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Ferien-Spezial Apfelschorle bis Zugluft: Ein deutsches Sommer-ABC
Thema Specials Ferien-Spezial Apfelschorle bis Zugluft: Ein deutsches Sommer-ABC
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18:45 22.07.2015
Berlin

A wie Apfelschorle: Kein Durstlöscher scheint deutscher. Versuchen Sie mal, im Ausland eine zu bestellen. "Whaaaat?"

B wie Biergarten: Inbegriff des deutschen (oder besser: bayerischen?) Sommers. Wurst, Steak, Obazda, Musik und die Mass = Sommerseligkeit.

C wie CSD: Karneval im Sommer? Viele Städte haben Homoparaden. Mit der Debatte um die Ehe für alle gibt es zurzeit ein aktuelles Thema.

D wie Decke: Beim Picknick im Park wird meist brav eine Decke ausgelegt. Man will sich in der Natur ja nicht schmutzig machen.

E wie Eis: Eisessen ist das Sommervergnügen schlechthin. Der Preis pro Kugel ist Gesprächsstoff. Und die Frage: Waffel oder Becher?

F wie Freibäder: Viele wurden geschlossen, aber die Mischung von Chlorwasser, Kinderkreischen und Pommesduft ist Sommernostalgie pur.

G wie Grillen: Gilt vielen als Männlichkeitsbeweis. In Deutschland brutzeln immer noch viele eher Schwein (Bratwurst) als anderes.

H wie Hitzefrei: Schülertraum - das frühere Gehendürfen wird aber seltener. Unvereinbar mit dem Betreuungsauftrag von Ganztagsschulen.

I wie Ingeborg-Bachmann-Preis: Klagenfurts Tage der deutschsprachigen Literatur (oft gewinnen Deutsche), sind traditionell Smalltalkthema.

J wie Jammern: Nix ist deutscher als über andere Deutsche zu lästern; doch Schimpfen aufs Wetter (Zu kalt! Zu heiß!) scheint sehr deutsch.

K wie Kännchen Kaffee: Draußen nur Kännchen! Mit diesem Spruch wurde man früher auf Café-Terrassen oft konfrontiert. Er stirbt aber aus.

L wie Leitungswasser: Das Verhalten, lieber Sprudel zu kaufen und zu schleppen, statt aus dem Hahn zu trinken, scheint typisch deutsch.

M wie Mix: oft ist das Wetter ein Mix aus Hitze, Kälte, Regen; beliebt sind auch Mixgetränke (Apfelschorle, Weinschorle, Spezi...)

N wie Nacktheit: An den See oder ans Meer fahren und Hüllen fallen lassen - in anderen Ländern sind Menschen weniger FKK-freundlich.

O wie Obst: Auch wenn Grillwurst beliebt ist, viele in Deutschland sind überzeugt, dass man im Sommer vor allem Leichtes essen sollte.

P wie Planschen: "Pack die Badehose ein..." - auf dem Spielplatz oder im Garten oder an Gewässern - kaum etwa ist schöner als kühles Nass.

Q wie Quark: erfrischende Milchspeise, auch Zutat beim im Sommer beliebten sogenannten Käsekuchen (neudeutsch oft Cheesecake).

R wie Radler: beliebtes Biermischgetränk mit Limo (Orange oder Zitrone); bisschen Sprachverwirrung - oft auch Alsterwasser genannt.

S wie Socken: Socken in Sandalen - die typische Modesünde des Deutschen scheint auszusterben. Ein Volk wird stilsicherer?

T wie Touristen: Ob Ostsee, Nordsee, Alpen oder Stadt - Deutsche und auch immer mehr Ausländer entdecken Deutschland gern im Sommer.

U wie Urlaub: Hauptreisezeit Sommer; wandern oder am Strand sonnen? Gar nicht so wenige können sich aber auch nur Balkonien leisten.

V wie Verkehrsstau: volle Autobahnen bei Ferienbeginn (immerhin nach Bundesländern gestaffelt) und nörgelnde Kinder auf dem Rücksitz.

W wie Wagner: Als musikkultureller Höhepunkt des Sommers gilt in Deutschland immer noch Bayreuth (die Richard-Wagner-Festspiele).

XY wie X- und Y-Chromosom: die Geschlechtschromosomen. Flirt-Saison Sommer - hierzulande meist weniger offensiv als in anderen Ländern.

Z wie Zugluft: Lüften und Durchzugmachen in der Wohnung. Als Beschwerde "Es zieht!" bei offenem Fenster - sehr, sehr deutsch!

Von Gregor Tholl

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