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Joggen in Hannover Der erste Laufschritt führt zum Arzt
Thema Specials Joggen in Hannover Der erste Laufschritt führt zum Arzt
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16:00 25.01.2010
Professor Oliver Rühmann: Chefarzt der Klinik für Sportmedizin im Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen, untersucht das Knie von Jochen Pipetz. Quelle: Florian Petrow
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Der erste Laufschritt führt in die Arztpraxis: Der medizinische Check-up kann sowohl beim Allgemein- oder Sportmediziner als auch beim Orthopäden gemacht werden. „So können körperliche Schwachstellen erkannt und Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselerkrankungen ermittelt werden“, erklärt Professor Oliver Rühmann, Chefarzt der Klinik für Sportmedizin im Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen. Ab 35 Jahren ist die umfassende medizinische Untersuchung sogar kostenlos – sie wird von den Krankenkassen übernommen.

Die Füße: Jeder Mensch hat seine eigene Lauftechnik. Zum Beispiel gibt es Jogger, bei denen das Gewicht vor allem auf den Fußballen liegt, andere federn es über die Fersen ab. „Dabei kann es zu Fehlbelastungen kommen“, erklärt Rühmann. Der Grund: „Beim Laufen wirkt das Dreifache des Körpergewichtes auf die Gelenke.“ Diesen Druck können gute Laufschuhe verringern, die den Stoß dämpfen und die Gelenke stabilisieren. Beim ärztlichen Check-up kann festgestellt werden, ob bereits eine Fehlstellung vorliegt, die zu Schmerzen und Abnutzung der Fußgelenke führen kann. Orthopädische Einlagen (gibt es auf Rezept!) für die Sportschuhe können das ausgleichen.
Die Gelenke: Die Wahl der Laufstrecke ist entscheidend. Rühmann rät: „Sie sollten weiche Böden wie Wald- und Feldwege vorziehen.“ Denn die Belastung beim Joggen auf hartem Untergrund, zum Beispiel auf Asphalt, ist groß. Oftmals treten dann Beschwerden in den Knie- und Hüftgelenken auf. Wer trotzdem regelmäßig auf hartem Untergrund trainiert, muss dem entgegenwirken: „Ein auf Sie persönlich zugeschnittenes Kräftigungsprogramm für die Muskulatur hilft“, erklärt Rühmann.

Die Herzfrequenz: Der wichtigste Richtwert bei körperlicher Anstrengung ist der sogenannte Maximalpuls. Er kann beim Medizin-Check durch ein Belastungs-EKG ermittelt werden. Wichtig: Anfänger sollten ihren Maximalpuls beim Laufen nicht überschreiten. Dazu ist nicht unbedingt eine Pulsuhr erforderlich. Ein ganz einfacher Trick: Geschwindigkeit und Puls bewegen sich in einem guten Bereich, wenn beim Laufen noch eine Unterhaltung möglich ist, ohne zu sehr außer Atem zu geraten.
„Viele Sportler gehen davon aus, dass Training nur dann Sinn macht, wenn man im Anschluss richtig erschöpft ist. Doch die Ansicht, maximale Belastung bringt maximalen Erfolg, stimmt nicht“, warnt Rühmann. Laut dem Sportmediziner ist es egal, ob man aus Spaß an der Bewegung trainiert, eine Verbesserung der Kondition erreichen oder abspecken will. „Jeder Anfänger sollte das Training ganz ruhig und ohne falschen Ehrgeiz angehen.“

Die Diagnose: Gibt der Arzt grünes Licht, kann es auch schon losgehen. Geben Sie Ihrem Körper aber genug Zeit, ausdauernder und trainierter zu werden. Denn besonders für Einsteiger gilt die Regel „Laufen, ohne zu schnaufen!“.

von Antonia Schulze-Borges

DIE AUTORIN

Antonia Schulze-Borges (25) war als Juniorin eine Top-Mehrkämpferin: deutsche Meisterin, EM-Bronzemedaillengewinnerin, Zehnte der Weltmeisterschaften. Im Rahmen ihres Sat.1-Volontariates war die studierte Journalistin auch bei der NP.

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