusammenhang mit dem Entschluss des hannoverschen Hells-Angels-Chefs Frank Hanebuth steht, seine Rolle als „Sicherheitskoordinator“ am Steintor aufzugeben. Im November hatte Hanebuth angekündigt, die Mitarbeiter seiner Sicherheitsfirma Bodyguard Security abziehen zu wollen. Damit reagierte Hanebuth auf den seit Monaten anhaltenden Druck, der seitens der Polizei auf ihn und seine Rocker ausgeübt worden war. Eigenen Angaben zufolge hatte er zuvor bereits seine Beteiligungen an den Musikklubs, am Havanna und an der Sansibar verkauft. Er betreibt nun nur noch zwei Bordelle am Steintor.  „Wir müssen auf diese Veränderungen reagieren“, sagt Brockmann – der Hanebuth allerdings absprach, jemals so etwas wie eine Ordnungsmacht innegehabt zu haben. „Es wurde der Eindruck erweckt, das Gewaltmonopol liege am Steintor nicht beim Staat, sondern bei Herrn Hanebuth und der Firma Bodyguard Security. Das war aber nie der Fall“, sagt der Polizeipräsident.

Im Oktober 2010 hatte der damalige Polizeipräsident Uwe Binias angekündigt, er werde nicht hinnehmen, dass Mitarbeiter der Firma Bodyguard Security sich als eine Art „Steintor-Polizei“ aufführen. Seitdem hat die Polizeidirektion die Zahl der Kontrollen in dem Bereich drastisch erhöht, nun folgt die dauerhafte Präsenz.

Am Steintor kommt es immer wieder zu Gewalt- und Aggressionsdelikten, die Beteiligten sind häufig schwer alkoholisiert. Im September feuerte ein unbekannter Täter in der Scholvinstraße mehrere Schüsse auf den ehemaligen Betreiber eines Steintor-Cafés ab; bereits Ende Januar war ein 43-jähriger Kosovare bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen. Im Februar verging sich ein Mann in einem Sexkino an einer schlafenden Frau.


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