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Maschseefest Ist das Maschseefest zu elitär geworden?
Thema Specials Maschseefest Ist das Maschseefest zu elitär geworden?
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00:17 21.08.2017
Cocktail für 4,50 Euro oder lieber eine Flasche Champagner für 90 Euro? Die Preise auf dem Maschseefest schwanken. Quelle: Petrow
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Hannover

Tagliolini mit Scampi, Sylter Deichlamm, Rib-Eye-Steak, Elsässer Saib­lingsfilet oder Oktopussalat: Wer beim Maschseefest gut und edel essen möchte, hat dazu eine ganze Reihe von Möglichkeiten am See, muss dafür aber auch im Regelfall tief in die Tasche greifen.

Preise um die 20 Euro pro Gericht sind keine Seltenheit. Vieles bewegt sich bei rund 15 Euro pro Speise. Den Vorwurf aber, das Maschseefest sei elitär geworden und inzwischen nur noch etwas für Besserverdiener, wie er vor allem in den sozialen Netzwerken erhoben wird, den lässt der Maschseefest-Veranstalter dennoch nicht gelten.

„Wir haben für jede Preisschiene etwas. Aber auch Hochpreisiges. Das muss so sein, denn Firmenevents ha­ben am See ständig zugenommen. Und Firmen erwarten eben eine gewisse Qualität beim Essen, die logischerweise ihren Preis hat“, sagt Hans Nolte, Chef der Hannover-Veranstaltungs-GmbH (HVG).

Nichtsdestotrotz habe man die Basisverköstigung durch insgesamt 21 Food-Stände in diesem Jahr erweitert: „Nur Schicki-Micki, das geht nicht.“ Im sogenannten Food-Village etwa bekomme man gutes Essen für bis zu fünf Euro. Und auch große Essensstände wie das „Tiroler Seehaus“ oder „Zum Leuchtturm“ böten günstiges, aber dennoch qualitatives Essen an, so Hans Nolte weiter.

Beim Maschseefest sind einige Gastronomen dabei, die in der Stadt auch ein Restaurant betreiben. Ein Preisvergleich durch die HVG habe ergeben, dass die Essenspreise an den Seeständen zwischen zehn und 15 Prozent über denen in den Lokalen liegen sollen. „Das hat vor allem mit den qualitativen und komplizierten Aufbauten zu tun, die in vielen Fällen nur für die 19 Tage Maschseefest konzipiert wurden“, sagt der HVG-Chef.

Ein großer Posten für die Wirte ist auch die Standmiete, die sie auf die Preise umlegen, die die HVG aber nicht mindern kann: „80 Prozent dieser Einnahmen decken die tatsächlichen Kosten, die wir als Veranstalter haben, etwa für Strom, Wasser, Bodenbeläge, die Organisation, Reinigung des Geländes, für die Verkehrslenkung“, so Hans Nolte. Zur Restfinanzierung des Festes trügen noch 380 000 Euro durch Sponsoren bei: „Wenn wir diese Summe auch noch umlegen würden auf die Miete, fände das Maschseefest gar nicht statt.“

Holger Metelmann („Sylt-Lounge“) und Carsten Aschenbach („Seewirtschaft“) sagen, sie hätten Investitionen in Höhe einer sechsstelligen Summe geleistet. „Früher gab es Bierzelt-Garnituren am See, heute müssen es Designertische sein. Wer in so einer Atmosphäre essen und trinken möchte, der muss  bereit sein, mehr auszugeben“, sagt Holger Metelmann.

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