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Brennpunkt Davenstedt: Schluss mit Lärm und Raserei
Thema Specials Brennpunkt Davenstedt: Schluss mit Lärm und Raserei
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20:30 21.08.2013
DISKUSSION: Anwohner erklären NP-Mitarbeiter Carsten Richter (2. v. re.) die Verkehrssituation auf einem Stadtplan. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Es ist 17 Uhr, Helmut Meyer steht vor seinem Haus in der Woermannstraße. Der 71-Jährige hat nachgezählt: „An manchen Tagen rauschen hier in zwei Minuten 40 Fahrzeuge vorbei.“ Seit fast zwei Jahren habe der Durchgangsverkehr in dem Wohngebiet zwischen Badenstedt und Davenstedt stark zugenommen.

Auch seine Nachbarn leiden unter dem Lärm. Sie haben eine Unterschriftenliste für eine Verkehrsberuhigung ins Leben gerufen. Ihre Forderung: Schluss mit der Raserei!

Das Problem: An die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer halten sich nur wenige Fahrer. „Wenn man auf der Terrasse sitzt, kann man sich nicht mehr normal unterhalten“, meint Nachbar Peter Thume (71). „Und nachts kann man nicht bei offenem Fenster schlafen“, ergänzt Erika Hoffstiepel (72) - ärgerlich, vor allem jetzt im Sommer.

„Warum gibt es hier keine Tempo30-Zone?“, fragen sich alle Anwohner im Gespräch mit der NP. Für die Stadt sei das doch die günstigste Variante. Einigen geht das nicht weit genug: Sie fordern Kontrollen durch die Polizei. Im Bereich Am Soltekampe ist die Geschwindigkeit bereits auf 30 km/h begrenzt - dort ist das Schulzentrum Badenstedt. Auch im Geveker Kamp, dem nördlichen Fortlauf der Woermannstraße, gilt das Limit. Zwischen dem Salzweg und der Davenstedter Straße aber darf man bislang 50 fahren.

Die Anwohner sorgen sich auch um die Sicherheit: „Für viele Kinder ist das hier der Schulweg“, erzählt Meyer. Sein Gedanke: Wäre die Woermannstraße durchgehend 30er-Zone, benutzten die Fahrer die parallel verlaufende Carlo-Schmid-Allee. „Das ist eine gerade Strecke“, betont Meyer. Ende 2011 wurde auf der Carlo-Schmid-Allee an der Kreuzung Davenstedter Markt eine Ampel installiert - zuvor waren bei Unfällen zwei Fußgänger ums Leben gekommen.

Die Ampel sei sinnvoll, meinen die Anwohner. Seitdem aber habe der Verkehr auf der Woermannstraße zugenommen. „Die Leute denken, das ist eine Abkürzung zu den Bundesstraßen“, vermutet Thume.

Stadt und Polizei sind unterdessen bislang keine Probleme bekannt. „Wir erkennen nicht, dass sich der Verkehr verlagert hat“, so Stadtsprecher Dennis Dix. Nachdem sich Meyer mehrfach ans Tiefbauamt der Stadt gewandt hatte, hatte die Verwaltung kürzlich eine Woche lang eine Geschwindigkeitstafel aufgestellt. „Die Daten werten wir nun aus“, erklärt Dix.

Carsten Richter

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